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Ribnitz-Damgarten Neues Fahrgastschiff wird Ostern 2018 in Dienst gestellt
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Neues Fahrgastschiff wird Ostern 2018 in Dienst gestellt
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13:54 19.11.2017
Die MS „Seeheilbad Zingst“ steuert zum allerersten Mal die Barther Ballastkiste an. Quelle: Volker Stephan
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Barth

Unter wiederholtem Ertönen des Schiffshorns lief am Donnerstag das neue Fahrgastschiff der Borner Reederei Poschke, die „Seeheilbad Zingst“, in den Hafen Barth (Vorpommern-Rügen) ein. Die Kapitäne Andreas Poschke und Tassilo Schäfer hatten die dritte, circa 125 Seemeilen lange Überführungsetappe von Kiel-Holtenau nach Barth in exakt 13,5 Stunden bewältigt. Das moderne Design des Neubauprojektes Nr. 12 vom Stahlbau Günter Müller aus Remagen am Rhein ließ sich zunächst nicht erkennen, denn die Salonfenster waren rundum mit einer etwa zwei Meter hohen Bretterwand verkleidet. Die diente nicht Tarnzwecken, wie bei Prototypen der Autoindustrie, sondern einfach nur dem Schutz vor Seeschlag. Die See-Berufsgenossenschaft hatte sie als zwingende Voraussetzung für die Überführung des Schiffes über die Nordsee und Ostsee vorgeschrieben. Nachdem die Bretterwand abgebaut worden war, konnte das neue Fahrgastschiff in voller Eleganz mit eingeschalteten Lichterketten und unter den bewundernden Blicken einiger Schaulustiger an seinen Liegeplatz an der Ballastkiste verholen, um hier den Winter zu verbringen. 

Vor Indienststellung ist ein Besichtigungstag geplant

Für Andreas Poschke, der erst am Überführungsabend von Stettin, wo sein Raddampfer „River Star“ überholt wurde, nach Kiel geeilt war, stand am Wochenende auch noch die Abholung des fertigen Raddampfers auf dem Programm. „In diesem Jahr habe ich nach Saisonende mehr Stress, als im Hochsommer“, gestand er ein. Aber auch die Sommersaison sei wegen der regelmäßigen Fahrten zur Bauwerft nicht ohne zusätzliche Belastungen verlaufen, fügte Kapitän Tassilo Schäfer hinzu. „Alle drei Wochen suchten wir den 630 Kilometer entfernten Betrieb auf, um die notwendigen Absprachen zu treffen.“ Beide Kapitäne lobten angesichts der zahlreichen Änderungswünsche die Geduld und das Verständnis, das ihnen dort sowohl von den Mitarbeitern als auch vom Konstrukteur Rainer Ritzdorf entgegen gebracht worden war. „Die Beteiligten zeigten sich immer kooperativ und setzten die gewünschten Änderungen sofort um.“ Für den Stahlbau Müller, bei dem sonst Autofähren für den Rhein vom Stapel liefen, sei es das bisher größte, komplett ausgerüstete Bauobjekt gewesen.  Eingesetzt werden soll die „Seeheilbad Zingst“ im täglichen Liniendienst zwischen Zingst und Barth sowie bei einer wöchentlichen Tour nach Hiddensee. Anlässlich ihrer offiziellen Indienststellung zu Ostern 2018 plant Andreas Poschke, sie vorher im Rahmen eines Besichtigungstages vorzustellen.

Salon auch für Konferenzen geeignet

Die Schaulustigen, denen er bereits nach dem Festmachen die Gelegenheit zum Erkunden des Schiffes eingeräumt hatte, gelangten zu einer übereinstimmenden Meinung: „Dieses tolle Schiff ist viel zu schade, um nur zwischen Zingst und Barth zu pendeln“. Tatsächlich lässt sich die „Ostseebad Zingst“ aufgrund ihrer durchdachten Gestaltung und Ausstattung multifunktional nutzen. Beispielsweise würde der Salon mit seiner Präsentationstechnik Konferenzen mit bis 100 Personen erlauben, von der Eignung als Veranstaltungssaal mit Tanzfläche mal ganz abgesehen. Auch längere Fahrten sind dank der gastronomischen Ausstattung und der modernen Sanitäranlagen unter Deck (mit Treppenlift erreichbar) kein Problem. Als einziger Besucher ärgerte sich Rainer Lückemann aus Barth, der als Kapitän bei der Reederei Poschke angestellt war: „So ein schönes Schiff - und ich bin schon in Rente“. Seine Hoffnung hängt jetzt an den Tagen, an denen er bei personellem Bedarf immer noch mal einspringt. „Vielleicht darf ich dann auch mal das neue Schiff fahren. Zu Hause zu sitzen, füllt mich nicht aus.“

Edwin Sternkiker

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