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Neues Quartier für Kranich und Kammmolch neben Solarpark

Pütnitz Neues Quartier für Kranich und Kammmolch neben Solarpark

Als Ausgleichsmaßnahme für die Photovoltaikanlage bekommt Pütnitz ein neues Flächenbiotop — für 130 000 Euro. Es soll optimale Lebensbedingungen bieten.

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Kraniche sind durch EU-Richtlinien besonders gesch�tzt.

Quelle: Mario Müller

Pütnitz. Über 8700 Quadratmeter groß ist das Flächenbiotop am Rande des 50 Hektar großen Solarparks auf dem ehemaligen Militärflugplatz Pütnitz. Es ist der neu angelegte Ersatz für einen Kranichbrutplatz und für weitere gesetzlich geschützte Biotope, die durch den Bau der Solaranlage verloren gegangen waren.

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Kraniche sind durch EU-Richtlinien besonders gesch�tzt.

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Die „vorgezogene Ausgleichsmaßnahme“ ist kein günstiges Unterfangen. „Um dieses Ersatzbiotop anlegen zu können, mussten immerhin rund 130 000 Euro investiert werden“, erläutert Doreen Wilke (29) vom Stadtbauamt Ribnitz-Damgarten. Die Kosten trage der Investor der Solaranlage, erläutert sie weiter.

Viel Geld, oder? Hartmut Heckmann von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Vorpommern-Rügen macht deutlich, dass diese Maßnahme „tatsächlich ziemlich teuer geworden ist“. Sie sei aber notwendig gewesen, weil der Kranich „durch die europäische Vogelschutzrichtlinie und artenschutzrechtliche Bestimmungen des Bundes besonders geschützt ist.“ Wäre diese Maßnahme nicht umgesetzt worden, hätte der Solarpark nicht gebaut werden können. Sein Kollege Andreas Osterland ergänzt: „Wir hoffen nun, dass die Schaffung dieses Flächenhabitats den gewünschten Erfolg bringen wird.“

Quasi als gewollter Nebeneffekt soll das Kleingewässer auch bestimmten Amphibien optimale Lebensbedingungen bieten. So wurden einige Kammmolche aus dem Bereich der jetzigen Solaranlage „übergesiedelt“. Außerdem sollen auch Teich-, Moor- und Laubfrösche sowie die Knoblauchkröte, und der Teichmolch dort ein Zuhause finden. Allesamt sind bereits auf der Halbinsel beheimatet. Sie sind gefährdet und finden sich deshalb auf der Roten Liste des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Das neu geschaffene Flächenbiotop bietet dauerhaft Wasser führende Bereiche mit bis zu anderthalb Metern Wassertiefe und Flachwasserzonen von fünf bis 50 Zentimetern. Die erwärmen sich schnell und bieten damit den Amphibien geeignete Laichplätze. Im nördlichen und östlichen Bereich sollen Gehölze das Gewässer gegen die Photovoltaikanlage abschirmen. Die Gehölze dienen den Amphibien gleichzeitig als Lebensraum.

Im Bereich der Flachwasserzonen im westlichen Teil entstanden kleine Inseln. „Dort können die Kraniche, die Bodenbrüter sind, ihre Nester bauen und so ihr Gelege und die Jungen vor Feinden wie dem Fuchs schützen“, erläutert Andreas Osterland weiter. Und wenn es doch mal ein Fuchs schaffen sollte, auf eine der Inseln zu gelangen, so seien Kraniche durchaus in der Lage, sich zu wehren.

Auf der Halbinsel Pütnitz produzieren über 88 000 Solarmodule Strom aus Sonnenenergie. Mit 50 Hektar gehört der Solarpark zu den größten in MV.

Insgesamt flossen im Zusammenhang mit dem Bau des Solarparkes eine Million Euro in ökologische Ausgleichsmaßnahmen.

Imposante Nester
Kraniche bauen ihre Nester gern in etwa knietiefem Wasser, um ihr Gelege vor Feinden zu schützen. Die Brut- und Aufzuchtzeit dauert von April bis Juni. Je nach Untergrund und Wasserstand türmen die Tiere ihre Nester aus Pflanzenmaterial bis zu einem Meter Durchmesser. Brutplätze sind meist schwimmende, fest verankerte Inseln mit einem festen Untergrund aus Schilf, Riedgras und Seggen. Die Tiere benötigen einen ausreichenden Überblick, um rechtzeitig von herannahenden Räubern fliehen zu können. Kraniche brüten besonders gern in Sumpfwäldern sowie in verlandeten Seen und Teichen. Der häufigste Brutplatztyp in Deutschland ist der Erlenbruch.

Edwin Sternkiker

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Pütnitz
Direkt neben der Photovoltaikanlage auf der Halbinsel Pütnitz entstand ein Feuchtbiotop von über 8700 Quadratmetern.

In die 8700 Quadratmeter große Fläche neben dem Solarpark in Pütnitz (Vorpommern-Rügen) wurden 130  000 Euro investiert.

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