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Orgelfestival mit erfrischenden Akzenten

Barth Orgelfestival mit erfrischenden Akzenten

Gut starteten die diesjährigen 12. Buchholzorgeltage in der Boddenstadt. Rund 250 Zuhörer erlebten sie bislang.

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Als erstklassiger Orgelvirtuose präsentierte sich Jens Amend am Freitagabend in St. Marien.

Quelle: Uwe Roßner

Barth. Der Wechsel erfolgte sehr kollegial. Mit ihrer Ernennung am Anfang des Jahres trat Bettina Wißners als Kantorin der St. Mariengemeinde auch die Verantwortung über das Ende August 2002 ins Leben gerufene Orgelfestival an. Erstmals lag deren Ausrichtung in diesem Jahr in ihren Händen. Viel Anklang fand sowohl die zu einer guten Tradition gewordene lange Nacht der Orgel als auch die spannende Premiere des Duoabends mit Videoübertragung zum 192. Geburtstag der frühromantischen Orgel am Sonnabend.

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Die Buch- holzorgel ist ein tolles Instrument.“ Jens Amend, Organist

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Als eine respektvolle Verbeugung erwies sich Emil Handkes Verpflichtung als eröffnenden Solisten. 42 Jahre lang wirkte dieser an St. Marien und dank ihm genießt das Instrument heute seinen international guten Ruf. „Ich habe mich sehr über die Einladung gefreut“, sagte dieser im Anschluss. Ungebrochen sei nach wie vor seine Liebe zur Buchholzorgel. Festlich stimmte er die Versammelten mit Bachs „Präludium und Fuge“ in c-Moll BWV auf die fünf musikalischen Festtage ein und überraschte mit Gabor Trajtlers Fassung von Zoltan Kodalys „Neun Epigrammen“, Buxtehudes Choralbearbeitung von „Vater unser im Himmelreich“, Eugenio Maria Fagianis 2. Preludio e Fuga über zwei Beatleszitate und Felix Mendelssohn Bartholdys 2. Orgelsonate.

Als eine Entdeckung unter den diesjährigen Auftretenden stellte sich Jens Amend heraus. Bereits für Josefs Rheinbergers „Introduktion und Passacaglia“ von dessen 8. Orgelsonate erhielt der Gastierende verdient ein spontanes Bravo aus dem Publikum. Mit herrlicher Registrierung zelebrierte er Mendelssohns 1. Orgelsonate, Philipp Wolfrums „Benedictus“ und Franz Liszt opulentes „Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen“.

Nach seinem Debüt in der Boddenstadt sagte er: „Es ist eine tolle Orgel. Es hat mir sehr viel Freude gemacht, hier zu spielen.“ Die Würdigung der Barther Königin der Instrumente rund um ihren Geburtstag findet der international bereits mehrfach ausgezeichnete Solist als eine tolle Idee und zeigte sich über den abendlichen Zuspruch von rund 100 Gästen erfreut. Auch lobte er die Restaurierung des tönenden Barther Kleinods durch die Dresdner Orgelbauwerkstatt Kristian Wegscheider und will erneut in Barth gastieren.

Für das Begehen des 300. Geburtstags von Johann Ludwig Krebs entschied sich der Thüringer Kantor Philipp Popp. Choralbearbeitungen und ein freies Stück stellte er von Johann Sebastian Bachs Lieblingsschüler dem seines Lehrers gegenüber.

„Die Buchholzorgel hat einen mir sehr vertrauten Klang“, äußerte Frank Dittmer am Ende des zweiten Konzertabends auf der Orgelempore. Für den Landeskirchenmusikdirektor (LKMD) der Pommerschen Evangelischen Kirche ist das Instrument viel mehr: „Sie steht für die pommersche Orgellandschaft“, so der in Greifswald beheimatete Organist. Geradezu ins Schwärmen geriet er über ihre Vielfalt, deren Kraft einer Barockorgel und die Wärme ihres frühromantischen Klangs. „An ihr fühle ich mich sehr zu Hause“, so Frank Dittmer.

Dieser freute sich über Bettina Wißners Anfrage zum augenzwinkernden Duo-Abend in St. Marien. Georg Friedrich Händels „Halleluja“ aus dem Oratorium, Auszüge aus Mozarts „Zauberflöte“, Josef Labors „Orgelfantasie für zwei Spieler“ wie die preisgekrönte romantische Sonate Gustav Merkels kamen in Bogen bestens an.

Auch das erst vor einer Woche von der Neuapostolischen Kirche in Barth vermachte Positiv kam im harmonischen Wechselspiel mit dem bereits in St. Marien bestens erstmals zum Zuge.

Die Buchholzorgel
90Prozent originaler Substanz sind heute von dem frühromantischen Instrument erhalten. Es hat 2939 Pfeifen, 50 Stimmen und drei Manuale.

Innerhalb der norddeutschen Orgellandschaft ist sie mit ihrem Klang und dem zahlreichen Ausdrucksmöglichkeiten ein Unikat. Am 31. August 1821 fand deren Weihe in St. Marien statt.

 

Uwe Roßner

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