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Ribnitz-Damgarten Originalplan entdeckt: Bahnhofsgelände wird nachgebaut
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Originalplan entdeckt: Bahnhofsgelände wird nachgebaut
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07:53 04.12.2017
Vorsitzender Andreas Pagels zeigt die Kopien des originalen Gleisplans des Barther Bahnhofs aus den Zwanzigerjahren. Quelle: Fotos: Volker Stephan
Barth

Einmal im Jahr – traditionell am ersten Adventswochenende – gewähren die Modellbahnfreunde des Kleinbahnvereins Barth Einblick in ihre Vereinstätigkeit und in laufende Projekte. Mit Ausdauer standen sie an ihren privaten und vereinseigenen Anlagen bereit, um diese ihren Gästen zu erklären und vorzuführen. Nur wenige Jahre nach Abschluss des bisher größten Vereinsprojektes, dem aufwändigen Nachbau der einstigen Darßbahnstrecke von Barth nach Prerow, steht die Anlage schon wieder im Mittelpunkt der Aktivitäten. Die Tüftler hatten nämlich im Frühjahr begonnen, die Elektrik zu digitalisieren und die Gleise gegen modernere mit besseren Laufeigenschaften auszutauschen.

Die Barther Modellbahner haben einen Schatz entdeckt: Kopien des originalen Gleisplans des Barther Bahnhofs. Auf dessen Grundlage soll das Barther Bahnhofsgelände originalgetreu nachgebaut werden. Die Modellbaufreunde gehen derzeit von einer vierjährigen Bauzeit für die neue Anlage aus.

Viel aufwändiger gestalten wird sich der geplante Neubau des 6,80 mal 1,70 Meter großen Barther Bahnhofsmodells, das sein reales Vorbild zur Mitte der Sechzigerjahre darstellt. Die Vorbereitungen dafür haben begonnen. Zwei der vier Rohbausegmente von jeweils 2 mal 0,9 Metern als Träger der zukünftigen Anlage sind bereits fertiggestellt. Am Ausstellungswochenende waren darauf die abgezogenen und vergrößerten Gleispläne ausgelegt. Den Originalplan, eine alte Blaupause, hatte Vereinsmitglied Mathias Gottschewsky (53) einst im Archiv der früheren Reichsbahndirektion Greifswald ausfindig gemacht, kopiert und nachgezeichnet. Er datierte den Plan auf das Jahr 1925: „Er ist mit dem Stempel der Reichsbahndirektion Stettin versehen.“

Für den Verein ist der Besitz dieses Plans, den der Vorsitzende Andreas Pagels (31) vergrößern ließ, ein Glücksfall. Denn auf seiner Grundlage kann das Barther Bahnhofsgelände nun endlich originalgetreu nachgebaut werden. Der eigentliche Bahnhof und sein Betriebswerk waren mit einem Kilometer Ausdehnung viel länger, als es maßstabsgerecht auf der alten Anlage hätte dargestellt werden können, räumten die Kleinbahner ein.

Ihre neue und von vornherein digitalisierte Anlage solle in Segmentbauweise ausgeführt werden, um zerlegbar und transportabel zu sein. Landschaftsbilder mit dahinter verborgenen „Schattenbahnhöfen“

würden sie an den Stirnseiten begrenzen und die einfahrenden Züge quasi in der Landschaft verschwinden lassen. „Mit der einfach zu transportierenden Reiseanlage werden wir endlich auch an auswärtigen Ausstellungen teilnehmen können“, freute sich Andreas Pagels. Das bisherige Bahnhofsmodell bleibe erhalten, nur seine Gebäude würden bei Bedarf auf die Reiseanlage wechseln. Christian Giertz, seit 25 Jahren im Verein, geht von einer längeren Bauzeit aus: „Vier Jahre werden es auf jeden Fall sein“.

Das Gegenstück zum größten Exponat war die 0,58 mal 2,20 Meter kleine und wohnungskompatible Anlage von Gastaussteller Kurt Neumann (63), auf der eine Waldbahn ein Sägewerk mit Holzstämmen beliefert.

Die kleinen Dieselloks und Loren laufen auf der Kleinbahnspurweite 9 mm des H0-Maßstabs (H0e). „Inspiriert hatte mich einst eine TV-Doku über eine Sägewerksbahn in den Karpaten, ein funktionierendes Sägewerk hatte ich noch in Zingst erleben können“, berichtete der Tüftler, der sich seit seiner Kindheit mit dem Modellbau befasst. Das Sägewerksgebäude, aus dem die typischen Gattergeräusche tönen, will er noch derart umgestalten, dass Betrachtern ein Blick auf das funktionsfähige Modellgatter möglich wird.

Erfreulich zu vermerken ist die aktive Teilnahme einiger Kinder von Vereinsmitgliedern an der Ausstellung – die Zukunft des Kleinbahnvereins scheint gesichert.

Volker Stephan

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