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Ribnitz-Damgarten Ostseebad weckt historisches Zentrum aus Dornröschenschlaf
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Ostseebad weckt historisches Zentrum aus Dornröschenschlaf
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14:33 13.07.2018
Mit einem Fest wurde am Donnerstag die Lange Straße in historischen Zentrum Prerows nach dem Ausbau eingeweiht. Judoka gaben eine Kostprobe ihres Könnens. Quelle: Richter Timo
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Prerow

Einst spielte sich das Leben in Prerow in der Langen Straße ab. Als sich der Ort jedoch immer weiter in Richtung Strand ausdehnte, geriet das historische Zentrum zunehmend in Vergessenheit. Nun hat die Kommune mit der Sanierung des östlichen Abschnitts der Langen Straße den früheren Mittelpunkt des Dorflebens aus dem Dornröschenschlaf geweckt. Mit einem Fest auf dem neuen wenigstens durch die Pflasterung angedeuteten Dorfplatz haben Anlieger und Gäste die neue Straße in Beschlag genommen.

Gewerbe in alter Keimzelle

Eine Milchbar, ein Fuhrunternehmen, eine Apotheke, ein Fleischer – viele weitere Gewerbebetriebe hatten in der Geschichte Prerows ihren Sitz in der „historischen Keimzelle“ des Ostseebades. Geradezu als Glücksfall bezeichnet es Bürgermeister René Roloff (Wählergemeinschaft Prerows Zukunft), dass der Ausbau der Langen Straße in dem Bereich seitens der Gemeindevertretung unstrittig befürwortet worden war. „Da wurde gute Arbeit geleistet, das ist nicht überall so.“

Geduldsprobe für Anlieger

Allein die Anlieger wurden während der Bauphase auf eine längere Geduldsprobe gestellt. Hauptproblem war eine verkeimte Trinkwasserleitung, die am Ende für eine etwa neun Wochen dauernde Verzögerung verantwortlich war. Mit dem Ausbau der Langen Straße – die üble Holperpiste wurde zuletzt von vielen Autofahrern gemieden, die nahmen lieber einen Umweg über die L 21 in Kauf – sei ein „kuschliges Ortszentrum als ruhiger Gegenpol zum Zentrum am Edeka-Markt entstanden“, betonte der Bürgermeister während der Einweihung. 320 Meter Straße wurden ausgebaut, neue Leitungen verlegt. 455 000 Euro waren eingeplant, doch werde die Schlussrechnung „spürbar günstiger“ ausfallen, so René Roloff. Das Projekt wurde mit gut 263 500 Euro gefördert.

Finanzspritze für alle

Die Finanzspritze galt nicht allein für den kommunalen Anteil, sondern für das Gesamtvorhaben. Folge ist, dass so auch die Anlieger bei den Straßenausbaubeiträgen entlastet werden können. Damit aber ist der Straßenbau in dem Bereich noch nicht beendet. Für das kommende Jahr wurde eine Förderung für den Ausbau von Alter Straßen und Hirtenstraße in Aussicht gestellt.

Furcht vor Neubauplänen

„Sorgenkind“ im historischen Zentrum ist derzeit der mittlerweile geschlossene Seegasthof und Hotel am Hafen. Ein Erhalt des Gebäudes ist laut René Roloff vom Tisch. Derzeit werde über Abriss und Neubau geredet. Er kenne zwar noch keine genauen Pläne, allerdings macht sich der Bürgermeister große Sorgen, dass mit einer großzügigen Bebauung, im Gespräch soll ein größerer Komplex mit Ferienwohnungen sein, ein Präzedenzfall geschaffen werden, auf den sich später auch andere Bauwillige berufen könnten. Die Bebauung in dem Bereich Prerows sei zwar dicht, aber klein. „Die Gemeinde sollte nicht alles akzeptieren.“ Der Käufer Jonas Holtz hatte nach dem Erwerb der Immobilie zugesagt, ein Konzept in Zusammenarbeit mit der Kommune erstellen zu wollen. Als Darßer sei er sehr dafür, dass „Tradition ein Stück weit erhalten“ werde (die OZ berichtete).

Hoffnung auf Fest-Auftakt

Nun aber war Bürgermeister, Anliegern und Gästen erst einmal zum Feiern zumute. „Plattföt“ Klaus Lass stimmte mit maritimen Liedgut ein, unter anderem der Judonachwuchs aus dem Ostseebad zeigte später verschiedene Kunststücke auf der Trainingsmatte. Roloff hoffte, die Einweihung werde der Auftakt für eine ganze Reihe weiterer Feste im historischen Zentrum sein.Eine Nummer kleiner hätte der Ausbau der Langen Straße nach Einschätzung von Ninem Schulzewski ausfallen können. Die Straße sei aber recht ansprechend geworden.

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