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Partnerschaften sollen Region weiter nach vorn bringen

Zingst Partnerschaften sollen Region weiter nach vorn bringen

Der Leiter des Nationalparkamtes ist mit der vergangenen Saison weitgehend zufrieden.

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Das Natureum Dar�er Ort z�hlt zu den Vorjahresgewinnern.

Quelle: Frank Burger

Zingst. Den Blick nach vorn richtete der Leiter des Nationalparkamtes, Gernot Haffner (36), während des gestrigen Saisonauftakts in Zingst. Statt endlos langer Zahlenkolonnen als statistischer Daseinsberechtigung präsentierte Haffner eine beachtliche Vielfalt von Diskussionsansätzen zur Entwicklung des Nationalparks. Mit seinem Amtskollegen Dr. Peter Südbeck vom Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer hatte sich Gernot Haffner argumentative Schützenhilfe auf die Halbinsel geholt. Und: Der Vortrag zum schwierigen Verhältnis von Tourismus und Naturschutz kam bei den Gästen im Zingster Kurhaus an.

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Mit der Verbesserung der Infrastruk- tur und dem Jahresthema Seeadler verfolgen wir ehrgeizige Ziele.“Gernot Haffner, Leiter Nationalparkamt

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Partnerschaft und Mobilität waren zwei wichtige Stichworte, die den Leiter des Wattenmeer-Nationalparks bewegten. Als Peter Südbeck auf straff geführte Partnerschaften zu sprechen kam, wurde es mucksmäuschenstill in dem Veranstaltungsraum. Peter Krüger, Chef der Zingster Tourismusgesellschaft, sprach vielen Gästen aus dem Herzen, als er beklagte, in dieser Frage sei auf der Halbinsel noch viel Basisarbeit zu leisten.

Peter Krüger, ganz Geschäftsmann, rechnete denn auch vor, dass 33 Millionen deutsche Urlauber bereit seien, für den Naturschutz 20 Euro pro Tag mehr auszugeben. Statt der Devise „höher, schneller, weiter“ sollte mit behutsamen Angeboten versucht werden, unterm Strich besser abzuschneiden.

Weit entfernt von einer Partnerschaft eines „Nordsee-Ausmaßes“ sind die hiesigen Akteure auf dem touristischen Parkett. So stellte Peter Südbeck einen Verbund sämtlicher Nordseeanrainer in Niedersachsen vor, der die Interessen von wirtschaftlicher Entwicklung, also beispielsweise der Vertiefung von Hafenzufahrten, und des Tourismus unter einen Hut bringen soll.

Nächstes Thema Mobilität: Als Peter Südbeck für die Wattenmeer-Region einen Urlauberbus „für ‘nen Euro“ präsentierte, wurde nicht nur der Ahrenshooper Bürgermeister Hans Götze hellhörig. Der fragte sogleich nach einem Finanzierungsmodell für solch ein Unterfangen — und hörte, dass Verkehrsunternehmen zusammen mit Kommunen den in den regulären Fahrplan eingetakteten Bus mitfinanzierten. Der Zingster Bürgermeister stellte einen Verkehrsverbund in Aussicht, sagte aber auch, dass eine Bahnanbindung von Zingst weiterhin unklar sei. Auch auf dem Festland zwischen Wilhelmshaven und Emden laufe es laut Südbeck nicht rund. Während die Bahnanbindung über Leer und Emden gut sei, beklagte er in Sachen Bahnanbindung der ostfriesischen Sielorte eine seit 40 Jahren währende Fehlentwicklung. Mit dieser Einschätzung konnte sich mancher im Publikum mit Blick auf die Gegebenheiten der Region sofort anfreunden. Der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Fischland-Darß-Zingst, Raimund Jennert, forderte denn auch Anstrengungen für eine Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs.

So launig Gernot Haffner anschließend die Ergebnisse auch präsentierte, mannigfache Probleme konnte der Leiter des Nationalparkamtes Vorpommern damit nicht verbergen. Auch künftig werde die Verwaltung mit immer weniger Personal auskommen müssen. Schon jetzt war eine Umstrukturierung des Amtes erforderlich, um wenigstens die Kontrollaufgaben in der Natur überhaupt noch erledigen zu können. Gleichwohl sei es auch im vergangenen Jahr wieder gelungen, den Menschen „unseren Nationalpark zu zeigen“. Die Besucherzahlen der einzelnen Einrichtungen spiegelten die Entwicklungen des Tourismus wider. Großer Gewinner auf der Halbinsel war das Natureum Darßer Ort des Deutschen Meeresmuseums mit einem Besucherplus von knapp 9600 Gästen. Dagegen ließen sich an deutlichen Rückgängen der Besucherzahlen des Nationalparkzentrums Königsstuhl auf Rügen sowie des Nationalparkhauses auf Hiddensee die Probleme des Tourismus auf Deutschlands größter Insel nachvollziehen. Unter anderem mit besseren Wegen und behindertengerecht ausgebauten Aussichtspunkten will die Nationalparkverwaltung in diesem Jahr punkten.

Natureum Darßer Ort ist der große Gewinner
9578zusätzliche Besucher steuerten im vergangenen Jahr das Natureum am Leuchtturm Darßer Ort an. Insgesamt wurden dort mehr als 115 500 Gäste gezählt. Auch die Ausstellung Sundische Wiese stieß im zurückliegenden Jahr auf mehr Interesse.

61 300Gäste verlor dagegen das Nationalparkzentrum Königsstuhl auf Rügen allein im vergangenen Jahr — ein überaus deutliches Zeichen für die Probleme des Tourismus auf Deutschlands größter Insel.

953Besucher weniger als im Vorjahr machen sich im Nationalparkzentrum Darßer Arche dagegen deutlich weniger bemerkbar. Hier ist — allgemein anerkannt — die Qualität der Ausstellung der Grund, warum es hier schon seit Jahren rückläufige Besucherzahlen gibt.

Timo Richter

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Von Redakteur Thorsten Richter

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