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Ribnitz-Damgarten Personalmangel: Tourismusbetrieb schließt Kurhaus-Restaurant
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Personalmangel: Tourismusbetrieb schließt Kurhaus-Restaurant
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15:50 06.09.2018
Das Kurhaus-Restaurant in Zingst schließt Ende September - Personalmangel. Quelle: Richter Timo
Zingst

Im Notbetrieb als Bistro sieht das beliebte Kurhaus-Restaurant in Zingst seinem Aus mit Ablauf dieses Monats entgegen. Personalmangel hat zu der „dramatischen Situation“ geführt. Nun zieht der Geschäftsführer der Kur- und Tourismus GmbH Zingst, Peter Krüger, die Reißleine. Der Tourismusbetrieb kann seiner Verpflichtung gegenüber der Kommune, nämlich den Betrieb des Restaurants zu gewährleisten, nicht mehr nachkommen. In der kommenden Woche sollen die Gemeindevertreter des Seeheilbades entscheiden, ob die Tourismusgesellschaft den Betrieb einstellen und das Restaurant an der Seebrücke unterverpachten darf.

19 Jahre in Betrieb

19 Jahre nach Beginn des Restaurantbetriebs an der Seebrücke bekommt Peter Krüger keine Küchenmannschaft mehr zusammen. Zuletzt haben sich Mitarbeiter gleich en gros abgesetzt.Immerhin als Bistro-Betrieb will der Geschäftsführer des gemeindeeigenen Kurbetriebs das Kurhaus bis zum Aus weiterhin bewirtschaften. Sogar eine Hochzeitsgesellschaft soll noch beköstigt werden. Dann soll ein qualifizierter Nachfolger die kulinarischen Geschicke im Kurhaus übernehmen. In ganz Deutschland wird der Betrieb des Restaurants ausgeschrieben. Denn keinesfalls will sich die Kommune als Eigentümerin der Immobilie auf kurzfristig interessierte Hasardeure einlassen. Vor allem Andreas Kuhn als formal einzigem Gesellschaft der Eigentümerin, dem Zingster Fremdenverkehrsbetrieb, will einen ebenso kontinuierlichen wie hochwertigen Weiterbetrieb des Restaurants an der Spitzenlage an der Seebrücke.

Formale Frage

Für den Zingster Bürgermeister ist das Kurhaus-Restaurant erst einmal eine formale Frage. Kommunalrecht und Gesellschaftsrecht verquicken sich. Denn Eigentümerin der Immobilie ist die Gemeinde in Form des Zingster Fremdenverkehrsbetriebs. Betrieben wird das Restaurant von der Kur- und Tourismus Gesellschaft, einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft. Der gehört zum Beispiel das Mobiliar des Kurhaus-Restaurants.

Entscheidung in Gemeindevertretung

Als einziger Gesellschafter könnte Kuhn als Bürgermeister die Angelegenheit auch intern regeln. Das will er aufgrund der Bedeutung für den Ort aber nicht. So kommt die Gemeindevertretung ins Spiel, deren Vertreter während ihrer nächsten Zusammenkunft am Donnerstag, dem 13. September, über die beiden Vorlagen entscheiden sollen.

Schlechtes Arbeitsklima

Zumindest in der Küche war zuletzt das Arbeitsklima nicht mehr gut, sagt der Bürgermeister. Nicht an der Qualität der Arbeit, wohl aber an der Mitarbeitermotivation soll es am Ende gelegen haben, dass Köche und auch Service-Kräfte das Kurhaus-Restaurant verlassen hätten. Aufgrund der aktuellen Situation auf dem Arbeitsmarkt sind kurzfristige Wechsel von vollzähligen Restaurant-Teams keine Seltenheit mehr.

Veränderter Arbeitsmarkt

In seinem Antrag an den Bürgermeister verweist Peter Krüger auf einen Arbeitsmarkt in der Gastronomie, der sich in den vergangenen fünf Jahren gravierend verändert habe. Dazu komme: Infolge eines Fehlverhaltens des Küchenleiters und dessen Stellvertreters in diesem Jahr habe er mit einem Vertrauensverlust, „insbesondre bei den ausländischen Kollegen“ zu kämpfen gehabt. Aufgrund erhöhter Fluktuation des Personals erwartet Peter Krüger ein Minus von rund 355 000 Euro, wie es in der Beschlussvorlage an die Gemeindevertreter heißt. Das sei ein bestandsgefährdendes Defizit. Eine sogenannte Querfinanzierung des Restaurants mit Gewinnen anderer Bereiche der Tourismusgesellschaft ist verboten. Neue Fachkräfte zu gewinnen sei schon aufgrund der Wohnraumsituation schwierig.

Notfallplan nach Foto-Festival

Nach dem Umwelt-Fotofestival wurde der Notfallplan eingeführt. „Das entsprach nicht der Erwartung unserer Gäste“, begründet Krüger seinen Antrag. Konnte im August mit einer Notbesatzung der Küche noch ein bestimmter Kundenkreis bedient werden, war das nun nicht mehr möglich. Zudem, so Krüger, bedürften das Kurhausrestaurant mit angeschlossener Terrasse und Freilichtbühne einer Reinvestition. Unter den gegenwärtigen Voraussetzungen seinen die geforderten Aufgaben nicht zu leisten.

Richter Timo

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