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Ribnitz-Damgarten Plädoyer für die Heimat
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Plädoyer für die Heimat
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00:00 13.03.2013
Die Bürgermeisterkandidatin Claudia Haiplick (39) spielt mit ihren Kindern Caren (9) und Marten (5) ein Gesellschaftsspiel. Quelle: Anika Hoepken
Ribnitz-Damgarten

Die Bernsteinstadt spielt in Claudia Haiplicks Leben eine wichtige Rolle. „Ich habe meinen Mann hier kennengelernt, meine Kinder wurden hier geboren. Mein Sohn Marten war einer der letzten Babys, die noch in Ribnitz zur Welt kamen“, sagt die 39-Jährige. Kurze Zeit später sei die gynäkologische Abteilung der Bodden-Kliniken geschlossen worden.

Für die SPD-Kandidatin hat Ribnitz-Damgarten genau die richtige Größe. „Die Stadt ist so klein, dass man viele Leute trifft, die man kennt. Es ist nicht so anonym, wie in einer Großstadt“, erklärt die Bürgermeisterkandidatin. Die Stadt sei aber noch groß genug, dass man eine gute Infrastruktur habe. Ein Leben auf dem Land könne sie sich nicht vorstellen. Auch die Nähe zur Ostsee sei ein Pluspunkt. „Im Sommer fahren wir mit den Kindern oft an den Strand nach Dierhagen- Ost“, sagt die zweifache Mutter. Ihre Kinder Marten (5) und Caren (9) würden viel Zeit draußen verbringen.

Bevor Claudia Haiplick sich allerdings klar für ihre Heimatstadt entschied, ging sie nach dem Abitur erst einmal für ein Jahr als Au-Pair nach Amerika. „Ich habe die Zeit gebraucht, um zu schauen, was ich will. Das Jahr in Amerika hat mich erwachsen gemacht“, betont die Ribnitz-Damgartenerin heute. Der Blick von außen habe vieles relativiert. „Ich bin mit der Erkenntnis zurückgekommen, dass wir in einer wunderschönen Gegend wohnen und dass ich auf jeden Fall dort leben möchte. Ganz abgesehen von den Schwierigkeiten, die es nach der Wende gab. Hier ist meine Heimat, hier sind meine Wurzeln.“ Im Gegensatz zu ihr seien viele ihrer ehemaligen Mitschüler in die alten Bundesländer gegangen.

Um in ihrer Heimat bleiben zu können, musste sie allerdings zunächst ihren eigentlichen Berufswunsch aufgeben. „Ich wollte Journalismus studieren. Das wäre allerdings nur in Leipzig möglich gewesen.

Für mich kam aber nur die Universität Rostock in Frage“, berichtet Haiplick. Also entschied sie sich für ein Jura-Studium, machte 1999 ihr 1. Staatsexamen. „Danach wollte ich erst einmal Geld verdienen“, sagt die 39-Jährige. Das brachte sie zu ihrem früheren Berufswunsch zurück — sie arbeite als Freie Journalistin. Im Dezember 2001 ging sie ins Referendariat und machte 2004 — unterbrochen von der Geburt ihrer Tochter Caren — ihr 2. Staatsexamen. „Nach dem Jurastudium hat man ein unglaubliches Fachwissen. Ich kann viele Dinge besser einschätzen“, glaubt die Ribnitzerin. Sie gründet eine eigene Kanzlei und arbeitet seit 2005 als Anwältin. „Das Schreiben hat mich aber nie losgelassen. Ich habe deshalb beides parallel gemacht“, sagt sie.

Schon bei der Bürgermeisterwahl 2007 in Barth habe sie mit einer Freundin überlegt, wie es wäre, als Kandidatin anzutreten. „Damals war ich schwanger. Die Zeit war noch nicht reif.“ Politisch interessiert sei sie allerdings schon lange gewesen: „Mir reicht es aber nicht mehr, nur darüber zu schreiben. Ich will aktiv etwas in der Stadt verändern. Deshalb habe ich auch den Schritt nach vorne gewagt.“

Ihr Mann Titus (43), der als Reederei-Inspektor arbeitet, habe von Anfang hinter ihr gestanden. „Ohne seine große Unterstützung und Hilfe wäre das auch gar nicht möglich. Er hat viel Spaß dabei.

Klebt mit Freude Plakate und kümmert sich um die Logistik.“ Auch ihre Eltern seien eine große Hilfe. Schließlich sei die Zeit des Wahlkampfes sehr stressig. „Ich habe viel über mich selber gelernt.

Ich wusste zwar, dass ich belastbar bin, aber dass ich so belastbar bin, hätte ich nicht gedacht“, berichtet Claudia Haiplick. Schließlich habe sie sich ja erst einmal bekannt machen müssen, sei mit vielen Leuten ins Gespräch gekommen. Die 39-Jährige tritt als freie Kandidatin für die SPD an. „Sie waren auf der Suche nach jemanden, der einen völlig neuen und unverbauten Blick hat“, erklärt sie.

Ihre Freizeit verbringt Claudia Haiplick am liebsten mit ihren Kindern und ihrem Mann Titus. „Wir unternehmen am Wochenende sehr viel. Uns ist es wichtig, dass die Kinder die Region kennenlernen. Wir fahren mit ihnen nach Stralsund oder Rostock. Sie sollen ein Gefühl bekommen, wo sie leben und sollen Entfernungen einschätzen können.“ Im Urlaub sei es ihr allerdings wichtig, auch einmal raus zu kommen. „Ich möchte andere Leute und unterschiedliche Lebensweisen kennenlernen. Auch das ist entscheidend für die Kinder. Mein Mann und ich haben eine große Affinität für den angelsächsischen Raum.

Wir sind aber keine Pauschalurlauber. Wir wollen diese Zeit lieber selbst gestalten.“ Die Kirche gehört zum Leben von Claudia Haiplik dazu. „Ich bin im Kirchgemeinderat. Schon mein Großvater war dort aktiv. Meine Kinder sind beide mit Pastorenkindern befreundet. Ich finde es gut, dass sie in diesen Familien einen anderen Blick auf das Leben bekommen.“ Die Religion und das Christentum würden ihnen dort näher gebracht.

Ribnitz-

Damgarten wählt

am 24. März

Sieben

Kandidaten

stellen sich in der

Stadt zur Wahl

Alle Kandidaten im Porträt

7 Kandidaten treten bei der Bürgermeisterwahl in Ribnitz- Damgarten am 24. März an, das sind: Wenke Brüdgam-Pick (Die Linke), Helge Eggersmann (Grüne), Claudia Haiplick (parteilos für die SPD), Frank Ilchmann (parteilos), Torsten Meier (parteilos), Kathrin Meyer (CDU) und Jan Silligmann (parteilos).

Die OSTSEE-ZEITUNG stellt alle Kandidaten vor. Außerdem äußern sich die Bewerber am 19. März um 18.30 Uhr beim OZ-Wahlforum im Stadtkulturhaus zu städtischen Themen.

Anika Hoepken

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