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Dicke Luft in Klockenhagen

Klockenhagen Dicke Luft in Klockenhagen

Der Schweinegestank nervt viele Bewohner des Ribnitz-Damgartener Ortsteils. Sie fordern schnelle Abhilfe.

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Die Geruchsbelästigung, die vom Stall ausgeht, wollen Uwe Kowalski und weitere Betroffene nicht mehr hinnehmen.

Quelle: Edwin Sternkiker

Klockenhagen. Viele Klockenhäger haben die Nase gestrichen voll. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Dafür sorgt der Schweinestall der Gut Klockenhagen GmbH & Co. KG in der Ortslage. Von dem Stall geht ein aus Sicht der Bürger unerträglicher Gestank aus, besonders schlimm kommt es, wenn Ostwind herrscht.

In der Sitzung des Ortsbeirates am Mittwochabend, die von über 30 Bürgern besucht wurde, machten einige Betroffene ihrem Ärger Luft. Unter anderem Dirk Triphan, Inhaber des Landhotels „Zum Honigdieb“: „Früher roch es ein oder zwei Mal im Monat stark. Seit etwa vier Monaten stinkt es aber fast täglich, und zwar so, als ob man die Tür zu einem Schweinestall aufmachen würde.“

Wie kann das sein, dass es jetzt täglich stinkt, fragte er. Ralf Schneider vom Gut Klockenhagen sagte, dass er diese Frage nicht beantworten könne.

Dirk Triphan: „Wir sind anerkannter Erholungsort. Die Leute die uns besuchen, fragen bereits, was ist hier eigentlich los ist.“ Ein Gast habe bereits im Internetportal über den Gestank geschrieben.

„Klar, es geht auf dem Gut Klockenhagen um Arbeitsplätze. Aber um die geht es auch in anderen Unternehmen, wir sind auf Gäste angewiesen. Es besteht dringender Handlungsbedarf seitens des Gutes, und zwar sofort.“ Uwe Kowalski unterstrich diesen Satz ganz dick. Er und seine Familie wohnen nur etwa 100 Meter vom Stall entfernt. Wenn bei Ostwind Wäsche aufgehängt wird und man die nach dem Trocknen ins Haus hole, stinke es, schildert er die Situation. Fenster aufmachen bei Ostwind sei nicht möglich. Die Situation sei auch deshalb unerträglich, weil seine Frau Tageskinder im Haus betreue.„Das Maß ist voll. Wir verlangen, dass was passiert. Und zwar nicht in einigen Jahren und nicht in einem Jahr, sondern sofort.“ Uwe Kowalski stellt klar: Niemand habe was dagegen, dass im Ort Landwirtschaft betrieben werde. Aber wenn es nun mal den Stall im Ort gebe, dann müsse der auch so bewirtschaftet werden und technisch umgerüstet werden, dass es eben nicht mehr zu solchen massiven Geruchsbelästigungen kommt. Man habe lange genug gewartet. Auch deshalb, weil es ja durchaus mal Licht am Ende des Tunnels gegeben habe im Zusammenhang mit Bauplänen des Betriebes. Zur Erinnerung:

Die Pläne sahen eine Erweiterung der Hauptanlage im Gewerbegebiet vor. Damit sollte dann die Voraussetzung geschaffen werden, den Stall in der Ortslage Klockenhagen leer zu ziehen. Das Projekt wurde dem Ortsbeirat im Februar 2011 vorgestellt. Das sei ein wichtiger Gesichtspunkt, warum der Hauptausschuss Ribnitz-Damgarten diesem Vorhaben zugestimmt habe, sagte damals Jan Moldenhauer vom Stadtbauamt.

Die Erweiterung der Hauptanlage und die Schließung des Stalls in der Ortslage — das sei ein „Kompromiss, der tragbar ist“, so machte Ortsbeiratsmitglied Reinhardt Röwer in der Sitzung im Februar 2011 deutlich. Aus diesen Bauplänen ist allerdings bisher nichts geworden.

Uwe Kowalski und andere Betroffene fordern, dass sich Stadtvertreter, Mitarbeiter der Verwaltung und Bürgermeister Frank Ilchmann mit Vertretern von Gut Klockenhagen an einen Tisch setzen, um eine Lösung zu finden.

Torsten Labuzinski, der als sachkundiger Bürger im Ausschuss mitarbeitet: „Ich hoffe, dass eine Einigung gefunden wird. Ansonsten kann das Schild Erholungsort tatsächlich abgeschraubt werden.“

Immerhin: Ralf Schneider ist bereits an die Stadt herangetreten und habe „die Bereitschaft erklärt, das Problem aktiv zu lösen“, sagte Guido Keil vom Stadtbauamt in der Sitzung des Ortsbeirates.

Schneider betonte, dass eine Lösung des Geruchsproblems „auch in unserem Sinne ist. Denn wir möchten ein akzeptierter Betrieb sein. Ich hoffe, dass die Situation im Sommer 2014 eine andere ist.“

Früher roch es ein oder zwei Mal im Monat stark. Seit etwa vier Monaten stinkt es aber fast täglich.“Dirk Triphan,

Landhotel „Honigdieb“

 

Edwin Sternkiker

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