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Schon 40 Stellen abgespeckt

Stralsund Schon 40 Stellen abgespeckt

Verwaltung muss dieses Jahr 1,4 Millionen Euro sparen. Wir haben Menschen im Kreis nach ihrem Fazit zur Reform gefragt und mit Landrat Ralf Drescher gesprochen.

Stralsund. Vorpommern-Rügen hat Geburtstag. Am 4. September ist es zwei Jahre her, dass die Landkreise Rügen und Nordvorpommern mit der Hansestadt Stralsund zu einem Großkreis verschmolzen wurden. Zu Vorpommern-Rügen. Als Kreis-Kürzel steht VR inzwischen auf vielen Autokennzeichen. Vorzugsweise auf dem Festland.

Ansonsten wächst Vorpommern-Rügen noch immer zusammen. Vielleicht ist das nach zwei Jahren auch normal. Denn die vom Gesetzgeber verordnete Kreisreform hat drei sehr unterschiedliche Territorien vereinigt: Die Touristenhochburg Rügen, in der die Arbeitslosenquote aktuell saisonbedingt mit 8,4 Prozent im einstelligen Bereich liegt. Die Hansestadt Stralsund, Weltkulturerbe. Und das dünn besiedelte und ländlich geprägte Nordvorpommern. Landrat Ralf Drescher fasst die zwei Jahre so zusammen: Grundlegende Aufgaben erledigt. Eine Struktur aufgebaut. Das Fundament geschaffen. Der 57-Jährige ist insgesamt zufrieden mit der Entwicklung. Auch, weil das Umstrukturieren der Verwaltung, wie er sagt, „eine Menge Holz war“. Neben der Kernverwaltung betraf das unter anderem auch Kreiseinrichtungen wie die Volkshochschulen und den Eigenbetrieb Abfallwirtschaft. In der Phase vor der Reform habe er geglaubt, dass manches schneller gehe, sagt Ralf Drescher: „Wir brauchen Zuversicht, müssen weiter fleißig sein. Aber auch Geduld haben“, fügt er hinzu.

Vieles bei der Reform hat mit Geld zu tun. Die Umstrukturierung hat Geld gekostet. Die Übernahme von Liegenschaften der Hansestadt Stralsund gab‘s auch nicht kostenlos. Und die aktuellen Auflagen der Landesregierung zum Kreishaushalt 2013 machen die Situation nicht besser. Rund 1,4 Millionen Euro soll der Kreis sparen, so die Forderung vom Innenministerium. Montag ist das Thema auf der Kreistagssitzung in Stralsund.

Apropos Kreistag. Montag gibt‘s die 14. Sitzung nach der Reform. Bisher hat das Gremium 244 Entscheidungen gefällt. Nicht nur, was die Struktur der Verwaltung angeht. Auch die Zukunft des Nahverkehrs ist ein Thema. In den nächsten Jahren folgen weitere Themen mit Tragweite. Die Schulentwicklungsplanung steht an. Standorte stehen auf dem Prüfstand. Als erstes geht‘s um die Beruflichen Schulen. Und um die kennenzulernen, hat sich der Bildungsausschuss des Kreistages ins eigene Pflichtenheft geschrieben, alle Standorte zu besichtigen.

Bei aller Konzentration der Verwaltung in Stralsund wird es weiter Außenstandorte geben. In Bergen auf Rügen, in Ribnitz-Damgarten, in Grimmen. Mit Bürgerbüros als Anlaufstellen. Auch das ist Montag Thema im Kreistag.

Größtes Problem, schätzt der Landrat ein, ist die Haushaltskonsolidierung. Sprich die Entwicklung der Finanzen. Bei allem Willen zum Sparen sieht Ralf Drescher es als unerlässlich an, dass die Landesregierung, wenn sie Aufgaben an den Kreis übertrage, dann auch die entsprechenden Gelder bereit stelle.

Gespart wird beim Kreis in den nächsten Jahren am Personal. Durch Altersteilzeit und „normale Fluktuation“. 1400 Mitarbeiter gibt es beim Kreis, das Kommunale Jobcenter eingeschlossen. 40 Stellen sind bereits weggefallen, weitere 80 sollen in den nächsten Jahren eingespart werden.

 

Peter Schlag

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