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Wustrows Bürgermeister hört auf

Wustrow Wustrows Bürgermeister hört auf

Seit 1979 engagiert sich Wolfgang Permien in der Gemeinde. Nicht alles, was er erreichen wollte, hat er geschafft.

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Wustrows Bürgermeister Wolfgang Permien hält in seiner Hand ein Foto der „Wolfen“ auf der er zehn Jahre Kapitän war.

Quelle: Elisabeth Woldt

Wustrow. Zehn Jahre lang war er Bürgermeister in Wustrow, seit 1979 hat er sich in der Gemeinde engagiert — jetzt will Wolfgang Permien (Linke) die Kommunalpolitik an den Nagel hängen. „Ich werde im November 75 Jahre“, sagt der gebürtige Wustrower. „Ich bin der Meinung, dass es an der Zeit ist, aufzuhören.“

Wehmut lässt er nicht zu, wenngleich man spürt, dass es dem langjährigen Seemann zu schaffen macht, dass er während seiner Amtszeit keine Lösung mehr für das Gebäude der ehemaligen Seefahrtschule erzielen konnte. Er selbst wurde dort ausgebildet. Arbeitete dann ab 1979 in der Einrichtung als wissenschaftlicher Sekretär. Nun ist das Gebäude eine Ruine, auch wenn die Gemeinde in den letzten Jahren insgesamt 750 000 Euro in den Erhalt investiert hat. „Das schmerzt natürlich“, sagt Permien. Doch er habe aufgehört, sich darüber zu ärgern.

Der Linkspolitiker hoffe einfach, dass die neuen Pläne für Wohnungen, ein Hotel sowie ein Gesundheits- und Präventionszentrum Realität werden können. Vielleicht könne ja sogar das alte Planetarium wieder in den Turm der Seefahrtschule eingebaut werden, an das er viele schöne Erinnerungen hat. „Die Technik ist eingelagert“, erzählt Permien. Die Schwierigkeit sei es, Leute zu engagieren, die das noch einbauen können. Doch das sei alles Sache seiner Nachfolger.

Auch dass er den Weggang der Schule aus dem Ort nicht verhindern konnte, scheint noch immer an ihm zu nagen. Doch er möchte sich lieber auf Kommendes konzentrieren: „Meine Frau und ich haben uns vorgenommen, nach und nach die Herrensitze nördlich von Berlin und südlich der B 105 zu besuchen“, sagt der ehemalige Schiffskapitän, der auch im Alter das Reisen noch lange nicht aufgeben will.

Dafür sei nach der Wahl endlich wieder mehr Zeit.

Auf vieles, was er zusammen mit Vorgängern und Kollegen erreichen konnte, blickt er auch mit Stolz zurück. Die vielen Häuser und Straßen, die die Gemeinde mit Hilfe von Mitteln aus der Städtebauförderung sanieren konnte, der Neubau der Kita, das Fischlandhaus, die Ansiedlung der Reha-Klinik und dass Wustrow trotz allem nicht so zugebaut ist, wie manch andere Gemeinde der Region.

Auch dass ein Durchstich bei Wustrow bisher verhindert werden konnte, ist Permien wichtig. Sein Heimatort liegt ihm am Herzen — daran besteht kein Zweifel. Deswegen wollte er sich vor zehn Jahren auch nicht aus der Verantwortung stehlen, als er gefragt wurde, ob er als Bürgermeister antreten wolle.

Dennoch sei es rückblickend weniger die Kommunalpolitik als die Seefahrt gewesen, die sein Leben geprägt hat, sagt er heute. In seinem Haus hängen wie als Beweis Gemälde und Fotos von Schiffen an den Wänden, auf denen er selbst und seine Vorfahren gefahren sind. Mit Begeisterung erzählt er von Geschichten, die er auf See und mit seinen Studenten erlebt hat. Mit der Episode Kommunalpolitik scheint er bereits abgeschlossen zu haben. „Meinen Nachfolger werde ich natürlich noch einarbeiten“, sagt er. Doch dann sei Schluss. „Dann möchte ich nur noch das machen, was ich mag.“

Seefahrt hat ihn geprägt
Wolfgang Permien wurden 1939 in Wustrow geboren. Er fuhr zwölf Jahre als Kapitän zur See, lehrte dann später an der Wustrower Seefahrtschule, an der Hochschule in Warnemünde und nach der Wende auf Zypern.



Seit 1979 engagierte er sich in der Gemeindepolitik des Ostseebades. Seit 2004 ist er Bürgermeister.



Seit 51 Jahren ist Wolfgang Permien verheiratet. Er hat zwei Kinder, vier Enkelkinder und einen Urenkel.

 



Elisabeth Woldt

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Wustrow
Wolfgang Permien (74, Linke), Bürgermeister von Wustrow. In seiner Hand: Ein Foto der „Wolfen “ auf der er zehn Jahre Kapitän war.

Seit 1979 hat sich Wolfgang Permien in Wusntrow engagiert. Nun hört der 74-Jährige auf - auch wenn er nicht alles geschafft hat, was er erreichen wollte.

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