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Schlemmin Prima Klima für Geschäfte

Unternehmer schwatzten auf der Schlossterrasse in Schlemmin über die Großwetterlage. Guter Nachwuchs wird Mangelware.

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Während der siebten Auflage des Unternehmertreffs plauderten die Gäste unter anderem über den Lehrlingsmangel.

Quelle: Susanne Retzlaff

Schlemmin. Zum siebten Mal hatte das Amt Ribnitz-Damgarten seine Unternehmer eingeladen, 250 Karten verschickt und mehr als 150 Zusagen erhalten, freuten sich Schlemmins Bürgermeisterin Christel Kranz und Ribnitz-Damgartens Bürgermeister Frank Ilchmann, die die Gäste zum Schwätzchen auf der Schlossterrasse begrüßten.

Es geht allen gold, scheint es, ein ganzes Wildschwein sowie diverse Steaks und Schnitzel brutzelten bereits auf dem Grill, der Buffet-Tisch bog sich unter den leckeren Beilagen, genau begutachtet von Marion Brandenburg, gastronomische Leiterin des „Ribnitzer Fischhafens“.

Es gibt im Ribnitz-Damgartener Amtsgebiet wohl 500 Unternehmer, vielleicht auch 1000, wenn man die Ein-Mann-Betriebe mitrechnet, schätzen Kranz und Ilchmann, ein breites Spektrum sei vertreten, Handwerk, Handel, produzierendes Gewerbe, Bau- und Gastgewerbe, Landwirtschaft und Krankenhaus.

Ziemlich aktiv sind beispielsweise die Architekten Klaas Remmel und Lars Jantsch, mit vier weiteren Fachleuten bei der INVO Bauplanung GmbH angestellt. Das Unternehmen aus Ribnitz-Damgarten ist jedes Mal beim Treff vertreten. „Sehen und gesehen werden“ ist das Motto, Remmel und Jantsch wollen persönliche Kontakte im angenehmen Gesprächsklima pflegen. Das Geschäft läuft gut, sagen sie, die Auftragsbücher sind gefüllt, doch das Auftragsvolumen entspräche nicht unbedingt dem Einnahmevolumen. Das läge nicht daran, dass es zu viele Architekten gebe, sondern Probleme mit der Honorarordnung, die oft unterlaufen werde. Pläne zu erstellen sei eine geistige Leistung, die bezahlt werden müsse, besonders im Osten aber würde die Planung nur als Akquise bewertet und oft nicht honoriert. Dabei mache die Architektenleistung ohnehin nur einen geringen Anteil der gesamten Baukosten aus, obwohl gleichzeitig immer mehr Risiko und Verantwortung auf die Planer abgewälzt werde.

Zu den größeren Unternehmen im Amt mit 50 bis 60 Mitarbeitern gehört die Reinigung und Wäscherei Reiner. Seit mehr als 15 Jahren führt Familie Puhlmann den mittelständischen Betrieb. Ina Puhlmann mag den ungezwungenen Austausch in angenehmer Atmosphäre, den sie gerade mit Energieberater Roland Vagt (Ribnitz-Damgarten) pflegt. Beide bestätigen das gute Geschäftsklima, teilen derzeit aber auch eine gleiche Sorge: Nachwuchsmangel. Vagt sucht Lehrlinge, die rechnen können. Doch diejenigen, die rechnen können, bleiben kaum für kleines Geld in der Region, wenn sie anderswo eine besser bezahlte Ausbildung machen können. Das Lohnniveau hier sei sehr niedrig, stellt Vagt fest.

Auch Ina Puhlmann sucht Lehrlinge, die müssen vor allem zupacken können. Aber einfache Arbeit habe ein schlechtes Image, es mangele an Wertschätzung, die nur noch in Geld ausgedrückt werde. Einen besseren Umgang der Menschen miteinander und Besinnung auf andere Werte wünsche sie sich.

Zum ersten Mal beim Unternehmertreff ist Jutta Gutmann. Seit 17 Jahren betreibt sie ein Handarbeitsgeschäft in der Bernsteinstadt. Zwei ihrer Wünsche an die Politik lauten „Haus des Gastes“ und „Marina“.

 

 

Susanne Retzlaff

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