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Ribnitz-Damgarten Rettungskreuzer kehrt lautstark in Nothafen Darßer Ort zurück
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Rettungskreuzer kehrt lautstark in Nothafen Darßer Ort zurück
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00:00 18.07.2013
Der Abstecher zum Zingster Strand sorgte dafür, dass die Rückkehr der „Theo Fischer“ in den Nothafen gestern nicht unbemerkt blieb. Quelle: Timo Richter
Zingst

Der Rettungskreuzer „Theo Fischer“ liegt wieder im Nothafen Darßer Ort. Pünktlich um 13 Uhr hatte die Mannschaft der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) den Ausweichhafen Barhöft gestern verlassen. Als sich die 23,1 Meter lange „Theo Fischer“ in schneller Fahrt der Zingster Seebrücke nähert, wandern die Blicke der Urlauber weg von der Tauchgondel hin zu dem Seenotrettungskreuzer.

Laute Signale tun ihr Übriges, so dass die Rückkehr der „Theo Fischer“ an ihren ursprünglichen Liegeplatz im Nothafen Darßer Ort bei den tausenden Strandgästen nicht unbemerkt bleibt. Ein kleiner Junge auf dem Seebrückenkopf vermutet einen Einsatz, als Vormann Lutz Griesberg (61) offenbar den Zingster Strand ansteuert. Ein ähnliches Schauspiel findet vor der Seebrücke in Prerow statt.

Wenig später macht die „Theo Fischer“ im Nothafen Darßer Ort fest. Das geschieht mit einem lachenden und einem weinenden Auge, gesteht Lutz Griesberg freimütig. Das Wichtigste sei, dass das Schiff endlich wieder im vornehmlichen Einsatzgebiet, nahe der Kadet-Rinne — dabei handelt es sich um die vielbefahrene Engstelle nordwestlich des Darß — stationiert sei.

Die vielen Umzüge zu neuen Liegeplätzen zehren an den Nerven der Seenotretter. Inständig hofft Lutz Griesberg nun auf die Versprechen der Landesregierung, wonach eine erneut versandete Zufahrt auch künftig wieder ausgebaggert wird. Bei regelmäßigen Baggerungen bräuchte nur ein Abschnitt von vielleicht 70 Metern freigemacht zu werden. Während der jüngsten Baggerung waren es mehr als 250

Meter, die ausgebaggert werden mussten.

Eine Absage erteilt Lutz Griesberg Überlegungen, die „Theo Fischer“ mittels einer Minimalvariante hinter einem Steinwall zu stationieren. „Wer sich so etwas ausdenkt, hat von Seefahrt keine Ahnung.“

Nicht nur, dass der Kreuzer schon bei geringen Windstärken auf dem Wasser tanzen würde, Havaristen müssten langwierig nach Warnemünde oder Barhöft geschleppt werden. Betroffene würden nach so einer Stunden dauernden Aktion sicher nie wieder ein Boot besteigen.

Etwa zu 35 Einsätzen im Jahr haben die Seenotretter in der Vergangenheit den Nothafen verlassen. Knapp dreimal so viele Einsätze waren von Barhöft aus zu leisten. Meist handelte es sich um leichte Probleme, wenn sich ein Sportskipper außerhalb des Hiddensee-Fahrwassers festgefahren hatte und ohne fremde Hilfe nicht mehr frei kam. Zu solchen Einsätzen wäre die „Theo Fischer“ vom Darß aus nie gestartet, was die hohe Einsatzzahl von Barhöft aus wieder relativiert.

Mit einem weinenden Auge denkt Lutz Griesberg an die herzliche Aufnahme in den Ausweichhäfen zurück. Egal ob Barhöft, Großenbrode oder Laboe — überall hätten sie sich mehr willkommen gefühlt als im Nothafen, wo sich die Seenotretter seitens der Prerower Gemeindevertretung ein wenig links liegen gelassen fühlen — wohlwissend, dass sich der Nothafen auf Borner Gebiet befindet.

Starker Motor treibt „Theo Fischer“ an

35Einsätze fahren die Seenotretter im Schnitt pro Jahr vom Nothafen Darßer Ort aus. Von Barhöft startete die „Theo Fischer“ zu gut 80 Einsätzen, darunter befanden sich viele Hilfeleistungen, etwa das Freischleppen festsitzender Boote.

2700PS leistet der Motor der „Theo Fischer. Der Seenotrettungskreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger ist 23,1 Meter lang und wird von zwei Propellern angetrieben.

Timo Richter

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