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Ribnitz-Damgarten Erstmals belastbare Zahlen zur Kurabgabe
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Erstmals belastbare Zahlen zur Kurabgabe
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11:00 26.10.2018
Blick auf Ribnitz-Damgarten. Seit Januar 2018 wird in der Bernsteinstadt die Kurabgabe erhoben. Quelle: Ernst F. Fischer
Ribnitz-Damgarten

Mit großer Spannung verfolgten die Ribnitz-Damgartener Stadtvertreter in ihrer jüngsten Sitzung die Ausführungen von Silke Kunz. Die Tourismusmanagerin der Bernsteinstadt legte hier erstmals Zahlen zur Kurabgabe vor, die im Januar dieses Jahres eingeführt worden war. Und so sehen die Ergebnisse für die erste Saison aus: Bis zum 30. September wurden 57 343 Übernachtungen registriert. In der Kalkulation wurden 86 000 Übernachtungen angepeilt. Die Einnahmen aus der Kurabgabe liegen bei knapp 60 000 Euro. Anvisiert waren 100 000 Euro.

Um die Einnahmen zu erhöhen, stellte Silke Kunz Reserven vor, die es aus ihrer Sicht noch gibt. Dazu gehört u.a. die Ausdehnung des Erhebungsgebietes durch die Anerkennung weiterer Ortsteile als Erholungsort. Hintergrund: Erst wenn ein Ort die entsprechende Zertifizierung hat, dürfen hier Kurabgabe und Fremdenverkehrsabgabe erhoben werden. Derzeit beschränkt sich die Anerkennung als Erholungsort auf die Stadtteile Ribnitz und Damgarten sowie auf die Ortsteile Hirschburg, Klockenhagen, Körkwitz, Langendamm, Neuheide und Neuhof. Um nun auch für die Ortsteile Altheide, Beiershagen, Borg, Dechowshof, Freudenberg, Klein-Müritz, Petersdorf, Pütnitz, Tempel und Wilmshagen die Anerkennung als Erholungsort zu bekommen, haben die Stadtvertreter beschlossen, einen entsprechenden Antrag zu stellen.

Kassierung bei Kleingärtnern soll geprüft werden

Geprüft werden soll weiterhin, ob auch Kleingarteninhaber in Wochenendhausgebieten, deren Laube nach Bundeskleingartengesetz eine dauerhafte Nutzung zulässt, herangezogen werden sollten. Erste Erhebungen hatten gezeigt, dass es 155 auswärtige Inhaber solcher Gärten im derzeitigen Erhebungsgebiet gibt. In allen Ortsteilen sind es 415. Stadtvertreter Tino Leipold (Die Unabhängigen) unterstützte diesen Vorschlag. Wie man dieses Potenzial ausschöpfen könne, wisse er zwar nicht, „aber da müssen wir ran“.

Weitere Reserven sieht die Tourismusmanagerin auch bei der Kurabgabe von Übernachtungsgästen. So sei es denkbar, die Preisgestaltung der Parktickets für Caravans auf dem Stellplatz Gänsewiese zu ändern und hier ausschließlich Kombitickets (Parktickets zuzüglich Kurabgabe) anzubieten. Außerdem könnten Wasserwanderer und Segler, die im Hafen übernachten, einbezogen werden.

Erstaufwand ist geleistet

Silke Kunz ging in ihrem Bericht vor den Stadtvertretern auch auf das Thema der persönlichen Kontrollen bei der Tageskurkarte ein. Fakt ist: Der Verkauf der Tageskurkarte läuft nicht gut, die Freiwilligkeit beim Erwerb der Tageskurkarte hat sich nicht bewährt. Die Tourismusmanagerin empfiehlt dennoch, sich nicht verstärkt in diesem Bereich zu engagieren, denn „der Aufwand und Nutzen stehen in keinem gesunden Verhältnis“. Außerdem würden dadurch auch Bewohner der Region benachteiligt werden. Von Kontrollen hält auch Stadtvertreter Thomas Huth (Die Unabhängigen) nichts. „Ich möchte als Bürger bei einem Strandbesuch nicht von einem Strandvogt kontrolliert werden.“ Stadtvertreter Eckhart Kreitlow (Die Linke) plädierte dafür, die Tageskurkarte völlig abzuschaffen. „Wir verschrecken damit nur die Gäste“.

Silke Kunz erhielt von mehreren Seiten Lob für ihren Vortrag, so unter anderem von Holger Schmidt (CDU/FDP-Fraktion). „Zum ersten Mal erhalten wir in diesem Umfang belastbare Zahlen“, hob er hervor. Auch Rita Falkert (Bürgerbündnis) war zufrieden, wie die Zahlen präsentiert wurde, verhehlte aber nicht, dass sie Bauchschmerzen habe. „Mein Bauchgefühl sagt, es ist ein Minusgeschäft.“ Silke Kunz: „Was das Jahr 2018 angeht, gebe ich Ihnen Recht.“ Für das Jahr 2019 hoffe sie, dass es besser laufen werde, denn der Erstaufwand bei der Einführung der Kurabgabe sei geleistet, vieles werde in Zukunft routinierter laufen, machte Silke Kunz deutlich. Außerdem steige die Akzeptanz bei den Gästen und Vermietern mit der Attraktivität der Vorteile, die mit der Kurkarte verbunden seien.

Acht Ortsteile sind zertifiziert

Laut Kommunalabgabengesetz Mecklenburg-Vorpommern können alle Gemeinden und Gemeindeteile, die als Kur- oder Erholungsorte anerkannt sind, für die Herstellung, Erneuerung und Verbesserung der zu Kur- und Erholungszwecken bereitgestellten öffentlichen Einrichtungen eine Kurabgabe erheben.

In der Bernsteinstadt gibt es derzeit acht als Erholungsort zertifizierte Ortsteile, das sind die Stadtteile Ribnitz und Damgarten sowie die Ortsteile Hirschburg, Klockenhagen, Körkwitz, Langendamm, Neuheide und Neuhof.

Edwin Sternkiker

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