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Ribnitz-Damgarten Ribnitz-Damgarten wird zur Stadt der Hände
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Ribnitz-Damgarten wird zur Stadt der Hände
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17:54 26.10.2017
Rolf Reuter aus dem Wohlfühlhaus arbeitet ehrgeizig an dem Projekte „Stadt der Hände“. Quelle: Carolin Riemer
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Ribnitz-Damgarten

Ribnitz-Damgarten (Landkreis Vorpommern-Rügen) die Stadt der Hände: Im Mai hatte Rolf Reuter aus dem Wohlfühlhaus in Ribnitz eine Idee (die OZ berichtete). Möglichst viele Einheimische sollten Bilder ihrer Hände fotografieren, malen oder in Gips pressen und im Wohlfühlhaus abgeben. Sie alle sollen Teil einer großen Ausstellung werden und den symbolischen Handschlag zwischen dem pommerschen Damgarten und dem mecklenburgischen Ribnitz demonstrieren.

Fotos, Bilder oder andere Hand-Kunstwerke können montags bis freitags zwischen 9.30 und 14 Uhr im Wohlfühlhaus abgegeben werden. Zusendungen auch per Post. Adresse: Lange Straße 63, 18311 Ribnitz-Damgarten.Am 21. November um 16 Uhr sind alle Interessierten zur Vorstellung des Projekts ins Wohlfühlhaus eingeladen.

150 Hand-Werke reichen noch nicht

Mittlerweile sind nach dem OZ-Artikel etwa 150 Hand-Werke bei Reuter eingetroffen. Viele Ribnitz-Damgartener schickten kreative Fotos: Eine alte Frau hält ein Kalenderblatt, ein Schmied hält sein Eisen, eine Babyhand umklammert den Finger ihrer Mutter, eine Ziege schmiegt sich an die streichelnde Hand. Liebevoll sind auch die gemalten Bilder und die in Gips gepressten Abdrücke. Der Malkurs der Volkshochschule, Hobbyfotografen jeglichen Alters und vereinzelte Künstler beteiligten sich schon fleißig an dem Projekt. Aber Rolf Reuter ist noch nicht zufrieden. Er wünscht sich mehr Beteiligung an dem Kunstprojekt, das aus Ribnitz-Damgarten die Stadt der Hände machen soll. Schließlich sollen die Bilder dauerhaft, an möglichst vielen verschiedenen Orten der Stadt ausgestellt werden. „Bis 2019 möchte ich diesen verrückten Plan realisiert haben“, hat er sich vorgenommen. Sein ehrgeiziges Ziel: Jeder Bewohner aus Ribnitz und Damgarten soll bis dahin ein Bild seiner Hände im Wohlfühlhaus abgeben, damit die Verbrüderung deutlich sichtbar wird. „Im besten Fall bleibt Ribnitz-Damgarten den Touristen dann nicht nur als Bernsteinstadt oder Tor zum Fischland im Gedächtnis, sondern auch als Stadt der Hände.“

Jeder Einwohner sollte sich beteiligen

Rolf Reuter wünscht sich auch die Beteiligung von Schulen und lud mehrere Lehrer ein, um sie über das Kunstprojekt zu informieren. Doch die Resultate lassen auf sich warten. Auch Pflegeheime und Kindergärten versuchte er bislang erfolglos ins Boot zu holen. Aber er gibt nicht auf und ist unermüdlich auf der Suche nach weiteren Handmodels. Doch die Dauerausstellung in Geschäften der Stadt, dem Bernsteinmuseum, Rathaus oder der Bibliothek ist nur eine seiner ehrgeizigen Ideen. „Ich versuche Schüler verschiedener Schulen zu motivieren, an einer Choreografie auf dem Marktplatz mitzumachen.“ In verschieden farbiger Kleidung sollen die Kinder und Jugendlichen mit ihren Körpern, die Form einer Hand nachbilden und dann langsam aufeinander zugehen. „Das soll aus der Luft fotografiert und gefilmt werden und eine Verbrüderung darstellen.“ Außerdem sucht er Mitstreiter, die sich für einen Fototermin als Menschenkette auf der Passbrücke formieren. „Das ist immerhin der Ort, an dem Mecklenburg und Vorpommern aufeinandertreffen“, erklärt Reuter. Eine Menschenkette an diesem Ort würde besonders deutlich machen, dass wir zusammen gehören. Eine Botschaft, die laut Reuter, nicht oft genug klar ausgesprochen werden kann. „Es sollen visuelle Zeichen für die Wärme und den Zusammenhalt sein.“ Die Idee hatte er während eines Besuchs beim Zahnarzt. Im Wartezimmer entdeckte Rolf Reuter ein Bild, auf dem ein Kind seine Händchen schützend um ein Vogelküken legt. Das berührte den Chef des Wohlfühlhauses – die Stadt der Hände war geboren. Die Einladungen an die Schulen und Kindergärten sind bereits vorbereitet und werden in den nächsten Wochen verschickt. „Jede Hand zählt“, sagt er hoffnungsfroh: „Wir sind schließlich eine Stadt und sollten das auch zeigen.“

Carolin Riemer

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