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Ribnitz-Damgarten Ribnitz: Nachfolge für Kinderarztpraxis gesichert
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Ribnitz: Nachfolge für Kinderarztpraxis gesichert
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17:03 29.01.2018
Das Ärztehaus in der Ulmenallee in Ribnitz. Hier hat Dr. Inge-Lore Metzenmacher ihre Praxis, die im Sommer von Armin Lau übernommen wird. Quelle: Robert Niemeyer
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Ribnitz-Damgarten

Die Nachfolge der Ribnitz-Damgartener Kinderärztin Dr. Inge-Lore Metzenmacher ist gesichert. Armin Lau, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, wird die Praxis am 1. Juli übernehmen. Derzeit sind die Eltern der Patienten Metzemachers aufgerufen, sich in der Praxis zu melden. Benötigt wird ihr Einverständnis dafür, das Lau die Patienten übernehmen darf, also auch die Daten weitergeben werden können.

Armin Lau übernimmt ab 1. Juli die Praxis von Dr. Inge-Lore Metzenmacher. Irritationen gibt es um die Besetzung der zweiten freien Praxisstelle.

Der 33-jährige Lau ist seit 2012 am Helios Hanseklinikum in Stralsund in der Kinder- und Jugendmedizin tätig, ab Februar sogar als Oberarzt. Diesen Posten gibt er für eine eigene Praxis auf. „Ich wollte schon immer in die ambulante Versorgung“, sagt Lau. Vor knapp anderthalb Jahren habe er begonnen, sich nach einer Praxisstelle umzusehen, entdeckte dabei, dass in Ribnitz eine frei wird. „Eine eigene Praxis hat den Vorteil, dass man sein eigener Herr ist. Und mein Ziel war es immer, an der Küste zu bleiben“, sagt der 33-Jährige.

Team wird übernommen

Lau ist verheiratet, lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Stralsund. Perspektivisch sei ein Umzug in die Region Ribnitz-Damgarten angedacht, auch weil seine Frau in Rostock arbeitet. Armin Lau stammt aus Kühlungsborn und hat in Rostock Medizin studiert. „Es hat sich früh herauskristallisiert, dass ich einen guten Zugang zu Kindern habe. Und in dem Bereich bekommt man auch viel von seinen Patienten zurück“, sagt Lau.

Der Vorvertrag für die Übernahme der Praxisräume von Dr. Inge-Lore Metzenmacher in der Ulmenallee 12 in Ribnitz ist bereits unterschrieben. Lau wird auch das bestehende Team Metzenmachers übernehmen. „Das hilft beim Einstieg, sie kennen ja die Gegebenheiten. Ich freue mich drauf“, sagt Armin Lau.

Gut sieht es laut Bürgermeister Frank Ilchmann auch in Sachen Besetzung der offenen zweiten Praxisstelle in der Bernsteinstadt aus. „Ich bin optimistisch, dass es klappt“, sagte Ilchmann auf Nachfrage. Die Interessentin, eine Ärztin aus Berlin, habe bereits Mitte Dezember einen Antrag auf Übernahme der Praxisstelle bei der Kassenärztlichen Vereinigung gestellt.

Antrag: Ja oder Nein?

Allerdings gibt es nun offenbar Verwirrung um diese freie Kinderarztstelle. In einem Schreiben an die Ärzteschaft Ribnitz-Damgartens vom 11. Januar, das der OZ vorliegt, heißt es von der Kassenärztlichen Vereinigung, dass es noch keinen Interessenten für die freie Praxisstelle gibt. Das sorgt für Irritationen, da bereits vor einigen Tagen potenzielle Praxisräume besichtigt worden sind, so Ilchmann. „Die Ärztin hat um 14<TH>Tage Bedenkzeit gebeten“, sagt Ilchmann, der betont, dass es nicht um die Frage geht, ob sich die Ärztin in der Bernsteinstadt niederlassen will, sondern ob sie die von der Stadt vermittelten Praxisräume nimmt oder ob andere gesucht werden. Die KV hält sich auf Nachfrage mit Äußerungen zurück. Aus Datenschutzgründen könnten keine Angaben zu Interessenten gemacht werden. Noch nicht einmal den angesprochenen Widerspruch wollte die KV auflösen, nämlich die Frage, ob es diesen Antrag überhaupt gibt. Immerhin: Die Stelle selbst scheint nicht verloren zu sein, denn eine Entscheidung steht noch aus. „Wir erwarten eine Entscheidung des Zulassungsausschusses im Verlauf des 1. Halbjahres 2018“, teilte KV-Sprecherin Kerstin Alwardt mit.

Möglich, wenngleich eher unwahrscheinlich, wäre auch eine Übernahme der Praxisstelle durch das Medizinische Versorgungszentrum in Rostock. Diese Vorgehen sieht die KV kritisch. In den vergangenen Jahren seien zahlreiche Praxissitze von Medizinischen Versorgungszentren aufgekauft worden. Die dort dann praktizierenden Ärzte sind allerdings nicht eigenverantwortlich selbstständig tätig, sondern angestellte Ärzte. Laut KV „gehen die Vielfalt und der Wettbewerb in der ambulanten Versorgung verloren.“ Zudem würden Steuerungsmöglichkeiten durch den Zulassungsausschuss unterlaufen. „Hier wäre z.B. die vorrangige Besetzung von Hausarztsitzen mit Fachärzten für Allgemeinmedizin oderauch die Berücksichtigung von Menschen mit Behinderung zu nennen, die durch den ZA im Falle des Verzichts gegen Anstellung nicht mehr vorgenommen werden können.“ Darüber könnte bei der Nachbesetzung nicht mehr Einfluss auf die fachgleiche Besetzung genommen werden. Das könne beispielsweise dazu führen, dass ein Rheumatologe auch durch einen Gastroenterologen oder Kardiologen ersetzt wird.

Robert Niemeyer

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