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Ribnitz-Damgarten Rostock wartet vergeblich auf schöneres Parkhaus
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Rostock wartet vergeblich auf schöneres Parkhaus
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00:01 27.04.2016

Es ist vielen Rostockern noch immer ein Dorn im Auge: das Parkhaus auf der Holzhalbinsel. Auch mehr als fünf Jahre nach dem Bau reißt die Kritik an der Gestaltung der Fassade nicht ab. Die schon 2011 vom Investor versprochene neue Gestaltung der Fassade mit Lamellen gab es nicht. „Nichts ist passiert. Warum?“, fragt ein Leser über den OZ-Buschfunk. Gegenwärtig sieht es nicht so aus, als ob sich etwas ändert.

„Grundsätzlich ist die Stadtverwaltung weiterhin daran interessiert, dass das Parkhaus eine angemessene Gestaltung erfährt“, teilt Rathaussprecher Ulrich Kunze mit. Das Problem: Das Aussehen des Parkhauses ist im Bebauungsplan Holzhalbinsel nicht geregelt. Heißt übersetzt, die Stadt hat keine Möglichkeit, Nachbesserungen einzufordern. „Entsprechende Maßnahmen an dieser Stelle hängen von der Bereitschaft des Investors ab“, teilt Ulrich Kunze mit.

Bauherr des „Karavelle-Quartiers“ war die niederländische Delta Group. Nach dem Aufschrei aus der Rostocker Bevölkerung sagte das Unternehmen vor vier Jahren unter anderem im Ortsbeirat Veränderungen zu. Ende 2012 verabschiedete sich Delta dann jedoch von der in der Stadt bevorzugte Verkleidung der Parkdecks durch Lamellen. Begründung: zu teuer.

Betreiber des Parkhauses ist die Parkhaus Gesellschaft Rostock, (PGR), eine Tochter des kommunalen Wohnungsunternehmens Wiro. Die PGR sei lediglich Pächter und habe mit der Fassade nichts zu tun, erläutert Wiro-Sprecher Carsten Klehn. Und Delta? Im Jahr 2013 verkaufte das Unternehmen das ganze „Karavelle-Quartier“ an die ebenfalls niederländische Immobiliengesellschaft Prime Pitch. Die erwarb den Komplex laut eigener Internetseite im Namen einer kleinen Gruppe professioneller Investoren, darunter einige wohlhabende Familien. Mehrere Anfragen an Prime Pitch zum Parkhaus blieben unbeantwortet.

Kontakt zur Stadt gab es allerdings. Anfang 2013 habe der Eigentümer — vertreten durch den vorherigen Investor — Varianten mit „bildhafter Gestaltung“ vorgelegt, berichtet das Amt für Stadtplanung.

Diese stießen in Rostock jedoch auf Ablehnung, wegen der Lage gegenüber der Altstadt.

Auch der Planungs- und Gestaltungsbeirat, ein mit externen Experten besetztes Gremium, nahm sich vor drei Jahren des Themas an. Vorgeschlagen wurde beispielsweise, einen kleinen Wettbewerb zur Fassadengestaltung mit Holz durchzuführen. Der Eigentümer hat dann laut Stadtplanung aber weiter an der Variante bildhafter Darstellungen festgehalten. Die Parteien einigten sich nicht. Das Parkhaus an einer zentralen Zufahrtsstraße in die Innenstadt steht immer noch so da, wie es gebaut wurde und bleibt den Rostockern ein Dorn im Auge.

Eine Chance für eine optische Aufwertung sehen die Rostocker Stadtplaner aber immer noch: Weil auf der Holzhalbinsel kräftig gebaut wird, steige der Bedarf an Stellplätzen. Sollte es das Bestreben des Eigentümers geben, das Parkhaus um eine Etage aufzustocken, könnte „die Gestaltung der Fassade im Bauantragsverfahren noch einmal thematisiert werden“, heißt es aus dem Rathaus.

Von Thomas Niebuhr

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