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Runde Sache: Ribnitz-Damgarten steht auf Litfaß-Säulen

Ribnitz-Damgarten Runde Sache: Ribnitz-Damgarten steht auf Litfaß-Säulen

Woanders verschwinden sie allmählich, in der Bernsteinstadt gehören die historischen Werbeträger zum Stadtbild. Allerdings werden sie inzwischen weniger beklebt.

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Auch in Barth gehören Litfaß-Säulen nach wie vor zum Stadtbild. Der Clou: Sie tragen „Schilfrohrhut“.

Quelle: Hans-Joachim Meusel

Ribnitz-Damgarten. Sie ist rund, bunt, mittlerweile fast 160 Jahre alt und trotz digitaler Revolution offenbar längst nicht out: die Litfaß-Säule. Immerhin elf dieser Werbeträger gibt es jedenfalls noch in Ribnitz-Damgarten. Während anderenorts längst digitale Anzeigen blinken, versprühen die Säulen aus Beton in der Bernsteinstadt noch einen Hauch von Nostalgie.

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Die Litfaß-Säule gegenüber der Bauermeister-Schule ist eine von elf, die es in der Bernsteinstadt noch gibt.

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So zugeklebt wie früher, als noch Dutzende Plakat-Schichten übereinander eine dicke Papierkruste bildeten, sind sie zwar nicht mehr, aber sie werden noch gut genutzt. Derzeit zieren die Säulen unter anderem Plakate, die neugierig auf die Landesgartenschau in Prenzlau machen, zum Live-Rockfestival am Ribnitzer Hafen und zum Marlower Sommerfest einladen. Während die Landesgartenschau noch aktuell ist, sind die anderen Veranstaltungen allerdings längst Schnee von gestern.

„Solange die Litfaß-Säulen gebraucht werden, werden sie aus dem Stadtbild nicht verschwinden“, sagt Harald Hiltner vom Sachgebiet Ordnungs- und Gewerbeangelegenheiten der Stadt Ribnitz-Damgarten.

Entscheidend sei, dass alles ordentlich aussehe.

Dafür sorgt die Rostocker Stadtreklame. In ihren Händen liegt bereits seit vielen Jahren die Bewirtschaftung der Litfaß-Säulen in Ribnitz-Damgarten auf Pachtbasis. Ein Vertrag mit der Stadt regelt alles. Der räumt der Stadt auch das Recht ein, Plakate für eigene Zwecke zu kleben, zum Beispiel, um auf Veranstaltungen aufmerksam zu machen.

Die Mitarbeiter der Rostocker Stadtreklame nehmen ansonsten die Aufträge der Kunden an und sorgen dafür, dass die Klebetermine eingehalten werden. „Alle zehn bis elf Tage kommen neue Plakate an die Säulen“, erläutert Christine Lins. Sie leitet das Büro Rostock der Werbefirma. Die Frage, ob Litfaß-Säulen heute überhaupt noch zeitgemäß sind, beantwortet Christine Lins mit einem klaren Ja. „ Als Mittel der Außenwerbung haben sie nach wie vor ihren Platz.“

Regelmäßig werden die Litfaß-Säulen hellblau beklebt, damit sie einen ordentlichen Eindruck machen. Ihre Mitarbeiter sorgen auch dafür, dass sich die Plakate bei Wind nicht selbstständig machen. „Vor allem im Herbst und Winter, wenn es nass und häufig stürmisch ist, ist das nicht ganz einfach. Dann wird dem Kleber ein Zusatz beigegeben, damit die Plakate auch kleben bleiben“, sagt die Büro-Leiterin.

Während in Ribnitz-Damgarten die Litfaß-Säulen ihre Werbung nach wie vor an die Frau und den Mann bringen, ist in Marlow die einzige vorhandene Litfaß-Säule irgendwann verschwunden. Wann das war?

Brigitte Lenschow, unter anderem zuständig für Tourismus und Marketing, kann es nicht sagen. Dass die Säule nicht mehr da sei, sei jedoch kein Problem. So könne unter anderem im Eingangsbereich des Rathauses und in der neuen Tourist-Information mit Plakaten geworben werden.

Erfinder war Buchdrucker
Die Idee, Plakatsäulen aufzustellen, hatte der Berliner Drucker Ernst Litfaß. Damit wollte er der Wildplakatierung entgegenwirken. Litfaß schlug den Behörden vor, überall in der Stadt Säulen aufzustellen, an denen die Menschen ihre Plakate anhängen konnten. Nach langen Verhandlungen erteilte der Berliner Polizeipräsident Litfaß im Dezember 1854 die erste Genehmigung für seine „Annoncier-Säulen“. Er bekam von der Stadt Berlin ein bis 1865 gültiges Monopol für die Aufstellung seiner Säulen. Dafür musste er sich verpflichten, auch die neuesten Nachrichten zu veröffentlichen. 1855 wurden die ersten 100 Litfaßsäulen in Berlin aufgestellt und nach ihrem Erfinder benannt. Wenngleich die Litfaß-Säule heute im Bild der Städte nicht mehr so stark wie früher in Erscheinung tritt, erfreut sie sich dennoch immer noch großer Beliebtheit, Ende 2005 soll es in Deutschland noch über 50 000 von ihnen gegeben haben.
Als Mittel der Außen- werbung haben Litfaß-Säulen nach wie vor ihren Platz.“Christine Lins von der Rostocker Stadtreklame, zuständig für die Säulen

 

 

Edwin Sternkiker

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