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Ribnitz-Damgarten Glocken sollen am 2. Advent wieder läuten
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Glocken sollen am 2. Advent wieder läuten
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13:44 27.11.2018
Die beiden Glocken im Saaler Glockenturm bekommen ein neues Holzjoch. Udo Griwahn (r.) und Mathias Heitmann von der Firma Turmuhren- und Läuteanlagenbau Griwahn schauen, ob das Joch auch passt. Quelle: Anika Wenning
Saal

Monatelang war es still in Saal, denn im Juli mussten die beiden Glocken aus dem Turm, der nordöstlich von der Dorfkirche steht, ausgehängt werden. (die OZ berichtete). Glockengeläut zum Gottesdienst? – Fehlanzeige. Doch am 2. Advent sollen die Glocken nun endlich wieder läuten. „Das ist schon etwas ganz Besonderes für die Kirchengemeinde, aber auch für den gesamten Ort“, sagt die Vorsitzende des Kirchengemeinderates, Britta Siebenbürgen.

Die Glocke kommt zurück in den Saaler Glockenturm, der nordöstlich der Dorfkirche steht. Quelle: Architekturbüro Stendel

Mithilfe eines Krans wurden die Glocken am Montag auf den Saaler Glockenturm gehoben. Keine leichte Aufgabe, denn schon die kleinere wiegt 641 Kilo, die größere sogar 1145 Kilo. Mitte kommender Woche sollen die Arbeiten voraussichtlich abgeschlossen sein, erklärt Axel Werner vom Architekturbüro Stendel in Ribnitz-Damgarten, der die Arbeiten begleitet. Die Glocken benötigten dringend eine neue Aufhängung, ein Holzjoch. Denn ein Sachverständiger hatte festgestellt, dass die Glocken viele Jahre falsch aufgehängt worden waren und zwar in einem sogenannten gekröpften Joch statt in einem geraden Holzjoch. „Er hat uns dringend dazu geraten, die Glocken nicht mehr zu läuten und die Aufhängung zu erneuern, da die Glocken sonst beschädigt würden“, sagt die Vorsitzende des Kirchengemeinderates.

Spenden, Fördermittel und Eigenanteil

Allerdings stellte die Finanzierung des Projektes die Kirchengemeinde vor eine große Herausforderung. Denn zeitgleich mussten auch Schäden an der Holzkonstruktion des Turmes beseitigt und das Dach neu gedeckt werden. Bei den Kosten für die Sanierungsarbeiten ging man von insgesamt rund 150 000 Euro aus. „Bei so einer Summe schluckt man als Kirchengemeinde schon“, berichtet Britta Siebenbürgen. „Aber es war Gefahr im Verzug, länger hätten wir nicht mehr warten können.“

Es wurden Spenden gesammelt, Fördermittel beantragt und auch die Katharina und Gerhard Hoffmann Stiftung Hamburg stellte Mittel für die Sanierung zur Verfügung. Zudem beteiligte sich die Kirchengemeinde mit Eigenmitteln. „An der Vorbereitung waren viele Hände beteiligt. Alleine der Papierkram ist unglaublich. Es ist Wahnsinn, wie viel Vorarbeit geleistet werden muss, bis die Arbeiten überhaupt losgehen können“, sagt Britta Siebenbürgen. Dabei dürfe man nicht vergessen, dass alle in der Kirchengemeinde ehrenamtlich arbeiten. Und mit der Aufhängung der Glocken ist das Projekt noch nicht abgeschlossen. Denn die Arbeiten am Turm dauern noch an. „Wir hoffen, dass Anfang nächsten Jahres alles fertig ist, aber wir legen uns auf keinen konkreten Termin fest“, sagt Britta Siebenbürgen. Ursprünglich war eine Fertigstellung bereits zum Erntedankfest am 30. September geplant. „Da waren wir zu optimistisch. Gerade bei so speziellen Arbeiten kann es zu Verzögerungen gekommen, unter anderem auch bei der Lieferung.“

Adventskonzert am 1. Dezember

Doch auch die lange Zeit ohne Glockengeläut wurde sinnvoll genutzt, denn die beiden Exemplare, die aus den Jahren 1797 und 1820 stammen, wurden in der Kirche ausgestellt. „Wann hat man schon einmal die Gelegenheit, die Glocken aus nächster Nähe zu sehen?“, sagt Britta Siebenbürgen.

Veranstaltungstipp: Am Sonnabend, 1. Dezember, gibt der Chor der Kirchengemeinde Damgarten/Saal gemeinsam mit dem St. Andreas Chor aus Rostock um 17 Uhr in der Dorfkirche in Saal ein Adventskonzert mit Streichern. Gespielt werden unter anderem einige Teile aus Georg Friedrich Händels „Messias“.

Lange musste die Kirchengemeinde in Saal auf das Läuten verzichten. Die Glocken brauchten eine neue Aufhängung.

Anika Wenning

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