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Ribnitz-Damgarten Denkmalschutz fördert Barther Wahrzeichen
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Denkmalschutz fördert Barther Wahrzeichen
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16:38 29.10.2018
Annemargret Pilgrim, Konrad Lanz und Pastor Stefan Fricke freuen sich über den Besuch von Marlies Möll-Küthe, Renate Keitmann und Christine Johannsen (v.l.). Mit einer Spende von 120 000 Euro kommt die Kirche ihrem Sanierungsziel näher. Quelle: Moritz Naumann
Ribnitz-Damgarten

Möglichst schnell soll die Sanierung der Barther Marienkirche abgeschlossen sein. „Umso länger es dauert, desto höher sind die Kosten“, sagt Gemeindepfarrer Stefan Fricke. Darüber hinaus möchte man möglichst schnell wieder vernünftige Gemeindearbeit leisten. Für Gottesdienste und das Weihnachtsfest gibt es schon Ausweichpläne.

Hohe Gerüste zieren die Innenwände der Barther Marienkirche. Seit dem 14. Oktober dominiert Baulärm statt Orgelmusik die Geräuschkulisse in dem weithin sichtbaren Wahrzeichen der Stadt. „Als die Gemeinde hier ausgezogen ist, haben wir alles mitgenommen, was nicht fest verbaut ist. Von Sitzkissen bis Kirchenbücher“, sagt Pastor Stefan Fricke. Die Gottesdienste finden zukünftig im Barther Gemeindehaus statt. „Auch wenn die Kirche geschlossen ist, wollen wir bei einigen Gottesdiensten auch mal einen Blick in die Sanierung der Kirche gewähren.“ Nicht nur das große Schiff ist derzeit nicht betretbar, sondern auch die Bibliothek. „Da müssen wir noch eine Lösung finden. Aber die Bibliothek soll nach Absprache begehbar sein.“

Die folgenden Fotos bieten einen Einblick in die Sanierungsarbeiten des Barther Wahrzeichens.

Zeit ist Geld

Die Kosten für die Sanierung sind eine Herausforderung für die Gemeinde. „Wir kalkulieren derzeit mit 1 445 000 Euro Gesamtkosten“, sagt Pastor Stefan Fricke. Bisher sicher finanziert sind etwa 1 312 0000 Euro. Die Hälfte der Summe stammen vom Bund. Die Sparkassen-, Oetker-, und Denkmalschutzstiftungen füllen den Finanztopf auf. Am Freitag übergab Renate Keitmann vom Stralsunder Ortskuratorium der Deutschen Stiftung Denkmalschutz dem Vertreter der Kirchengemeinde einen Spendenbetrag in Höhe von 120 000 Euro. „Das wird alles für die Innenrenovierung unserer schönen Kirche verwendet“, sagt Pastor Fricke. Was noch fehlt? „133 000 Euro, die wir wohl über einen Kredit finanzieren müssen“, sagt Konrad Lanz, Vorsitzender des Kirchenbauvereins. Dem Pastor ist besonders wichtig, den Zeitplan einzuhalten. In zwei Jahren soll die Sanierung abgeschlossen sein. Wird das Ziel nicht erreicht, weiß Fricke: „Die Kosten könnten explodieren. Wir hoffen, dass alles glatt läuft.“

Christine Johannsen ist die leitende Architektin des Projektes. Ob die Sanierung im Zeitrahmen bleibt, kann sich schon recht früh entscheiden. „Wir versuchen gerade die Umfassungswände mit einem Laserverfahren zu reinigen. Aber wir müssen erst prüfen, ob das im Zusammenhang mit den Sandsteinmalereien und dem Untergrund funktioniert.“ Der Grund für den Versuch: „Es würde damit deutlich schneller gehen. Man könnte Zeit sparen“, sagt die 53-Jährige. Sollte dies nicht klappen, könnte es schwer werden, das avisierte Ziel zu erreichen. „Besonders wichtig ist es, die Risse im Gewölbe zu sichern. Das wird die größte Herausforderung. Und natürlich muss das Gemäuer trocken gelegt werden“, sagt Johannsen. „Schon vor Jahren haben wir eine Dachrinne angebracht, um das Regenwasser vom Haus wegzulenken“, sagt Pastor Fricke. Doch weil die Wände bereits feucht und damit auch wichtige Malereien und kulturhistorische Zeugnisse gefährdet sind, besteht Handlungsbedarf.

Immer was zu tun

Nach Ende der zwei Jahre wird es von vorne losgehen. „Es fällt immer etwas an“, sagt Pastor Fricke. Was bei den derzeitigen Arbeiten hinten ansteht: Der absackende Boden, der an einigen Stellen in der Kirche zu beobachten ist. „Das war ursprünglich auch geplant, aber das würde jetzt den Rahmen sprengen“, sagt der Gemeindepastor. Wie er sagt, sei die Instandhaltung der Kirche in jeder Generation eine große Aufgabe.

Wie lange die Gemeinde die Gottesdienste nicht in der Kirche durchführen kann ist noch unklar: „Wir hoffen, dass wir im nächsten Jahr das Mittelschiff wieder nutzen zu können“, sagt Pastor Fricke. Dafür muss der dann im Bau befindliche Kirchenchor mit Staubschutzwänden ausgestattet werden. „Wie, wann und ob wissen wir wohl erst im März nächsten Jahres“. Für das diesjährige Weihnachtsfest wird die Gemeinde schon mal kreativ. „Wir wollen den Gottesdienst und das Krippenspiel im Freien auf dem Marktplatz durchführen.“ Die Kirche soll im Hintergrund dann mit Scheinwerfern angestrahlt werden, während die Barther sich gemeinsam unter dem Sternenhimmel bei „hoffentlich bestem Wetter“ besinnlich dem Fest widmen.

Die Barther Marienkirche

200 Jahre soll der Bau der Barther Marienkirche gedauert haben. Im 15. Jahrhundert wurde sie fertiggestellt. Der Innenraum wurde auf Veranlassung von König Friedrich Wilhelm IV. in den Jahren von 1857 bis 1863 im Stil der Neogotik und im Sinne von Romantik und Pietismus umfassend neu gestaltet. Zu den herausragenden mittelalterlichen Ausstattungsstücken gehört die Tauffünte, ein Rotguss aus der Zeit nach 1360. Sie ist die einzige erhaltene Bronzetaufe Vorpommerns.

Moritz Naumann

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