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Ribnitz-Damgarten Schlammschlacht am Kaninchenberg
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Schlammschlacht am Kaninchenberg
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00:00 13.08.2018
Barth

Ein trockenes, heißes Rennwochenende hatte der MSC Barth erwartet und alle Vorbereitungen für eine „Hitzeschlacht“ am Kaninchenberg getroffen, die Strecke war gründlich gewässert worden, der Soft-Eiswagen stand bereit, und dann das: Am Sonnabend schüttete es wie aus Kübeln.

Abwechslungs- reiche Bedingungen bestimmten die 45. Landes- meisterschaften im Motocross. Die wurden am Wochenende in Barth gefahren.

Über 180 Motorsportler im Alter von unter 17 bis über 70 aus der ganzen Bundesrepublik hatten ihre Teilnahme in neun Wettbewerben gemeldet, darunter zwei Frauen in den Twinshoke-Klassen, sieben Veteranen und 12 Youngster, die, wie auch die Fahrer der Classic- und der EVO-Klasse am Samstag an den Start gingen. Die Entscheidungen im Clubsport, bei den Senioren Ü37 und in der MX1-Klasse fielen am Sonntag.

„Da staubte die Strecke schon wieder“, flachste Dagmar Bungeroth, ruhender Pol in der Hektik einer Meldestelle. Das sah am Sonnabend ganz anders aus. Ein Platzregen sorgte für eine Zwangspause im Renngeschehen, Streckenposten suchten Schutz, Sportler ihre Startnummern, Bungeroth die Transponder zusammen und war sich sicher: „Wir brechen nicht ab!“

Der Regen macht eine kurze Pause, die Youngster gehen an den Start. Sie dürfen Maschinen mit einem Hubraum bis zu 125 Kubikzentimetern fahren. Hinter einem Hügel hört man die Motoren. Es klingt wie ein Bienenschwarm im Lindenbaum – nur viel lauter. Und dann kommen sie über den ersten Berg, rutschen in die Kurve, nehmen Schwung für die nächste Höhe, legen sich in die Kurve, der Schlamm spritzt, Hinterreifen schlingern, jetzt Gas geben, möglichst weit fliegen und sauber landen, den Berg hoch, hier ist es trockener, auf kurzer gerader Strecke jaulen die Motoren auf, abwärts auf die Buckelpiste, durch eine matschige Senke hinauf auf den Gipfel der Barther Strecke, steil hinunter und nicht zu langsam werden, die Haarnadelkurve frisst den Schwung, letzte Schikane vor dem Zielanstieg – Runde um Runde fräsen die Reifen tiefere Spuren in den aufgeweichten Boden.

Talent Toni Ksienzyk (Prisannewitz) rutscht aus, dreht mit seiner Maschine eine horizontale Pirouette im Schlamm, steht wieder auf und fährt weiter. Das ist die Chance für das Feld mit seinem jüngeren Bruder Tim, an ihm vorbeizuziehen. Toni bleibt die Hoffnung auf den zweiten Lauf.

Thore Bungeroth und seine KTM sind schlammverschmiert. So ein Helm hält auch nicht alles ab. „Sonne wäre besser gewesen, darauf waren wir vorbereitet“, erklärt der 17-jährige Saaler vom MSC Barth. Er beendete den ersten Lauf als Zehnter. „Das ist sehr anstrengend, man muss sich enorm konzentrieren und immer Zug auf der Maschine behalten“, beschreibt er die besonderen Anforderungen.

Inzwischen haben die Veteranen, Classics, Twinshokes und Evos ihre Rennen mit wenigen Ausrutschern beendet, die Streckenposten versuchen, zu trocknen.

Besorgt beobachtet Lane Heims aus Boizenburg das Feierabendverhalten bei den Streckenposten. „Ich will noch einmal fahren“, fordert er den angekündigten zweiten Lauf. „Schlamm macht auch Spaß“, lacht der 17-jährige Boizenburger. Ein Fall für Dagmar Bungeroth, die das mit Rennleiter Jens Kerschke klärt: „Die Veranstaltung ist nicht abgesagt.“ Die Streckenposten schwärmen aus, einige tapfere Zuschauer beziehen Position an der Piste und warten noch einmal auf das Summen der Motoren.

Toni und sein jüngerer Bruder Tim Ksienzyk hängen das Feld ab, trotz des Sturzes im ersten Lauf erreicht Toni den dritten Platz der Tagesgesamtwertung, Henry-Pascal Kucz fährt auf den zweiten Platz und Tim Ksienzyk steht ganz oben auf dem Treppchen. Lane Heims beendet beide Läufe auf dem 7. Rang, das bedeutete Platz 8 und Thore Bungeroth ersparte sich den 2. Lauf und schließt die Tageswertung mit dem 11. Platz ab.

Susanne Retzlaff

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