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Ribnitz-Damgarten Schloss Divitz: Gutachten soll Kosten klären
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Schloss Divitz: Gutachten soll Kosten klären
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16:44 20.07.2017
Wasserburg Divitz, Rundgang des Arbeitskreises Bildung, Wissenschaft und Kultur der CDU-Landtagsfraktion. Die Zeit drängt. Schnellstmöglich soll das Dach saniert werden. Quelle: Robert Niemeyer
Divitz

Zeichnet sich in puncto Rettung der Wasserburg Divitz ein erster Erfolg ab? Laut dem CDU-Landtagsabgeordneten Dietmar Eifler schon. Wirtschaftsministerium, Landesdenkmalbehörde und der Landkreis Vorpommern-Rügen hätten sich laut Eifler darauf geeinigt, das Geld für die Notsicherung des Daches des historischen Baudenkmals zur Verfügung zu stellen. Das sagte der Landtagsabgeordnete gestern während eines Treffens des Arbeitskreises Bildung, Wissenschaft und Kultur der CDU-Landtagsfraktion mit Vertretern des Fördervereins der Wasserburg Divitz sowie Vertretern der Gemeinde Divitz-Spoldershagen und des Amtes Barth mit.

Insgesamt geht es laut Eifler um rund zwei Millionen Euro. Etwas über eine Million kommt von der Denkmalbehörde, rund 700 000 Euro vom Wirtschaftsministerium, rund 200 000 Euro soll der Landkreis locker machen. „Wenn wir jetzt nicht anfangen, brauchen wir in zwei Jahren nicht mehr weiterreden“, sagte Dietmar Eifler.

Der Landkreis allerdings tritt auf die Bremse. Denn offenbar ist noch gar nicht klar, ob diese Summe auch wirklich ausreicht. Er sei zwar erfreut darüber, dass das Land in die Notsicherung mit einsteigen wolle, so Landrat Ralf Drescher (CDU). Die Zahlen allerdings stammen unter anderem aus einem Gutachten aus dem Jahr 2008. „Bevor eine Entscheidung über die Notsanierung getroffen werden kann, müssen in einem ersten Schritt Maßnahmen und Kosten für Notsanierung und Standsicherheit gutachterlich ermittelt werden“, so Drescher. Die Verwaltung bereite die Erstellung dieses Gutachtens vor. Dabei gelte es zu prüfen, was die Sanierung des Daches, die Schwammsanierung und die Sicherung der Standfestigkeit kosten würden. Der Kreistag werde sich darüber hinaus nach der Sommerpause mit dem Thema Wasserburg Divitz befassen.

Die Zeit drängt

Sollte die Notsanierung kommen, wären zwei Jahre Zeit, um ein tragfähiges Nutzungskonzept für die Wasserburg aufzustellen, das Voraussetzung für weitere Fördermittel ist. Das Wirtschaftsministerium hat eine 90-prozentige Förderung der Sanierungskosten in Aussicht gestellt. Doch wenn jetzt nicht die dringend erforderliche Sanierung des Daches erfolge, könnte der bauliche Zustand der Burg letztlich derart gelitten haben, dass an eine Gesamtsanierung nicht mehr zu denken ist, so Eifler.

Dass es höchste Zeit wird, davon konnten sich die Mitglieder des CDU-Arbeitskreises gestern bei einem Rundgang überzeugen. Löcher im Boden, bröckelnde, schiefe Wände, gebrochene Dachbalken – Außenstehende könnten meinen, dass es ein Wunder ist, dass die Wasserburg noch nicht schon längst von selbst zusammengebrochen ist.Doch die Hoffnung des Fördervereins und der Gemeinde bleibt. „Hier sind alle Epochen vom frühen Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert abbildbar. Wir haben eine Verantwortung gegenüber unserer eigenen Geschichte“, sagte Gerd Albrecht aus dem Vorstand des Fördervereins.

Nutzungskonzept gesucht

„Am Geld wird es nicht scheitern“, sagte Marc Reinhardt, Vorsitzender des Bildungsausschusses des Landtages. Die große Frage: Was passiert nach der Sanierung? Die Möglichkeit, aus der Burg ein Hotel zu machen, ist längst vom Tisch. Mit dieser Idee ließe sich auch die hohe Förderquote nicht realisieren. Gerd Albrecht schwebt eine Art kulturelle Bildungsstätte vor, in der etwa Seminare zur Geschichte der Region abgehalten werden könnten. „Vielleicht kommt auch ein Privater, der hier etwas auf die Beine stellen möchte“, sagte Wolfhardt Molkentin, ehemaliger Landrat, der sich für den Erhalt der Wasserburg engagiert. Molkentin fordert darüber hinaus, wie auch der Landkreis, dass die Burg in die Obhut des Landes übergehen sollte, ähnlich wie es bei vielen ähnlichen Anlagen im Landesteil Mecklenburg geschehen ist.

Geschichte der Wasserburg Divitz

Die Burg Divitz ist in der Zeit der deutschen Ostkolonisation im 13. Jahrhundert angelegt worden.

Im 16. Jahrhundert wurde die Burg ausgebaut, so entstand der zweigeschossige Nordflügel. Zwischen 1729 und 1743 wurden die Ostflügel mit zwei Portalen ergänzt. Zwischen 1820 und 1830 wurde südlich des Gebäudes ein Landschaftsgarten angelegt.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Herrenhaus als Wohnhaus genutzt. Seit der Wende ist es unbewohnt. Anfang der 1990er Jahre wurde die Immobilie durch die Gemeinde an eine Eigentümergesellschaft verkauft.

2001 wurde das Schloss an einen neuen Interessenten verpachtet. Seit 2015 ist der Förderverein Kulturgüter Wasserburg Divitz Eigentümer.

Robert Niemeyer

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