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Ribnitz-Damgarten Schlosshotel Schlemmin stellt den Betrieb ein
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Schlosshotel Schlemmin stellt den Betrieb ein
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12:02 21.12.2018
Das Schlemminer Schloss wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut. Quelle: Ernst Fischer
Schlemmin

Hiobsbotschaft zum Weihnachtsfest: Das Schlosshotel in Schlemmin macht dicht. „Zum Jahresende wird der Hotelbetrieb des Park- und Schlosshotels vollständig eingestellt“, teilte Christopher Alff, Zwangsverwalter des Schlosses, mit. Die über die Feiertage geplanten Veranstaltungen wie der Weihnachtsbrunch und die Silvesterparty finden noch statt. Ab 1. Januar ist Schluss. Sämtliche gebuchten Veranstaltungen im kommenden Jahr seien laut Alff abgesagt worden.

Noch vor wenigen Wochen hieß es, der Betrieb laufe auch 2019 weiter. Nun zog offenbar die Bank den Stecker. „Die Gläubiger-Bank begleitet das Projekt der Betriebsfortführung nicht mehr“, sagte Christopher Alff auf Nachfrage. Die Deutsche Kreditbank (DKB) hatte ihn im Januar 2016 als Zwangsverwalter eingesetzt, um den Betrieb fortzuführen und das Schloss vor dem Leerstand zu bewahren. Hintergrund sind Verbindlichkeiten des Eigentümers, der Unternehmer Horst Sander aus Bremen.

Die Schulden Sanders waren mit dem laufenden Betrieb offenbar nicht zu tilgen. Laut Christopher Alff wolle die DKB das Minus nicht mehr tragen, obgleich ein Leerstand wohl ähnliche Kosten verursachen würde. Horst Sander hatte das Schloss 1999 gekauft und sanieren lassen. 2002 wurde das Schlosshotel eröffnet. 2015 wurde der Pachtvertrag mit dem damaligen Betreiber gekündigt, laut Sander, weil die Pachtzahlungen ausblieben. Mit diesen Einnahmen mussten die Kreditraten für den Erwerb und die Sanierung bedient werden. Nach eigenen Angaben habe Sander rund sieben Millionen Euro in das Schlemminer Schloss gesteckt.

Mitarbeiter verlieren ihre Jobs

„Wir haben bis zur letzten Minute für den Erhalt gekämpft“, sagt Christopher Alff. Die Gästezahlen hätten 2018 auf dem Niveau des Vorjahres gelegen. Die wirtschaftlichen Planzahlen seien in diesem Jahr übertroffen worden. „Vor allem im letzten Quartal, obwohl das eine eher schwache Zeit ist, waren wir besser unterwegs als in den Vorjahren.“ Das Aus sei besonders für die Mitarbeiter des Schlosshotels schmerzhaft. „Das Haus ist ihnen ans Herz gewachsen“, so Alff. Nun verlieren zehn Mitarbeiter ihren Job. „Das gesamte Team hat trotz der schwierigen Umstände einen tollen Job gemacht und wird den Betrieb auch professionell zu Ende bringen.“

„Eine entsetzliche Entwicklung“, sagt Schlemmins Bürgermeisterin Christel Kranz. Wie es nun weitergeht, sei noch ungewiss. Dennoch sei sie noch voller Hoffnung. Es gebe einen Kaufinteressenten, mit dem Kranz in diesen Tagen Gespräche aufnehmen will.

Zwangsversteigerung im März

Das Schlemminer Schloss soll zwangsversteigert werden. Bei einem Versteigerungstermin Ende Oktober in Stralsund fand sich jedoch kein Bieter. Nach dem ersten Termin habe es einen Kaufinteressenten gegeben, dessen Angebot jedoch zu niedrig gewesen sei. Am 21. März ist laut Christel Kranz ein weiterer Versteigerungstermin vor dem Stralsunder Amtsgericht angesetzt. Es sei wahrscheinlich, dass es dann mindestens ein Gebot geben wird.

Als Verkehrswert für das Schloss sind 1,95 Millionen Euro festgelegt worden. Möglich ist aber, dass das Ensemble für deutlich weniger den Besitzer wechselt. Schon bei einem Gebot von 50 Prozent des Verkehrswertes, also 975000 Euro, kann ein Zuschlag von Amts wegen erfolgen.

Das Schloss Schlemmin steht auf den Fundamenten einer Wasserburg aus dem 14. Jahrhundert und wurde zwischen 1846 und 1850 durch den Berliner Architekten und Baumeister Eduard Knoblauch im Auftrag des Gutsherrn Wilhelm Ulrich von Thun erbaut. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss als Lazarett und Flüchtlingslager genutzt, zu DDR-Zeiten als Konsum-Verkaufsstelle und Schule. Nach der Wiedervereinigung ging es auf die Gemeinde über und wurde ab 1992 von der Treuhand verwaltet, bis es 1999 an Horst Sander verkauft wurde.

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Robert Niemeyer

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