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Schuldnerin: „Ich bin wieder zurück im Leben“

Ribnitz-Damgarten Schuldnerin: „Ich bin wieder zurück im Leben“

2731 Menschen mit Geldproblemen fanden Hilfe in der Ribnitz-Damgartener Beratungsstelle. Es gibt sie seit 20 Jahren.

Ribnitz-Damgarten. Im September 2012 war Frau P. ganz unten angekommen. Nach der Scheidung von ihrem Mann geriet sie mit den Zahlungen für das Haus in Rückstand. Sie bat, die Raten für ein paar Monate aussetzen zu dürfen. „Doch mit der Bank war nicht zu reden, obwohl ich zu diesem Zeitpunkt noch in Vollzeit arbeitete“, erzählt sie heute. „Ich habe Tag und Nacht gearbeitet und alles Geld ins Haus gebuttert, aber es reichte einfach nicht.“ Dann wurde sie krank und musste sich in psychologische Behandlung begeben. Noch während sie krankgeschrieben war, kam die Kündigung ihres Arbeitgebers.

Am Ende hatte sich ein Schuldenberg von 80 000 Euro angehäuft, das Haus wurde zwangsversteigert. „Ich hatte alles verloren. Das Haus, meine Arbeit und auch meinen Freundeskreis. Alles.“

An diesem Punkt angekommen, wandte sich Frau P. an die Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle des Arbeitslosenverbandes in Ribnitz-Damgarten. Dreimal habe sie Anlauf genommen, sagt sie. Die Schuldnerin ist eine von 2731 registrierten Ratsuchenden, die in den 20 Jahren ihres Bestehens in der Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle in Ribnitz-Damgarten betreut wurden.

Schuldnerfachberaterin Helga Billep betreute Frau P. in ihrer Not. „Was Besseres hätte mir in dieser für mich ziemlich ausweglosen Lage gar nicht passieren können“, sagt P. heute. Anfang Februar 2013 wurde ein Privatinsolvenzverfahren eröffnet.

„Das ging in diesem Fall sehr schnell, weil wir es hier mit nur zwei Gläubigern zu tun hatten. Wir hatten auch schon Klienten, bei denen standen 80 und mehr Gläubiger auf der Matte “, berichtet Helga Billep.

Frau P. erzählt bei einer Tasse Kaffee in der Schuldnerberatungsstelle in der Langen Straße 39: „Frau Billep begleitete mich durch das gesamte Verfahren, nicht nur mit ihrem fachlichen Wissen. Sie war ein Stück weit auch Psychologin. Immer wieder sprach sie mir Mut zu und sagte ,Schauen Sie in den Spiegel und sagen Sie, es wird ein schöner Tag‘. Und wissen Sie was, ich habe es getan, und es half auch. So habe ich wieder zurück ins Leben gefunden. In Ribnitz gelang mir ein Neuanfang. Ich habe jetzt wieder Freunde. Ich bin wieder zurück im Leben.“

Rund 4800 Kurzberatungen per Telefon oder persönlich haben die Fachfrauen in den 20 Jahren vorgenommen. „Aber was heißt schon Kurzberatung. Viele beginnen das Gespräch mit dem Satz, ,Ich habe da mal ‘ne Frage, es dauert nicht lange‘. Na, und dann dauert es doch mal eine halbe Stunde oder länger“, betont Monika Böhmert. Auch sie arbeitet als Schuldnerfachberaterin. Dritte im Bunde ist Gabriele Bier. Die Schuldsumme der von den drei Frauen allein in den Jahren von 2001 bis heute betreuten Klienten beträgt immerhin 56,8 Millionen Euro.

Aus Anlass des 20-jährigen Bestehens wird morgen ab 10 Uhr zu einem Tag der offenen Tür in die Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle, Lange Straße 39, eingeladen.

 

Edwin Sternkiker

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