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Ribnitz-Damgarten Seefahrtschule: „Grüne Wand“ zur L 21 verschwindet
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Seefahrtschule: „Grüne Wand“ zur L 21 verschwindet
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16:32 17.10.2017
Derzeit wird in der Seefahrtschule die Sicherung des Gebäudes vorgenommen. Statiker haben ihre Prüfungen erledigt. Jetzt wird auf die Laboruntersuchung im Zusammenhang mit der Baustoffprüfung gewartet. In dieser Woche beginnen Baumfällarbeiten. Rund 200 Bäume, zumeist Pappeln, werden abschnittsweise unter ständiger Begleitung von Natur- und Artenschutz gefällt. Quelle: Richter, Timo
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Wustrow

Noch versteckt sich die einstige Seefahrtschule in Wustrow (Vorpommern-Rügen) hinter einer Baumreihe. Diese „grüne Wand“ wird allerdings in den kommenden Tagen verschwinden. Rund 200 Bäume – zumeist Pappeln – werden gefällt. Seit Wochenbeginn sind Vertreter des Artenschutzes vor Ort, um einen möglichen Tierbesatz aufzustöbern. „Wir haben grünes Licht bekommen“, sagt Bauleiter Jürgen Hein.

Die Pappelreihe vor der alten Seefahrtschule in Wustrow wird gefällt. Die Arbeiten beginnen diese Woche.

In den nächsten Tagen ist die Technik vor Ort, um mit dem Fällen der Bäume zu beginnen. Das Fällen werde laut des Bauleiters permanent von Vertretern der Umweltbehörde begleitet. So wurde in den vergangenen beiden Tagen ein Plan aufgestellt, welche Bäume in welcher Reihenfolge zuerst weichen müssen. Dann erst erfolgt eine weitere Suche nach möglichen Tierverstecken. So, sagt Jürgen Hein, würden die Pappeln abschnittsweise gefällt. Die grundsätzliche Genehmigung für das Vorhaben liege durch den Bebauungsplan vor. In Abstimmung mit Umwelt- und Artenschutz sei es nun um die Ausführung gegangen.

Lange Greifer legen Bäume um

Mit langen Greifern sollen die hohen Bäume auf das Areal der einstigen Seefahrtschule gelegt werden. Nur in Ausnahmefällen würde ein Baum regelrecht gefällt, sagt der Bauleiter. Anstelle der Baumreihe zur L 21 hin entsteht die künftige Zufahrt zu dem Komplex. Laut Plan des Investors Fred Muhsal entstehen in dem denkmalgeschützten Hauptgebäude der einstigen Vorzeigeeinrichtung in Wustrow sowie drei Neubauten insgesamt 129 Appartements mit zusammen 399 Betten. Die Baukosten veranschlagt Fred Muhsal auf rund 20 Millionen Euro.

Mit Blick auf das Gebäude der alten Seefahrtschule befindet sich der Bauleiter in Hab-Acht-Stellung. Aus dem Gebäude dröhnen Presslufthammer-Geräusche nach draußen. Durch eine Schuttrutsche poltern in schöner Regelmäßigkeit alte Ziegel und landen unter kräftiger Staubentwicklung in einem Container. Die Substanz des Gebäudes wird gesichert, heißt es dazu vom Bauleiter.

Statiker haben das Sagen

Das Sagen haben erst einmal die Statiker. Damit die überhaupt zu Ergebnissen kommen können, wird die Bausubstanz unter die Lupe genommen. Die Qualität des einstmals verwendeten Betons ist dabei ebenso wichtig wie der Zustand von Stahlträgern. Der Diplom-Ingenieur Fred Muhsal hatte schon früh befürchtet, dass möglicherweise aufgrund statischer Probleme die obersten beiden Geschosse des Turm der alten Seefahrtschule abgetragen werden müssen.

Eine Entscheidung dazu steht noch aus. Bauleiter Jürgen Hein wartet auf die Laborergebnisse der Baustoffprüfung. Gehämmert wird in dem Gebäude aktuell, um Schäden zu minimieren beziehungsweise erst gar nicht entstehen zu lassen.Nahezu rund um das Gebäude wurde das Fundament freigelegt. Nötig wurde das aufgrund fehlender Dokumentationen beim Bau der alten Seefahrtschule. Mit Erstaunen haben Statiker und Bauleiter festgestellt, dass der Komplex längst nicht so tief gegründet wurde, wie es sich die Experten vorgestellt haben. Gerade die Statiker mussten als Konsequenz neue Modelle rechnen und warten nun ebenso auf die Ergebnisse aus dem Baustoff-Prüfungslabor.

Denkmalschutz gibt grünes Licht

Erst mit der Freigabe der Statiker kann der Umbau der alten Seefahrtschule beginnen. Der Denkmalschutz hat laut Jürgen Hein mittlerweile sein Okay gegeben, die Prüfungen in Sachen Brandschutz stünden kurz vor dem Abschluss. Sobald alle Auflagen erfüllt seien, gehe der Umbau los.

Unstrittig war die Vergabe der Seefahrtschule an den jetzigen Investor nicht. Eine eigens ins Leben gerufene Initiative wollte den Abriss der Bauruine zugunsten des Baus von bezahlbaren Wohnungen. Gut 200 Unterschriften kamen zusammen, um einen Bürgerentscheid herbeizuführen. Aus formalen Gründen scheiterte das Vorhaben.

Zuletzt wollte eine Rostocker Investorengruppe aus der einstigen Seefahrtschule ein Gesundheits-Präventionszentrum mit Hotel machen. Plan war, den Komplex zu einer Vorsorgeeinrichtung umzubauen, die im Sommer als Hotel genutzt werden konnte. Laut der Vorstellung der damaligen Investoren sollten Großunternehmen wie etwa Siemens Mitarbeiter zur beruflichen Gesundheitsvorsorge nach Wustrow schicken. Betrieben werden sollte die Einrichtung von der Arcona-Hotelgruppe aus Rostock, die unter anderem die Steigenberger-Hotels Sonne in Rostock und Stadt Hamburg in Wismar betreibt. Das Vorhaben scheiterte am Ende an einer nicht hinreichenden Finanzierung des Vorhabens.

Initiative scheiterte mit Bürgerbegehren für bezahlbaren Wohnraum

200 Bäume im Bereich der einstigen Seefahrtschule in Wustrow werden gefällt. Das geschieht abschnittsweise unter ständiger Begleitung von Vertretern des Natur- und Artenschutzes. Eine aktuelle Begehung hat ergeben, dass die Bäume – zumeist Pappeln – gefällt werden können. Die Arbeiten werden noch in dieser Woche beginnen.

129Appartements mit zusammen 399<TH>Betten sind laut Planung des Investors Fred Muhsal in Turm, Haupthaus und drei neuen Gebäuden vorgesehen. Investor und Planer rechnen mit Baukosten von rund 20 Millionen Euro.

200 Wustrower hatten nach Angaben der Interessengemeinschaft Neubebauung Seefahrtschulgelände mit ihrer Unterschrift für einen Abriss des markanten Gebäudes gestimmt. Ziel der Initiative war ein Bürgerentscheid für den Abriss des denkmalgeschützten Gebäudes zugunsten einer Neubebauung des Areals mit bezahlbarem Wohnraum. Die Initiative scheiterte.

Timo Richter

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