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Segelboote werden aus ihrem Winterschlaf geholt

Ribnitz-Damgarten Segelboote werden aus ihrem Winterschlaf geholt

Noch wird geschliffen, gestrichen, geschmiert — Ende April werden die meisten Yachten der Region ins Wasser gelassen.

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Auch die Scheuerleiste bekommt in diesem Jahr einen neuen Anstrich: Marco Lunge bei der Arbeit an der „Tigerente“.

Quelle: Fotos: Paula Mittermayer

Ribnitz-Damgarten. Einem Hindernislauf gleich gestaltet sich das Vorankommen in der großen Halle. Gut ein Dutzend Boote steht aufgebockt im Winterlager. Auf der Werkbank liegt ein kleiner hölzerner Tisch; frisch lackiert. Aus den Ecken der Halle ist das Dröhnen der Schleifmaschine zu hören. Die Hobbykapitäne der Bernsteinstadt machen ihre Boote fertig für die Saison.

„Es muss nur das Unterwasserschiff geschliffen und gestrichen werden“, beginnt Armin Köhler zu erzählen: „Und den Rumpf poliere ich noch.“ Größere Handschläge sind in diesem Jahr nicht notwendig.

Dennoch bedarf es einiger Arbeitsstunden, bis Armin Köhler die 8,43 Meter lange „Mad Eye“ zu Wasser lassen kann. Das Unterwasserschiff, also jener Teil des Bootsrumpfes, der sich unterhalb der Wasseroberfläche befindet, wird von den meisten Seglern jedes Jahr geschliffen und gestrichen. Nicht die angenehmste Aufgabe des sogenannten Refits — das Fitmachen oder Instandsetzen des Schiffes vor dem Saisonstart. Das Abschleifen der speziellen Farbe ist eine staubige Angelegenheit. Ein Mundschutz ist dabei unerlässlich.

Auch aus der Bootshallenecke von Thomas Nanntt ist die Schleifmaschine zu hören. Rücklings auf einem Rollbrett bearbeitet er die Unterseite seines „Delphin“, einem 30er Jollenkreuzer. Für Thomas Nanntt steht die jährliche Bootsarbeit in keinem Vergleich zu den Anfängen des „Delphin“. Vier Jahre Arbeit steckte der Segler in die Restaurierung des Holzbootes. 2003 hat er den fast 60 Jahre alten Jollenkreuzer für sich entdeckt. „Elf Jahre lang stand das Boot im Schuppen“, erzählt Thomas Nanntt. Zusammen mit Vater Hugo und vielen helfenden Händen konnte der Jollenkreuzer 2007 wieder im feuchten Element schwimmen. „2000 Arbeitsstunden haben wir in das Boot gesteckt“, erinnert sich Thomas Nanntt. Bei einem Holzboot ist besonderes Geschick gefragt, auch wenn der Mahagoni-Rumpf des „Delphin“ mit einer durchsichtigen Kunststoffbeschichtung überzogen ist. Für die hölzernen Bestandteile wie Mast, Großbaum und Innenausbau ist eine Lackschicht unerlässlich, damit keine Feuchtigkeit in das Naturmaterial dringt. „Lackierarbeiten sind deshalb immer zu erledigen.“

Ende April wollen viele Segler ihre Boote mit dem Kran zu Wasser lassen. Auch Marco Lunge, Kapitän des 1/4-Tonners „Tigerente“, hat den Kran-Termin im Visier. Im Gegensatz zu seinen Segelkollegen hat er jedoch die meiste Arbeit noch vor sich. Unterwasserschiff schleifen und streichen; einige Holzteile müssen lackiert und der Rumpf poliert werden. „Und die Scheuerleisten brauchen einen neuen Anstrich.“ Auch die Elektrik an Bord bedarf einer Erneuerung. Vor allem das Osterwochenende nutzt der 46-Jährige zusammen mit Bootsmiteigner Remo Teuber für das Refit.

Kaum eine Handvoll Boote hat es schon an ihren Liegeplatz geschafft. Für den Großteil der Besatzungen geht die Arbeit in die letzten Züge. Dann zieren wieder schillernde Rümpfe und weiße Segel die Gewässer.

Liegeplätze für jedermann

300 Liegeplätze für Segel- und Motorboote stehen in Ribnitz-Damgarten zur Verfügung. Während die Liegeplätze in der Ribnitzer See auch für größere Boote geeignet sind, sind im Damgartener Hafen kleinere Boote besser aufgehoben.

50 Hauptliegeplätze unterhält der Segel-Club Ribnitz für seine Mitglieder; hinzu kommen 15 Liegeplätze für Gäste, die die Bernsteinstadt auf mit dem eigenen Schiff anreisen.
50 Gastliegeplätze bietet die Stadt im Ribnitzer Hafen für Boote mit bis zu 1,90 Meter Tiefgang.

 



Paula Mittermayer

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