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Ribnitz-Damgarten Senator: Pendler sorgen für größten Verkehrsärger
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Senator: Pendler sorgen für größten Verkehrsärger
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00:00 30.11.2017
Stadtmitte

Jeden Morgen kommen sie zu Tausenden in die Hansestadt, am Abend fliegen sie wieder aus – und aus Sicht von Senator Holger Matthäus sind sie der Hauptgrund für die Verkehrs- und Luft-Probleme in der Hansestadt: Der Grünen-Politiker will die fast 50000 Pendler, die jeden Tag auf den Straßen Rostocks unterwegs sind, zum Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel bewegen. Doch: „All unsere Bemühungen sind bisher am Landkreis gescheitert.“ Denn die Nachbarn würden Rostock mit dem Verkehr alleinlassen. „Die Gemeinden im Umland wachsen, aber sie investieren nicht in den Nahverkehr. Das muss sich ändern“, fordert Matthäus. Er fordert vom Landratsamt in Güstrow und dem kreiseigenen Busbetrieb Rebus neue, bessere Angebote.

30000 Menschen kommen zur Arbeit in die Stadt

Bereits im Jahr 2016 hat Rostock die Verkehrsströme aus dem Umland in die Stadt von der Technischen Universität in Dresden analysieren lassen. Ergebnis: Jeden Tag pendeln fast 33000 Menschen nach Rostock, 22000 fahren aus der Stadt heraus. „Die meisten Pendler – fast 22000 – kommen aus dem Landkreis, aus der direkten Nachbarschaft“, sagt Verkehrssenator Matthäus. Laut der Erhebung würden allein aus Dummerstorf fast 1500 Pendler jeden Tag in die Hansestadt kommen. Aus Broderstorf und Bad Doberan sind es auch mehr als 1000. „Diese Pendler erzeugen die größten Verkehrsprobleme in Rostock“, sagt Matthäus. Und weil das Umland in den kommenden Jahren massiv neue Baugebiete ausweisen wolle, werde sich die Lage noch verschärfen. Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) ergänzt: „Der Landkreis sorgt für zusätzliche Verkehrsbelastungen der Hansestadt Rostock, ohne sich hier nur im Geringsten an der Lösung des Problems zu beteiligen. Was das bedeutet, ist morgens und abends auf der Tessiner Straße, an der Vorpommernbrücke, auf der Hamburger und der Satower Straße zu erleben.“

Hansestadt kritisiert Verkehrsbetrieb im Umland

Während 65 Prozent der Rostocker zu Fuß, mit dem Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs seien, würde dieser Wert bei den Pendlern aus dem Landkreis nur bei knapp 30 Prozent liegen. „Aus unserer Sicht liegt das am Angebot der Verkehrsbetriebe im Umland“, so Matthäus. Die Hansestadt bezuschusse die Rostocker Straßenbahn AG über ihre Verkehrsholding jährlich mit rund zehn Millionen Euro. „Das ist uns ein guter Nahverkehr wert. Der Landkreis aber schießt bei Rebus nichts zu.“ Die Folge: „Im Umland besteht der Nahverkehr zu großen Teilen aus dem Schülerverkehr. Es gibt nur wenige Linien, die für Pendler attraktiv sind – die Busse nach Bad Doberan zum Beispiel“, so der Verkehrssenator. Er erwarte von den Nachbarn, dass sie Geld in die Hand nehmen, um diese Angebote auszubauen. „Wir brauchen auf mehr Strecken aus dem Umland einen Halb-Stunden-Takt. Und vor allem müssen die Verbindungen im Umland besser koordiniert werden“, moniert Matthäus. Ein Beispiel:

„Von Bad Doberan und Graal-Müritz fahren Regionalbahnen in die Hansestadt, von Güstrow eine S-Bahn. Diese Schienenverbindungen müssen aber auch an das Busnetz angebunden werden.“

Verkehrsverbund soll mehr Macht bekommen

Bereits seit Jahren arbeiten die Bahn, die RSAG und auch Rebus im Verkehrsverbund Warnow (VVW) zusammen. „Doch bislang geht es dabei hauptsächlich um Tarife und Tickets. Wir werden aber die Verkehrsprobleme mit den Pendlern nur gemeinsam lösen – indem wir den Nahverkehr gemeinsam planen und auch finanzieren“, so Matthäus.

Es sei an der Zeit, mit den Partnern im Landkreis „Tacheles zu reden“ und darüber, wie man Pendler zum Umstieg bewegen kann. „Die Park & Ride-Plätze am Stadtrand scheinen jedenfalls nicht die Lösung zu sein. Nur der Parkplatz am Dierkower Kreuz wird angenommen von Pendlern, alle anderen sind leer.“

Landkreis und Rebus gesprächsbereit

Sowohl das Landratsamt in Güstrow als auch Rebus selbst reagieren auf die Kritik aus dem Rostocker Rathaus mit Gesprächsbereitschaft: „Rebus ist ein gesundes und erfolgreiches Unternehmen. Einen Zuschuss zahlt die Kreisverwaltung nicht“, sagt Michael Fengler, der Sprecher von Landrat Sebastian Constien (SPD). „In unserer wachsenden Region muss der Nahverkehr mit dem Mobilitätsbedürfnis der Einwohner Schritt halten. Für den Landkreis bedeutet das, den Nahverkehr für den ländlichen Raum, das Rostocker Umland und in Richtung Hansestadt Rostock so zu gestalten, dass die Region zusammenwächst.“

Auch Rebus-Geschäftsführerin Simone Zabel will mit der Hansestadt reden: „Sicher verfügt der Stadt-Umland-Verkehr über ein Potenzial, das perspektivisch ausgebaut werden kann.“ Sobald die Zahlen einer neuen Verkehrserhebung vorliegen, wolle Rebus mit den anderen Partnern im Verkehrsverbund Warnow den neuen Nahverkehrsplan erarbeiten.

Konkreter wird Simone Zabel aber noch nicht. Nur so viel sagt sie: „Es gibt unsererseits auch schon Ideen und mögliche strategische Ansätze, den Stadt-Umland-Verkehr für unsere Fahrgäste auszubauen und zu optimieren. Ein wesentlicher Punkt dabei wird auch sein, dass wir gute Verkehrsverknüpfungspunkte für den Stadt- und Regionalverkehr im Rostocker Stadtgebiet schaffen. Das ist für Pendler ein entscheidendes Kriterium.“

Andreas Meyer

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