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Siebenjähriges Kind in Zingst gerettet

Zingst Siebenjähriges Kind in Zingst gerettet

Hamburger Junge drohte zu ertrinken. DLRG-Mitglieder helfen schnell aus der Notlage.

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Viel los: Die Grimmener DLRG-Mitglieder kümmern sich zurzeit um die Sicherheit der Badegäste am Zingster Strand.

Zingst. Eine dramatische Rettung hat sich gestern am Zingster Strand abgespielt: Ein siebenjähriger Junge klammert sich mit letzter Kraft an die Buhnen. Als Rettungsschwimmerin Britta Kirschke um 10.35 Uhr an den völlig unterspülten Buhnen ankommt, kämpft der kleine Badegast dort gerade um sein Leben.

„Ich hatte das Kind bereits vorher im Auge und ein ungutes Gefühl. Wenige Sekunden später musste ich eingreifen“, sagt Britta Kirschke. Die junge Retterin geht sofort ins Wasser und kämpft sich gegen die starke Strömung zu dem Kind vor und schleppt es aus dem Wasser.

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Viel los: Die Grimmener DLRG-Mitglieder kümmern sich zurzeit um die Sicherheit der Badegäste am Zingster Strand.

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„Der Junge war total erschöpft“, erklärt Oliver Habel (26), Vorsitzende der Grimmener Ortsgruppe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Lediglich dem schnellen Eingreifen der Lebensretter ist es zu verdanken, dass der Urlauber aus Hamburg diesen Tag „nur“ mit Schürfwunden, einer leichten Unterkühlung und einem gehörigen Schock in Erinnerung behalten wird.

In den vergangenen Tagen hatten nicht alle Badegäste an der Ostseeküste so viel Glück: Innerhalb einer Woche sind in MV sechs Menschen in den Küstengewässern ertrunken, vier davon auf der Insel Usedom (die OZ berichtete). Erst am frühen Samstagmorgen starb ein 35-jähriger Mann Berliner in Ückeritz. Wiederholt hatten die Rettungsschwimmer der DLRG beklagt, dass sich einige Gäste nicht an die Durchsagen oder gehissten Fahnen hielten.

So auch gestern in Zingst: Am Montagmorgen haben sich die Retter sehr frühzeitig dafür entschieden, die gelbe Fahne zu hissen. Lautsprecherdurchsagen weisen darauf hin, dass damit ein Badeverbot für Nichtschwimmer und Kinder verbunden ist. Im Falle des siebenjährigen Jungen aus Hamburg wurden diese Wahnhinweise — wie so oft — ignoriert und die Situation vollkommen unterschätzt. „Die starke Strömung hat die Holzbuhnen unterspült. Die Eltern haben die Situation nicht richtig eingeschätzt und deshalb nicht wahrgenommen, dass ihr Junge hier zu ertrinken drohte“, erklärt Habel.

Der kleine Junge in Zingst kam mit dem Schrecken davon. Rettungsschwimmerin Britta Kirschke hatte vom Nebenturm 10 aus frühzeitig bemerkt, dass sich das Kind an den Buhnen in Not befindet. Am Hauptturm gehen nach der Alarmierung fast zeitgleich ein Motorrettungsboot sowie zwei Rettungsschwimmer mit Notfallausstattung ins Wasser. Bereits 60 Sekunden später erreicht die DLRG-Frau das Kind und bringt den Jungen an Land. Zu diesem Zeitpunkt ist er laut DLRG zwar noch bei Bewusstsein, jedoch völlig erschöpft.

Eine Minute später treffen weitere Helfer am Einsatzort ein. Rettungsassistenten übernehmen die Untersuchung des Kindes. Er hat sich am ganzen Körper mehrere Schnittwunden durch die Holzbuhnen zugezogen. „Die Rettung hat super geklappt und das Team hat in diesem Fall wirklich Schlimmeres verhindert“, zeigt sich Oliver Habel zufrieden. Momentan besetzen 19 Rettungsschwimmer aus Grimmen die Türme in Zingst.

Aktive Ortsgruppe
Mehr als 120 Mitglieder hat die Ortsgruppe Grimmen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) gegenwärtig. Gegründet wurde sie im Jahr 1998, damals gab es zwölf Gründungsmitglieder.


Neben der Absicherung des Zingster Ostseebades sichert die Ortsgruppe die beiden Schwimmbäder in Kirch Baggendorf und Franzburg ab. Parallel laufen außerdem Erste-Hilfe-Kurse sowie die sanitätsdienstliche Überwachung dutzender Veranstaltungen.

 

Raik Mielke

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