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Ribnitz-Damgarten „So viele hilfsbereite und freundliche Menschen“
Vorpommern Ribnitz-Damgarten „So viele hilfsbereite und freundliche Menschen“
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17:53 11.03.2018
Diana Lembke (v.l.) und Katja Busse ließen sich in Lüdershagen von Susanna Schwarz typisieren. Quelle: Robert Niemeyer
Saal/Pruchten/Lüdershagen

Was für eine tolle Resonanz: Mehr als 300 Menschen haben sich am Sonnabend an der Typisierungsaktion gegen Blutkrebs der Feuerwehren im Amtsbereich Barth (Vorpommern-Rügen) beteiligt. „Das war überwältigend, der helle Wahnsinn. Wir hatten im Leben nicht mit so einem Ansturm gerechnet“, sagte Susanna Schwarz. Sie und ihre Mutter leben in Thüringen und waren am Wochenende eigens in ihre alte Heimat gereist, um potenzielle Stammzellenspender zu erfassen. „So viele hilfsbereite und freundliche Menschen, vielen Dank. Und auch an die Feuerwehren vielen Dank für die Unterstützung“, so Schwarz.

Insgesamt ließen sich 339 Menschen nach dem Motto „Stäbchen rein, Spender sein“ in den Gerätehäusern der Feuerwehren Saal, Lüdershagen und Pruchten typisieren. „Ich habe in meiner Familie selbst jemanden, der erkrankt ist. Da ist es selbstverständlich, dass ich mitmache“, sagte Katja Busse. „Ich möchte einfach helfen“, erzählte Diana Lembke. Beide griffen in Lüdershagen zum Stäbchen.

Shuttle-Service nach Wieck

Bis 15 Uhr nahmen Monika Christoph und Susanna Schwarz, die als Team „Kleine Taten – Große Helden“ ehrenamtlich Typisierungen gegen Blutkrebs durchführen, an den drei Standorten Proben. Die Aktion war so erfolgreich, dass die Typisierung in Barth mangels Zeit und Stäbchen abgesagt werden musste. Wer sich trotzdem typisieren lassen möchte, kann das über das Internet tun (www.dkms.de) oder am 25. März in der Darßer Arche in Wieck. Dort wird es von 10 bis 15 Uhr eine weitere große Typisierungsaktion in Zusammenarbeit mit der DKMS gemeinnützige GmbH (ehemals Deutsche Knochenmarkspender-Datei) geben. Für Barther, die helfen möchten, wird dann ein Shuttle-Sevice nach Wieck eingereichtet. Heute entscheidet sich zudem, ob es Anfang April auch im Bereich Ribnitz-Damgarten eine Typisierungsaktion geben wird.

„Und dann laufen mir die Tränen“

Hintergrund der Welle der Hilfsbereitschaft ist die Blutkrebs-Erkrankung der beliebten Prerower Frauenärztin Dr. Inka Horn (die OZ berichtete). Vor allem über das soziale Netzwerk Facebook haben ihre Familie, Freunde und Patienten den Aufruf zur Unterstützung gestartet. Jetzt wurde auch ein Spendenkonto eingreichtet, um die Mutter von drei Töchtern (10, 10 und 15 Jahre alt) finanziell zu unterstützen.

Mit einer Videobotschaft hat sich Inka Horn über die Facebook-Seite „Inka muss leben“ am Wochenende für die Unterstützung bedankt. „An alle, die ihr mir mit so vielen Aktionen Mut macht, den Rücken stärkt: Es ist total überwältigend, total großartig, für mich gar nicht zu erfassen. Ganz lieben Dank“, sagte Horn. Sie sei stolz und berührt. „Manchmal sitze ich einfach da, und dann laufen mir die Tränen. So wie jetzt . . .“

Ans Aufgeben denkt sie auf jeden Fall nicht. Inka Horn: „Ich bin total optimistisch und habe mir schon überlegt, was wir für eine große Party machen, wenn ich wieder zu Hause bin. Ich freue mich auf euch alle.“

Niemeyer Robert

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