Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Ribnitz-Damgarten Solidaritätswelle für beliebte Prerower Ärztin
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Solidaritätswelle für beliebte Prerower Ärztin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:20 05.03.2018
Der Aufruf, der derzeit im sozialen Netzwerk Facebook für Hilfe für Dr. Inka Horn wirbt. Quelle: Privat
Anzeige
Prerow/Wieck

Es ist wohl eine der schlimmsten Nachrichten, die man sich vorstellen kann: Diagnose Blutkrebs. Plötzlich ist nichts mehr, wie es war, ein Kampf gegen die Zeit beginnt. Hoffen und bangen, dass rechtzeitig ein passender Knochenmark- bzw. Stammzellenspender gefunden wird. Im sozialen Netzwerk Facebook wächst seit wenigen Tagen eine Welle der Solidarität und Hilfsbereitschaft für die bekannte Prerower Frauenärztin Dr. Inka Horn. In der vergangenen Woche erhielt sie die Diagnose, dass sie von einer der aggressivsten Formen der Leukämie betroffen ist, sagt Susanne Stolpmann.

Die Zingsterin, die in Mesekenhagen nördlich von Greifswald lebt, ist Patientin Horns und hat keinen Moment gezögert und bei Facebook einen Aufruf gestartet. „Frau Horn ist ein vor Leben sprühender Mensch, der am liebsten die ganze Welt umarmen möchte. Sie geht in ihrem Beruf auf und hilft auch darüber hinaus, wo sie kann“, sagt Stolpmann.

Wettlauf gegen die Zeit

Dr. Inka Horn wird bereits in einem Krankenhaus in Berlin behandelt. Vor allem für ihre drei Töchter eine sehr schwere Zeit. „Die Kinder sehen ihre Mutter nur sehr selten“, sagt Stolpmann. Die Zeit drängt, nur acht bis zwölf Wochen seien es im schlimmsten Fall. „Die Anteilnahme ist riesengroß“, sagt Anke Schüler aus Wieck. Sie hat sich mit der DKMS gemeinnützige GmbH (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei) in Verbindung gesetzt. Dienstagvormittag gibt es eine Telefonkonferenz. Geplant ist eine Typisierungsaktion in der Darßer Arche in Wieck.

Die Hoffnung: Einen Spender für Inka Horn zu finden, „aber natürlich auch für andere Betroffene“, sagt Schüler. Möglichst viele Menschen sollen sich an der Aktion beteiligen. Horn sei ein liebenswerter, hilfsbereiter Mensch. „Wir wollen etwas zurückgeben“, sagt die Chefin einer Häuslichen Krankenpflege.

Feuerwehr mobilisieren

Helfen will auch Monika Christoph. Ursprünglich kommt sie aus Hessenburg, arbeitet für das Deutsche Rote Kreuz in Sömmerda (Thüringen). Christoph möchte die Feuerwehrleute in der Region motivieren und mobilisieren, sich am Wochenende, wenn Christoph in ihre Heimat reist, typisieren zu lassen. „Wir suchen die Nadel im Heuhaufen“, sagt Monika Christoph, die sich mit ihrer Tochter Susanna Schwarz ehrenamtlich als Team „Kleine Taten - große Helden“ für den Kampf gegen Blutkrebs einsetzt.

Finanzielle Hilfe

Hinzu kommt ein finanzieller Aspekt. „Frau Dr. Horn hat zurzeit kein Einkommen. Deshalb möchten wir ein Spendenkonto einrichten“, sagt Susanne Stolpmann. Derzeit prüft sie, welche Möglichkeiten es für ein solches Konto gibt. Unter anderem soll mit dem Geld geholfen werden, Medikamente und Behandlungen zu bezahlen, die die Krankenkasse nicht übernimmt. Auch bei den laufenden Kosten für die Praxis soll geholfen werden. „Das ist ihr Lebenswerk. Sie geht in ihrem Beruf auf“, sagt Stolpmann. Vor mehr als zehn Jahren kam die Neubrandenburgerin Inka Horn nach Prerow, hat dort ihre Praxis mit viel Energie und finanziellem Einsatz aufgebaut.

Gestern ist unter dem Titel „Inka muss leben“ bereits eine Facebook-Seite erstellt worden, über die über weitere Schritte der Hilfe informiert wird.

Alle 15 Minuten

Alle 15 Minuten erhält laut DKMS ein Mensch in Deutschland die niederschmetternde Diagnose Blutkrebs. Viele Patienten sind Kinder und Jugendliche, deren einzige Chance auf Heilung eine Stammzellspende ist. Doch jeder zehnte Patient findet keinen Spender.

Blutkrebs ist der Oberbegriff für bösartige Erkrankungen des Knochenmarks beziehungsweise des Blut bildenden Systems, bei denen die normale Blutbildung durch die unkontrollierte Vermehrung von bösartigen Blutzellen gestört ist. Wegen dieser Krebszellen kann das Blut seine lebensnotwendigen Aufgaben nicht mehr ausführen, zum Beispiel Infektionen bekämpfen, Sauerstoff transportieren oder Blutungen stoppen.

Die DKMS-Datei potenzieller Knochenmark- und Stammzellspender enthält weltweit über sechs Millionen Personen, davon über 4,3 Millionen in Deutschland. Bezogen auf den Anteil der in Deutschland lebenden Spender verfügt die DKMS über etwa 60 Prozent aller in Deutschland typisierten Spender und über etwa 18 Prozent aller weltweiten Spender. Die DKMS betreibt damit die weltweit größte Spenderdatei.

Täglich werden weltweit durchschnittlich 18 Stammzelltransplantate, die von bei der DKMS registrierten Spendern stammen, an Patienten vermittelt.

Mehr im Internet unter: www.dkms.de

Niemeyer Robert

Ribnitz-Damgartenerin wurde per Haftbefehl gesucht. Die nächste Anklage wartet schon.

05.03.2018

Einsatz in der Nacht zu Montag. Die Kameraden mussten eine Tür aufbrechen. Wenige Minuten später wäre es wohl zu spät gewesen.

05.03.2018

Im erweiterten Gewerbegebeit „Paaler End“ soll eine Rettungswache entstehen. Die Zingster Gemeindevertreter haben das Vorhaben beschlossen. Die Kommune investiert rund 430 000 Euro.

05.03.2018
Anzeige