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Ribnitz-Damgarten Spendenflut für Brandopfer — und Jobangebot für Pauline (21)
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Spendenflut für Brandopfer — und Jobangebot für Pauline (21)
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00:00 23.03.2013
So einen Job bei Eisb�r Eis k�nnte Pauline Brandt (21) bekommen: Produktionsmitarbeiterin Angelika Kerwel verpackt Eis an einer Extrudieranlage. Quelle: Eisbär Eis
Ribnitz-Damgarten

Die Region fühlt mit den Brandopfern aus dem Körkwitzer Weg. Knapp 30 Menschen zwischen Ribnitz-Damgarten und Grimmen haben sich bei der OSTSEE-ZEITUNG und der Gebäudewirtschaft gemeldet, um für die Bewohner, die nichts mehr haben, Möbel, Bettwäsche, Geschirr, Kleidung und Gebrauchsgegenstände zu spenden.

„Wir haben unsere Schränke durchgesehen und ein paar Sachen gefunden, die vielleicht den Brandopfern helfen können“, schreibt beispielsweise Familie Feyerabend. Auch Ingelore Braun bietet ihre Hilfe an: „Es ist erschütternd, in welche Not man doch plötzlich geraten kann. Seit einiger Zeit türmen sich bei mir Kleidungsstücke, Schuhe und ein kleines Fernsehgerät, die ich auch den in Not geratenen Familien zur Verfügung stelle würde.“ Mit der großen Resonanz hatten auch die Mitarbeiter der Gebäudewirtschaft nicht gerechnet. Sie wurden in den letzten beiden Tagen quasi überrannt mit Angeboten.

„Wir leiten E-Mails und Telefonnummern an die Betroffenen weiter und die melden sich dann. Wir konnten auch schon einem Ehepaar zu einer Wohnzimmerausstattung verhelfen, aber es sind eigentlich jetzt schon zu viele. Die meisten haben nur eine Einraumwohnung, da passt nicht so viel hinein“, erläutert Christiane Sinnig-Wagner, Leiterin der Wohnungsverwaltung der Gebäudewirtschaft. Sie betont, dass die Spendenwilligen jedoch keinesfalls Geld bei der Gebäudewirtschaft abgeben sollen.

Der Brand im Körkwitzer Weg hat insgesamt sieben Mieter vor harte Zeiten gestellt. Einige haben fast alles verloren, wie Pauline Brandt (21), der nach dem Feuer am Montag nur ihr Hund Buddy geblieben ist (die OZ berichtete). Sie ist überwältigt von der Hilfsbereitschaft. „Wahnsinn, dass so viele Reaktionen kamen, das kann ich gar nicht glauben“, sagte sie gestern. Und die junge Frau kann sich noch über ein besonderes Angebot freuen. Manuela Fürtig, verantwortlich für Personal bei der Firma Eisbär Eis in Plummendorf, meldete sich auf den OZ-Beitrag. Das Unternehmen bietet der derzeit arbeitslosen Ribnitzerin ab sofort einen Job an. „Da wir derzeit Produktionshelfer suchen, bieten wir Frau Brandt ab sofort eine Arbeitsstelle in unserem Unternehmen an“, sagt Manuela Fürtig.

Vielleicht könne man ihr so helfen, schneller ins normale Leben zurückzufinden, so dass sie sich ersetzbare Gegenstände bald wiederbeschaffen kann.

Produktionshelfer bei Eisbär Eis arbeiten im Drei-Schichten-System und sind saisonbedingt sechs bis zehn Monate im Jahr eingestellt. Es gebe auch die Möglichkeit, sich innerbetrieblich weiterzubilden oder eine Lehrstelle anzutreten. „Wir bauen neue Stammleute auf, die junge Frau hat also gute Chancen, wenn sie möchte“, sagt Fürtig.

Pauline Brandt freut sich und will in der nächsten Woche auf jeden Fall mal bei dem Unternehmen vorbeischauen: „Ich werde mich gern dort mal vorstellen.“

Virginie Wolfram