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Ribnitz-Damgarten Hannes Parsch wird zum Derbyhelden
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Hannes Parsch wird zum Derbyhelden
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03:34 09.09.2013
Knapp setzten sich die Wöpkendorfer um André Künn (2. v. l.) und Jochen Müller (3. v. l.) gegen den VfB, im Bild Marc Viergutz (l.) und Frank Druckrey, durch.
Fußball

Ausgelassen tanzten die Kicker der SG Wöpkendorf und ließen sich von ihrem mitgereisten Anhang feiern. „So macht Fußball Spaß“, freute sich SGW-Kapitän Martin Slomski. Dass es am Ende die Wöpkendorfer sein werden, die eine Laolawelle nach der anderen anstimmten, hatten knapp 200 Besucher des Landesklassepokal-Derbys zwischen dem VfB Marlow und der SG Wöpkendorf wohl lange Zeit nicht zu glauben gewagt. Zu überlegen hatte der unterklassige Gastgeber das Spiel über eine Stunde lang bestimmt.

Doch dann brachen die Marlower konditionell komplett ein und bekamen sieben Minuten vor Ultimo durch einen Kopfballtreffer von Hannes Parsch den k.O. gesetzt. VfB-Coach Sven Köpke trauerte nach dem Spiel den Chancen aus der ersten Hälfte nach: „Da können wir den Sack schon zu machen. Auch nach der Pause waren wir noch besser, aber am Ende hat uns die Luft gefehlt. Aber kein Vorwurf an die Mannschaft.“ Köpkes Gegenüber Ronald Slomski freute sich dagegen für sein Team: „In einem Derby ist es egal, ob man verdient oder unverdient gewinnt. Klar war Marlow lange besser, aber am Ende hatten wir schlichtweg den größeren Siegeswillen und haben uns den Sieg erarbeitet. Ein Lob auch an das Schiedsrichtergespann, dass stets dafür sorgte, dass keine Hektik ins Spiel kommt.“

Im Marlower Waldstadion hatten die zahlreichen Zuschauer kaum Platz genommen, da brannte es im Wöpkendorfer Strafraum schon gewaltig. Stefan Ohlrich hatte eine Ecke von Benjamin Zierk aus acht Metern volley genommen und den Ball ins Fangnetz gezimmert (2.). Ohlrichs Fehlversuch war der Startschuss für eine starke Halbzeit der Marlower. Immer wieder kombinierten sie sich durch das Mittelfeld, während die langen Bälle der Wöpkendorfer nur selten einen Abnehmer fanden. Aber auch für die VfB-Stürmer Christof Tews und Benjamin Zierk war an der Strafraumgrenze meist Endstation. „Unserer Verteidigung kann man kaum einen Vorwurf machen. Marlow war uns im Mittelfeld überlegen“, nahm Ronald Slomski seine Defensivgarde in Schutz.

Dennoch „zündelten“ die VfB-Kicker gefährliche Strohfeuer. So scheiterte Tobias Rummler mit zwei Gewaltfreistößen (5., 23.) ebenso an SGW-Keeper Rainer Müller wie Christof Tews aus dem Spiel heraus mit zwei Versuchen von der Strafraumgrenze (14., 40.). „Da hatten wir schon Glück“, meinte auch Ronald Slomski, der eine kurze Halbzeitansprache hielt.

Bereits nach drei Minuten kehrte der Wöpkendorfer Coach aus der Kabine und stampfte wütend zurück auf die Trainerbank. Die kurze Ansprache schien Wirkung bei den Wöpkendorfern hinterlassen zu haben.

Denn nachdem der agile Christof Tews noch einmal aus spitzem Winkel das Marlower Tor anvisiert hatte (57.), weckte Ronny Zakrzewski seine Mitspieler samt zahlenmäßig stärkerem SGW-Anhang. Innerhalb von einer Minute hatte der Mittelfeldspieler zweimal knapp am Marlower Tor vorbei geschossen (67.).

Zakrzewskis Weckruf kam an und der Landesklasse-Vertreter drückte auf den Führungstreffer. So schlitterte der eingewechselte Robin Scheffler nur knapp an einem Querpass von Andre Brandt vorbei (80.).

Drei Minuten später fiel die Entscheidung: Hannes Parsch drückte einen Scheffler-Eckball per Kopf zum viel umgubelten 1:0 in die Maschen.

Der Kreisoberligist aus Marlow warf zwar in der Schlussphase noch einmal alles nach vorne, doch einzig die Gäste hatten durch Andre Brandt in der Schlussphase noch zweimal einen weiteren Treffer auf dem Fuß.

Am Ende hat uns die Luft gefehlt. Aber kein Vorwurf an die Mannschaft.“Sven Köpke, VfB-Trainer
Aufstellungen
SGW: Rainer Müller - Mario Schröder, Martin Slomski, Felix Scheffler (85. Frank Meier), Michael Rummelhagen - Hannes Parsch, Ronny Zakrzewski, André Künn (76. Fabian Schwärmer), Jochen Müller - Christian Thiel (65. Robin Scheffler), Andre Brandt.

VfB: Maik Schumacher - Marko Buddenhagen - Andreas Lewerenz, Frank Druckrey, Christoph Ehlers - Stefan Ohlrich, Sebastian Schuldt, Marc Viergutz, Tobias Rummler - Christof Tews, Benjamin Zierk

In einem Derby ist es egal, ob man verdient oder unverdient gewinnt.“Ronald Slomski, SGW -Trainer

Rainer Müller

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