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Ribnitz-Damgarten Ribnitz-Damgarten bietet dem Spitzenreiter lange Paroli
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Ribnitz-Damgarten bietet dem Spitzenreiter lange Paroli
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00:00 31.03.2014
Martin Schulz (am Boden) grätscht gegen Lars Rother. Der PSV wehrte sich lange stark. Quelle: Tommy Bastian

Tilo Treptow musste am Sonnabend den mitgereisten PSV-Fans am Damerower Weg Rede und Antwort stehen. „Warum machst du den nicht rein“, fragten sie. In der 70. Minute vergab der Mittelfeldspieler die Riesenmöglichkeit zum 3:3, als er nach einer Ecke des eingewechselten Toni Kornack per Kopfball aus vier Metern an Förderkader-Torwart Florian Krause scheiterte. „Das war der Knackpunkt, denn ein neuerlicher Ausgleich hätte uns einen psychologischen Vorteil verschafft“, meinte Treptow selbstkritisch. So hatten die Ribnitz-Damgartener im Spitzenspiel der Fußball-Landesliga nichts mehr hinzusetzen und unterlagen Tabellenführer FC Förderkader René Schneider noch mit 2:6 (1:2). Für den Förderkader war es der 15. Sieg im 16. Saisonspiel! Nur zum Auftakt beim 2:2 in Kühlungsborn ließen die Rostocker zwei Punkte liegen. Für den PSV endete eine Serie von elf Spielen ohne Niederlage.

Schon vor dem Spiel hatten Treptow und Krause, die sich aus gemeinsamen Jugendzeiten beim FSV Bentwisch kennen, geflachst und gewettet. Der 24-jährige Offensivspieler hatte sich einen Treffer vorgenommen. Der Torhüter hielt dagegen. „Du triffst auf keinen Fall“, betonte Krause. Und behielt Recht. „Den Kopfball hat Florian stark gehalten. Dafür muss ich ihm heute Abend einen ausgeben“, ärgerte sich Treptow und konstatierte: „Die Niederlage ist zu hoch ausgefallen. Mit der Leistung können wir zufrieden sein, mit dem Ergebnis nicht.“

Dass es nicht zu mehr reichte, lag an der fehlenden Kaltschnäuzigkeit vorm gegnerischen Tor und an individuellen Fehlern. So verlor Außenverteidiger Martin Schulz kurz vor der Pause völlig unnötig den Ball an der Eckfahne. Der dreifache Torschütze Marc Mauersberger bediente den Ex-Ribnitzer Stefan Kalweit, dessen Querpass verwertete Sven Schimanski zur Pausenführung (45.). Kurz nach Wiederbeginn schloss die einzige PSV-Spitze Paul Sund, der oft gut den Ball sicherte, einen Konter nach Querpass von Lars Bastian zum umjubelten 2:2 ab (51.). Ribnitz-Damgarten glaubte an sich und verlangte dem Favoriten alles ab. „Es kann ja nicht sein, dass der Förderkader ungeschlagen durch die Landesliga marschiert“, meinte Tom Winkler, der zur Pause verletzt raus musste. Das Verletzungspech warf die Gäste zurück. Denn während PSV-Trainer Ingo Plewka schon Patrick Hansen vor der Pause auswechseln musste, konnte Förderkader-Coach Stephan Malorny mit seinen Einwechslungen sogar das Tempo erhöhen. Der Wustrower Marcel Jankowski war gerade acht Minuten auf dem Feld, als er nach guter Vorarbeit von Schimanski zum 3:2 traf (59.). In der Folge hatten die Schneiderlinge Chancen beinahe im Minutentakt, gingen damit aber fahrlässig um. Tilo Treptow verpasste, die Hausherren für ihre Nachlässigkeiten zu bestrafen. In der Schlussphase schraubte Schneider das Ergebnis hoch.

„Der Sieg ist verdient. Dennoch ein großes Kompliment an den PSV, der uns voll gefordert hat. Ohnehin hat sich Ribnitz-Damgarten nach dem verpatzten Start toll in die Saison gespielt. Das war heute ein echtes Spitzenspiel“, lobte Stephan Malorny. Ingo Plewka meinte: „Dass der Gegner zu Chancen kommt, war klar. Aber wir haben nie aufgesteckt. Das war eine tolle Leistung.“

Weiter geht‘s für den PSV am kommenden Sonnabend (14 Uhr, Stadion Am Bodden) gegen den Tabellenzweiten Bölkower SV.

Statistik
PSV Ribnitz-Damgarten: Kracht — Hansen (37. Hogardt), Kunze, Winkler (45. Kornack), Schulz (52. Cummerow) — Kuster, N. Treptow — Bastian, Hirschmüller, T. Treptow — Sund.

Tore: 1:0 Mauersberger (16.), 1:1 Bastian (20.), 2:1 Schimanski (45.), 2:2 Sund (51.), 3:2 Jankowski (59.), 4:2 Mauersberger (87.), 5:2 Mauersberger (89.), 6:2 Rother (90.).

Zuschauer: 100.
Meine vergebene Chance zum 3:3 war ein Knackpunkt im Spiel. Der Ausgleich hätte uns Auftrieb gegeben.“Mittelfeldspieler Tilo Treptow (24), PSV Ribnitz-Damgarten



Tommy Bastian

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