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Sportgeschichte in 32 Bildern präsentiert

Ribnitz-Damgarten Sportgeschichte in 32 Bildern präsentiert

Jubiläumstag „150 Jahre Sport in Ribnitz-Damgarten“ begeisterte mit Umzug, Wettkämpfen und interessanten Gesprächen.

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Die Turner „Frankfurter Eichen“ sorgten für Vergnügen.

Ribnitz-Damgarten. Ganz Ribnitz-Damgarten war auf den Beinen am Samstagmorgen. Ob mit Fahrrad oder zu Fuß — alle zog es in Richtung Innenstadt. Auf der Gänsewiese und dem Bürgermeistergarten bot sich derweil ein buntes Bild. Die gut eintausend beteiligten Sportler formierten sich für den großen Festumzug. Mit drei lauten Gewehrschüssen setzte sich der Marsch in Bewegung. Das große Jubiläum „150 Jahre Sport in Ribnitz-Damgarten“ begann.

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Von links: Richard Nowakowski, Gerd Kische, Hans Meyer, Horst Leu, Fritz Sdunek, Andreas Dittmer und Eckhardt Rehberg.

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Hunderte Menschen sammelten sich entlang der Langen Straße. Hansa-Stadionsprecher Klaus-Jürgen Strupp und Herbert Kammel vom Organisationsteam standen mit Mikro und jeder Menge Zettel am Moderationswagen. In 32 Bildern stellten sich die unterschiedlichen Sportarten und -vereine der Stadt vor.

Langsam marschierte der Festumzug entlang des Rostocker Tors in Richtung Markt. Eines wurde schon nach wenigen Metern deutlich: Die Bernsteinstädter sind sportbegeistert. Sportler, Fahnen und Festwagen — soweit das Auge reicht. Da staunten viele der Zuschauer. „Dass wir so viele Sportler haben, wusste ich gar nicht“, war aus den Reihen der Besucher zu hören. Verständlich, denn selten bekommt man alle Sportler auf einmal zu Gesicht. Gut 3200 Ribnitz-Damgartener sind in Sportvereinen engagiert, darunter eintausend Kinder. „Trotz des demografischen Wandels nimmt die Anzahl an Kindern in unseren Sportvereinen zu“, verkündete Bürgermeister Frank Ilchmann bei der Festsitzung am Vorabend stolz.

Davon konnten sich die Zuschauer beim Festumzug überzeugen. Angeführt von den Reitern des Tonnenbundes über die historische Turnerfeuerwehr, die Schützengilde, Wassersportler, Handballer und jeder Menge anderer Sportarten, zog die Parade bis hin zum Stadion am Bodden. Und die Zuschauer zogen mit.

Der Tag im Stadion hätte abwechslungsreicher nicht sein können. Die Männer der „Frankfurter Eichen“ waren nur eines der zahlreichen Highlights. Ihre witzige Darbietung des historischen Turnens kam an.

Anschließend zeigten die Sportvereine der Stadt ihr Können. Die Judokas des Polizeisportvereins (PSV) demonstrierten Verteidigungs-Techniken. Die Turnerinnen des RSV flogen durch die Lüfte und die Frauen der Line-Dance Truppe sorgten für Country-Stimmung. Zum Schluss gaben die Frauen der Zumba-Gruppe alles.

Von den heißen Klängen wurden in den Spielpausen auch die Volleyballerinnen des Schweriner Sportclubs (SSC) angezogen. Sie folgte ebenfalls der Einladung zum Sportjubiläum in Ribnitz-Damgarten. „Uns macht es immer Spaß, anderen Leuten unseren Sport zu zeigen“, verrät Tanja Joachim. „Und es ist eine gute Abwechslung vom Trainingsalltag.“

Drei Ribnitzer Mannschaften stellten sich dem Duell mit dem Erstligisten: die Damen der Abteilung Volleyball des RSV, die Männer der Kraftsportlertruppe und der Verbandsligist Blau-Weiß

Ostseeschmuck. Während es RSV und Kraftsportler schwer gegen die Profis aus Schwerin hatten, konnte Blau-Weiß die Damen in Schach halten. Nach einer ersten Führung des SSC schaffte Blau-Weiß den Ausgleich, übernahm die Führung und ging als Sieger aus der Freundschaftsbegegnung.

Ein Highlight, was jedoch wenig Beachtung erhielt, fand auf dem Damgartener Sportplatz „Tannengrund“ statt. Die PSV-Auswahl empfing die polnische Fußballmannschaft aus Slawno. (Lesen Sie mehr dazu auf Seite 11.) Jede Menge Fußball gab es auch im Stadion am Bodden. Beim Turnier der Freizeitmannschaften lieferten sich fünf Mannschaften spannende Begegnungen. Mit drei souveränen Siegen konnten sich die Männer des RSV den Sieg sichern. Dicht gefolgt, auf Grund der Punktedifferenz jedoch verdienter Zweiter wurden die artfremden Ballsportler des Ribnitzer Handballvereins. Die PSV Freizeitliga Alte Herren holten sich mit einem Sieg, zwei Unentschieden und einer Niederlage Rang drei.

Ein rundum gelungener Tag ganz im Zeichen des Sportes ist das Resümee der Festveranstaltung. RSV-Präsident Horst Leu zeigt sich beim abendlichen Sportlerball sichtlich ergriffen von der Begeisterung der Ribnitz-Damgartener für den Sport. „Ich kann meine Freude gar nicht in Worte fassen“, gesteht Horst Leu. Die lange Vorbereitung und das Engagement der Arbeitsgruppe sowie aller Beteiligten haben sich gelohnt.

Nowakowski: Konnte mit Frauenboxen nicht viel anfangen
Ein Sprüche klopfender Fußballtrainer, ein in Erinnerungen schwelgender Boxer, jede Menge Nostalgie und ein zukunftsversierter Kanute — die Besucher des Sportlerstammtisches im Rahmen der großen Jubiläumsfeier „150 Jahre Sport in Ribnitz-Damgarten“ konnten einem abwechslungsreichen Profi-Gespräch beiwohnen. Und bekamen die Chance, eigene Fragen an die prominente Stammtischrunde zu stellen.

Horst Leu, Vorsitzender des Ribnitzer Sportvereins 1919 (RSV), gab an diesem Festtag sein Talkrunden-Debüt. Eine gewisse Nervosität war dabei nicht abzustreiten. Dennoch leitete er die Gesprächsgäste souverän. Fußball-Kulttrainer Hans Meyer, Nationalfußballer Gerd Kische, Olympia-Kanute Andreas Dittmer, Amateurboxmeister Richard Nowakowski und Boxtrainer-Legende Fritz Sdunek standen am Samstagnachmittag im Festzelt Rede und Antwort. Dazu gesellte sich auch Eckhardt Rehberg, der als Mitglied der Arbeitsgruppe „150 Jahre Sport“ an der Organisation beteiligt war.

Mit Ausnahme von Kanute Dittmer hat die Stammtischrunde in der ehemaligen DDR Leistungssport betrieben. Das war auch anfangs Thema der Runde. Die beiden Box-Profis waren sich einig, was die funktionierende Sportförderung im Osten anging. „Die sozialistische Planwirtschaft hat den Leistungssport nach vorne gebracht“, so Sdunek. Auf einen großen Vergleich des DDR-Sportsystems mit dem heutigen wollte sich Olympia-Kanute Andreas Dittmer nicht einlassen. Zum einen vermutlich auf Grund seines Alters, vor allem aber: „Das föderalistische System heute hat ganz andere Strukturen.“ Der 41-jährige Neustrelitzer teilt seine Erfahrungen, spricht offen an, was aktuelle Leistungssportler zu erwarten haben. Der Spagat zwischen einer abgeschlossenen Ausbildung und dem Sport ist „heutzutage unwahrscheinlich schwer“, weiß Dittmer aus Erfahrung: „Die soziale Absicherung der Athleten ist nicht gegeben.“

Auch das Publikum hatte Gelegenheit, eigene Fragen vorzubringen. Jeder Frage ging eine kleine Lobesrede an den jeweiligen Sportpromi voran. Die Bernsteinstädter bewunderten die sportlichen Leistungen und das Engagement der Stammtischgäste. Und kannten sich aus. Die Frage zu der Boxleidenschaft der Tochter vom Ribnitzer Richard Nowakowski war dem Profiboxer ganz und gar nicht zu persönlich.

„Anfangs konnte ich mit Frauenboxen nicht viel anfangen“, gesteht er. „Aber jedes Kind sollte Sport treiben.“ Dass sein sportlicher Werdegang Einfluss auf seine Tochter genommen hat, lässt sich dabei kaum abstreiten. Auch Fußballtrainerlegende Hans Meyer gab einen zum Besten: „Meine Tochter würde die Erbschaft ablehnen, sollte ich jemals den FC Bayern trainieren“, erzählt er die Anekdote eines Telefonscherzes.

Im Anschluss an den eineinhalb stündigen Stammtisch konnten sich die Sportfreunde aus Ribnitz-Damgarten noch ein Autogramm der Gäste holen. Eine solche Sportprominenz wird sich sicherlich nicht so schnell erneut in der Bernsteinstadt einfinden.

„Ich kann meine Freude gar nicht in Worte fassen.“Horst Leu, Vorsitzender

des Ribnitzer Sportvereins 1919,

über das gelungene Fest.

 

 

Paula Mittermayer

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