Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Ribnitz-Damgarten Tradition in Barth: Kuchen, Dampf und Kunsthandwerk
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Tradition in Barth: Kuchen, Dampf und Kunsthandwerk
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 09.12.2013
Am Stand der Dampfmaschinen: Linus Goltings und sein Opa Klaus Reiher sowie Gerd Erwied und Sigmar Gorezki (v. l.). Quelle: Claudia Haiplick
Barth

Kindheitserinnerungen, Handwerkliches und weihnachtliche Stimmung bescherte der Kunsthandwerkermarkt — er findet traditionell am 2. Adventswochenende statt — im Adligen Fräuleinstift in Barth. So genoss Inge Flechsig besonders den Kuchen. Er erinnerte die Bartherin an den Kuchen ihrer Mutter. „Der Geschmack, es ist fast wie damals bei uns zu Hause“, schwärmte sie.

Den Kuchen hatten Mitglieder des Fördervereins des Vineta-Museums spendiert. Vereinsmitglied Monika Moetz freute sich über das Lob.

Ein Stockwerk über dem Café bestaunte Edeltraud Braun mit ihrer Freundin die weihnachtlichen Dinge. Beide waren am Sonnabendmorgen von Prerow mit dem Bus nach Barth gekommen. Nach einem Spaziergang durch die Altstadt schauten sie beim Kunsthandwerkermarkt vorbei. „All die vielen Dinge hier zur Adventszeit sind wunderbar anzuschauen“, freute sich Edeltraud Braun. Da werde der Ausflug nach Barth zu einem besonderen Erlebnis. Sie verbringt zurzeit einen Aufenthalt in der Barmer-Klinik in Prerow. Auf einem Flyer dort hatten sie vom Barther Kunsthandwerkermarkt erfahren.

Im Adligen Fräuleinstift herrschte ein reges Treiben. Auch der Kleinbahnverein war mit einer Modellbahnanlage dabei. Gleich daneben zeigten Freunde der alten Barther Dampfmaschinen an einem funktionstüchtigen Modell, wie so eine Maschine funktioniert — ein wunderbares Spielzeug für große und kleine Jungs. So ließ es sich Klaus Reiher nicht nehmen, zusammen mit seinem Enkel Linus die Dampfmaschine in Miniaturausgabe zu betreiben. Es dampfte und qualmte gehörig. Als Elektriker war Klaus Reiher seinerzeit selbst für die alte Barther Dampfmaschine in der ehemaligen Zuckerfabrik verantwortlich. Und somit ist es auch ganz klar, dass er mit zur Interessensgemeinschaft der Freunde der Dampfmaschine gehört.

„Der Kunsthandwerkermarkt des Fördervereins gehört zu den ältesten Barther Traditionen in der Adventszeit“, verdeutlichte Vineta-Museumsleiter Gerd Albrecht. Viele Jahre im Museum veranstaltet, siedelte der Markt 2011 hinüber ins Fräuleinstift. Jedes Jahr stellen um die 20 Kunsthandwerker erlesene regionale Erzeugnisse von toller Qualität aus. So ist Maler Jürgen Börmel nunmehr zum dritten Mal dabei. Seine Barth-Bilder stießen auch in diesem Jahr wieder auf großes Interesse. Für Börmel lebt der Markt, weil der „Mix“ stimme. Viele Besucher würden sich in den Dingen wiederfinden.

Für Gerd Albrecht ist der Kunsthandwerkermarkt aus zwei Gründen „wunderbar“. „Es wird das Kunsthandwerk der Region gepflegt. Und es kommen Gelder hinein, die die Anschaffung von weiteren musealen Exponaten ermöglichen“, erklärte Albrecht und freute sich, dass es trotz widriger Umstände durch die Erkrankung des Vereinsvorsitzenden dennoch gelungen sei, wieder einen schönen Kunsthandwerkermarkt auf die Beine zu stellen. Monika Moetz hatte die Organisation kurzfristig übernommen.

Der Geschmack, es ist fast wie damals bei uns zu Hause.“Besucherin Inge Flechsig über den

angebotenen Speckkuchen

Claudia Haiplick