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Ribnitz-Damgarten Tribsees kämpft lautstark für die Grundschule
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Tribsees kämpft lautstark für die Grundschule
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00:00 07.03.2013
Da sind sich die Grundschüler am Dienstagabend vor dem Rathaus in Tribsees einig: Ihre Schule soll bleiben. Quelle: Ines Sommer
Tribsees

„Sozialverhalten ungenügend“ steht auf einem Transparent. „Es kann doch nicht sein, dass hier eine so traditionsreiche Schule weg soll“, schimpft Manuela Fiebig aus Rekentin. Auch Angela Wokersin kann sich gar nicht beruhigen: „Ich habe zwar keine Kinder mehr in der Schule, aber auch ich will, dass sie bleibt. Sonst haben wir ja bald nur noch alte Leute in der Stadt. Es gehen ja so schon so viele weg“, sagt die 57-Jährige. „Wenn die Schule stirbt, stirbt Tribsees — so einfach ist das“, findet auch Ulrich Baumann (72).

Schul-Chef Frank Telzerow lässt am Mikrofon noch einmal Revue passieren, was in den letzten Wochen passiert ist. „Nach einer Aussage von Tilo Koch aus der Abteilung Kommunalaufsicht des Kreises im Januar-Amtsausschuss stand ganz klar im Raum, dass mit Blick auf die Schulentwicklungskonzeption nur eine der beiden Schulen Bestand hat. Das heißt doch ganz klar: Tribsees oder Bad Sülze“, so der 48-Jährige. Auch Bürgermeister Thomas Molkentin (CDU) hat sich unters Volk gemischt: „Wir haben in dieser Stadt Bildung seit 1354. Und ich finde es toll, dass hier eine sachliche Atmosphäre herrscht.

Die Tribseeser wollen keine alten Gräben aufmachen. Von wegen Bad Sülze oder Tribsees. Hier steht auf Plakaten, dass alle drei Grundschulstandorte bleiben sollen.“

Im Rathaus beginnt wenig später die Amtsausschuss-Sitzung. Dort will Frank Telzerow wissen, warum nur zwei Standorte genehmigungsfähig seien. Außerdem fragt er, ob es Sinn macht, viel Geld in Bad Sülze zu investieren, wenn das Gebäude vielleicht gar nicht ausgelastet ist. Antworten gibt es keine. Amtsvorsteher Hartmut Kolschewski erklärt, warum: „Hier ist immer wieder die Rede von dem, was Herr Koch gesagt hat. Ich betone, dass dies nicht die Meinung des Amtsausschusses ist. Wir sind noch gar nicht soweit, weil wir gar keine genauen Schülerzahlen haben.“ Aber:

Einstimmig bekennen sich die 14 Amtsausschuss-Mitglieder: Alle Grundschulen — Tribsees, Bad Sülze und Grammendorf — sollen erhalten werden.

Ines Sommer

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