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Ribnitz-Damgarten Trotz Minus bei Übernachtungen macht Wieck Plus bei Kurtaxe
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Trotz Minus bei Übernachtungen macht Wieck Plus bei Kurtaxe
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00:00 13.03.2013
Der Geschäftsführer der Kur- und Tourist GmbH Darß, Lutz Hennig, sieht Wieck touristisch gut aufgestellt. Quelle: Timo Richter
Wieck

Saarländer werden in Wieck mit Handschlag begrüßt. Immerhin 34 Urlauber reisten im vergangenen Jahr aus Deutschlands kleinstem Bundesland in die kleinste Gemeinde auf dem Darß. Den Löwenanteil der Gäste stellten auch im Vorjahr wieder die Berliner, gefolgt von Urlaubern aus Sachsen und Nordrhein-Westfalen.

Insgesamt blieb die Zahl der anreisenden Gäste in Wieck im vergangenen Jahr mit gut 20 700 im Vergleich zu 2011 nahezu gleich, jedoch ging die Zahl der Übernachtungen im Vergleichszeitraum runter.

Annähernd 139 000 Gästeübernachtungen hatte der Geschäftsführer der Kur- und Tourist GmbH Darß, Lutz Hennig, abzurechnen — rund 5000 weniger als noch ein Jahr zuvor. Auf das Ergebnis der Kurtaxe hat sich das allerdings nicht negativ ausgewirkt — im Gegenteil. Die Einnahmen stiegen um 1,9 Prozent auf 235 300 Euro. Den Grund dafür sieht Lutz Hennig in einer Veränderung der Saisonzeiten. Die Hauptsaison dauert demnach vier Wochen länger als sonst.

Eindeutig erkennbar ist den Angaben Hennigs zufolge ein Trend zum Kurzurlaub. Die Aufenthaltsdauer aufs Jahr gerechnet wird immer geringer. Dabei sinkt die Aufenthaltsdauer vor allem in den Sommermonaten. Im Winter steigt sie im Vergleich zu den Vorjahren sogar leicht an.

Unangefochten an der ersten Stelle in der Rangliste der Gastgeber liegt das Hotel Haferland von Bürgermeister Bernd Evers. Fast 20 800 Übernachtungen wurden im vergangenen Jahr in dem Bio-Hotel registriert. Das ist zwar ein Rückgang im Vergleich zum Jahr davor, aber immer noch ein Vielfaches von den Vermietern Schumann mit 5030 Übernachtungen im zurückliegenden Jahr. Stark aufgeholt hat im vergangenen Jahr auch die Pension „Achtern Wieck“, in der 2012 gut 3830 Übernachtungen gezählt wurden.

Die Kommune sieht Lutz Hennig touristisch zwar gut aufgestellt, doch rückläufige Zahlen von Stammgästen bei gleichzeitig wenig neuen Gästen, die Wieck für sich entdecken, lassen Sorgen aufkommen. Per Beschluss einer Mehrheit der Gemeindevertretung — der entsprechende Gesellschafterbeschluss steht noch aus — soll die Kur- und Tourist GmbH Darß wieder Mitglied im Tourismusverband Fischland-Darß-Zingst werden. Weil sich Born, Prerow und Wieck in der jüngsten Zeit wieder aufeinander zubewegt hätten, sagt Hennig, „würde das Eigenmarketing der drei Darßgemeinden funktionieren“.

Mit dem Bürgermeister stimmt Lutz Hennig in seiner Einschätzung überein, mittel- bis langfristig werde der Darß als Ganzes Mitglied in dem regionalen Tourismusverband. Ansonsten würden die drei Darßgemeinden zusammen mehr Mitgliedsbeiträge zahlen müssen als Zingst, wo aber mehr Übernachtungen erfolgten.

Aktuelle Ausstellung in Darßer Arche ist Hemmschuh
Die Nationalparkausstellung findet immer weniger Interessenten. Im vergangenen Jahr waren es nicht einmal 9500 Besucher, die sich in der Schau verloren, die einst für 40

000 Gäste im Jahr konzipiert worden war. Erreicht wurden die geplanten Besucherzahlen nicht ein einziges Mal. Rund 500 Besucher weniger als im Vorjahr markieren einen seit Jahren anhaltenden Trend. Problem ist: Die Ausstellung wurde vor etlichen Jahren entworfen, die Installation selbst mit öffentlichen Mitteln gefördert. Aufgrund der damit einhergehenden Bindung, erweist sich die Ausstellung inzwischen eher als Hemmnis, die Darßer Arche zu besuchen und nicht als Anziehungspunkt. „Es fehlen Dinge zum Anfassen, Familien müssen sich wohl fühlen“, sagt der Geschäftsführer der Kur- und Tourist GmbH Darß, Lutz Hennig. Das Unternehmen betreibt die Darßer Arche. Zum Hauptanziehungspunkt hat sich das Café entwickelt. Wenn nur jeder zweite Café-Gast die Ausstellung besuchen würde, sagt Lutz Hennig, „hätten wir keine Probleme“. tri

Die Hauptsaison dauert vier Wochen länger.“Lutz Hennig, Chef der Kur- und Tourist GmbH

Timo Richter

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