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Ribnitz-Damgarten Über 6000 Namen ehrbarer Barther gelistet
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Über 6000 Namen ehrbarer Barther gelistet
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15:48 08.03.2018
In den Bürgerbüchern sind die Namen von 6000 Barther Bürgern aufgelistet. Quelle: Volker Stephan
Barth

Spricht man heute von den Barthern Bürgern, ist damit selbstverständlich die gesamte Einwohnerschaft der Kleinstadt am Bodden gemeint. Das war nicht immer so, denn in vergangenen Jahrhunderten wurde grundsätzlich zwischen Bürgern und Einwohnern unterschieden. Die Bürger standen im Ansehen sowie nach erhaltenen Rechten und Privilegien deutlich über den niederen Ständen, zu denen Unfreie, unehelich Geborene, Arme und auch Frauen zählten. Nicht viele dieser Niederen bekamen die Chance, sich aus ihrer sozialen Stellung zu befreien und in die Bürgerschaft aufzusteigen. Dieser Status war an bestimmte Voraussetzungen geknüpft und verlangte neben Geld auch die Erfüllung einer Reihe von Pflichten zum Wohle der Allgemeinheit.

Zweiter Band wird am Mittwoch vorgestellt

Bürger war man erst, wenn man nach der Ableistung des Bürgereides, der im Laufe der Jahrhunderte immer wieder angepasst wurde, Eingang in das sogenannte Bürgerbuch der Stadt Barth gefunden hatte. Gewöhnlich blieb dieser Schritt den Söhnen Barther Bürger sowie zugezogenen Handwerkern, Kaufleuten, Gelehrten oder Amtspersonen vorbehalten.

„Das Barther Bürgerbuch 1627 -1918 – Ein Beitrag zur Sozial- und Familiengeschichte der Stadt Barth“ heißt der zweite Band der Reihe „Veröffentlichungen des Stadtarchivs Barth“, der sich ausführlich dieser Thematik widmet. Vorgestellt wird er am Mittwoch, dem 14. März, um 18.30 Uhr während der Veranstaltungsreihe „Kultursalon“ im Vineta-Museum, wo er auch zum Vorzugspreis von 12 Euro zu bekommen ist. Beim Kauf ab dem Folgetag in der Barth-Information beträgt der reguläre Preis 15,50 Euro.

Das Lob für die mit Fleiß, wissenschaftlicher Sorgfalt und Geschichtsverständnis vollbrachte Erschließung der Barther Bürgerbücher gebührt wieder dem stadtgeschichtlichen „Powerteam“, bestehend aus Stadtarchivarin Stephanie Mählmann und dem ehrenamtlich tätigen Historiker Dr. Jürgen Hamel.Über 6000 Bürgernamen haben sie im Zuge der Aufarbeitung erfasst sowie in einem chronologischen und einem alphabetischen Teil des Buches aufgelistet. Im allgemeinen Teil gehen die Autoren auf die Inhalte der Bürgereide sowie auf die zu erfüllenden Voraussetzungen und Pflichten für den Bürgerstand ein.„Man musste Bürger sein, um beispielsweise ein Haus bauen oder ein Geschäft eröffnen zu dürfen“, so Stephanie Mählmann. Als Voraussetzung für den Eid hätte der Anwärter mittels Geburtsbrief beurkunden müssen, ehelich geboren, frei sowie deutsch (nicht wendisch) zu sein. Zugezogene hätten zusätzlich den Nachweis über ihre regionale Herkunft erbringen müssen. Auch sei ein nach sozialem Stand und Beruf gestaffeltes Bürgergeld zu entrichten gewesen.

Name, Herkunft und Beruf sind aufgelistet

„Zuständig für die Abnahme des Bürgereides war der Stadtkämmerer, der auch die Eintragung ins Bürgerbuch vornahm. Daraus sind noch heute das Datum des Eides, der Beruf und eventuell die Herkunft des Bürgers ersichtlich“, erklärte Stephanie Mählmann, „will man aber zur Ahnenforschung die Lebensdaten ausfindig machen, sollte man im Kirchenregister suchen. Personenstandsunterlagen werden nämlich erst seit 1874 von der Verwaltung geführt.“

Auch über die Pflichten der einstigen Barther Bürger ist Aufschlussreiches zu erfahren: „Dem Rat gehorchen, Steuern und Abgaben entrichten, an Versammlungen und Verkündungen teilnehmen, Dienste zum Nutzen der Stadt leisten, in Notsituationen helfen, Kriegsdienst verrichten, Wache vor dem Stadttor schieben …“.Stephanie Mählmann freut sich noch heute, dass es ihr vor drei Jahren gelungen war, den Barther Bürgermeister Dr. Stefan Kerth vom regionalgeschichtlichen Wert einer eigenen Archivreihe zu überzeugen. „Wir verfügen über viele Schätze in unseren Beständen, die wir der Allgemeinheit zugänglich machen möchten. Aber nur große Archive bringen eigene Schriftreihen heraus – dank der Unterstützung durch den Bürgermeister können wir das nun auch.“ Stefan Kerth ist im Impressum als Herausgeber der Reihe ausgewiesen.

Volker Stephan

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