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Ribnitz-Damgarten Ungezähmte Natur auf riesigen Bildern
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Ungezähmte Natur auf riesigen Bildern
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00:11 07.05.2018
Inge Lise Westman stellt bis Anfang September großformatige Bilder im Kunstmuseum Ahrenshoop aus. Quelle: Foto: Luis Mülbach
Ahrenshoop

Diese Ausstellung umfasst nicht viele Bilder. Aber dies liegt nicht an geringer Auswahl, sondern am Format der Bilder der Dänin Inge Lise Westman. Allein das Gemälde „Rotes Meer“ ist fast fünf Meter breit. Da braucht es den lichten Saal und die hohen Wände des Kunstmuseums Ahrenshoop, um derart voluminöse Arbeiten zeigen zu können. Seit dem Wochenende sind Werke der Malerin von der Insel Bornholm zu sehen.

Der Kontakt zu Inge Lise Westman kam durch den Stralsunder Arzt Ulrich Müller zustande. Gleich nach dem Mauerfall reiste das Ehepaar Müller nach Bornholm und entdeckte dort die beeindruckenden Arbeiten der Malerin und Grafikerin. Fast 30 Jahre später, Ulrich Müller sitzt mittlerweile im Vereinsvorstand des Kunstmuseums Ahrenshoop, kommt es zu einer großen Westman-Ausstellung, gemäß dem Anspruch des Hauses, den blick auf die Künstlerkolonie auch durch regelmäßige Stippvisiten bei Künstlern aus Ostseeanrainer zu erweitern. Das ist nun gelungen: Katrin Arrieta, künstlerische Leiterin des Hauses, traf im Atelier der Malerin eine Auswahl der Gemälde für den Ausstellungsraum und einigen mittelgroßen Grafiken fürs Foyer des Museums. Es ist die erste Schau einer Künstlerin aus dem Ausland im Ahrenshooper Museum.

Bornholm und die Ostsee spielen eine große Rolle im Werk der Künstlerin. Seit vielen Jahren lebt Inge Lise Westman auf der Insel und lässt sich immer wieder von der unerschöpflichen Natur um sie herum inspirieren. Der Titel der Schau, „Wo die Saatkrähen wenden“, spielt auch auf die Urwüchsigkeit der Region an. Tatsächlich wird die Insel gerade von Vögeln als Brut- oder Rastplatz genutzt.

Dabei sind es nicht Tiere, die Inge Lise Westman beschäftigen, sondern das weite Land, der hohe Himmel, der Horizont. Oder auch die unergründlichen Wälder. In zwei Bildern sind oben Baumwipfel angedeutet, darunter dunkle, undurchdringliche Farben, die einander überlagern. Auf einem anderen Bild tost ein schwarzes Meer, das Ufer schmal und unscheinbar an den oberen Bildrand gedrängt. Diese Werke sind nicht gegenständlich und bilden auch keine konkreten Landschaften ab. Vielmehr verdeutlichen sie die Kraft der Natur, das Beeindruckende der Naturgewalt, das Urwüchsige einer ungezähmten Umgebung.

Inge Lise Westman ist eine der bekanntesten Künstlerinnen Dänemarks. Sie stammt aus einem Künstlerhaushalt, ihre Eltern waren Bildhauer und Grafiker. Die Malerin kam 1945 zur Welt und studierte Malerei und Grafik in Kopenhagen. Nach vielen Reisen ließen sie und ihr Mann Ole Hertz sich 1974 auf Bornholm nieder. Westmans Bilder erzählen auch von dem Respekt vor der Natur, den sie auf der Insel erwarb. Ausstellung bis 2. September täglich 11 bis 18 Uhr

Luis Mülnbach

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