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Ribnitz-Damgarten Unternehmer frühstücken Probleme ab
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Unternehmer frühstücken Probleme ab
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12:45 10.05.2017
Rund 40 Unternehmer in Dierhagen folgten einer Einladung zum Auftakt eines gemeinsamen Frühstücks, während dem verschiedene Probleme angesprochen wurden. Quelle: Richter, Timo
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Dierhagen

Rührei mit Schnittlauch gab es zum Auftakt eines Unternehmerfrühstücks in Dierhagen (Landkreis Vorpommern-Rügen) am Dienstag nicht, dafür etliche Hinweise von Gewerbetreibenden zu Problemen, etliche Wünsche für Verbesserungen von großen und kleinen Missständen. Während der Diskussion hatte Kay Mittelbach, Vorsitzender des Ausschusses für Tourismus, Handel und Gewerbe der Dierhäger Gemeindevertretung, viel aufzuschreiben. Auch der Zettel von Kurdirektor Stephan Fellmann füllte sich rasch, denn die rund 40 Gewerbetreibenden, die der Einladung zum ersten Unternehmerfrühstück in Dierhagen gefolgt waren, hatten sich gut vorbereitet.

Wohnungsbau angemahnt

Hotelchefin Isolde Heinz lobte die Initiative als „großartig“ und stieß damit ins Horn weiterer Unternehmer in Dierhagen, die sich die Chance zum gegenseitigen Kennenlernen nicht entgehen ließen. Mit fehlenden Wohnungen für Mitarbeiter in Hotellerie und Gastronomie sprach sie auch eines der drängendsten Problemen nicht nur in Dierhagen, sondern auf der gesamten Halbinsel Fischland-Darß-Zingst an. „Unsere ,Breakout-Zone’ ist Ribnitz-Damgarten. Weil aber der öffentliche Personennahverkehr nicht so gut aufgestellt ist, werden die Beschäftigten häufig mit hoteleigenen Bussen hin- und hergefahren.“ Mittelbach verwies auf Flächen, die die Kommune liebend gern für den Wohnungsbau zur Verfügung stellen würden. „Aber die Raumordnung nimmt uns die alle raus, um das Ausbluten von Städten zu verhindern.“ Bürgermeisterin Christiane Müller (Linke) verwies auf eine Satzung für Dierhagen-Dorf und den Ortsteil Dändorf, wonach Wohnraum nach einem Eigentümerwechsel nicht zugunsten von Ferienwohnungen aufgegeben werden dürfe.

Infrastruktur für Einheimische

Damit wird nach Einschätzung der Bürgermeisterin auch der Bestand von Kindertagesstätte und Grundschule gesichert. Das politische Handeln richte sich nicht allein an den Wünschen der Unternehmer aus. „Wir müssen an die Einheimischen denken. Wenn wir denen keine Infrastruktur bieten, sind die auch weg“, fürchtete die Bürgermeisterin. Und darum soll Wohnungsbau erfolgen. Plan ist, im Bereich der Blöcke in Dierhagen-Dorf tätig zu werden, „wenn das Geld da ist“.Eine Vielzahl der Gewerbetreibenden lebt allerdings vom Tourismus. Der Zustand öffentlicher Toiletten und Reitwege oder Freizeitangebote standen bei den Unternehmern im Vordergrund. Eine Besucherin sprach von einem gruseligen Eindruck bei der Nutzung der öffentlichen Toilette am Hauptübergang. Der Kurdirektor beeilte sich, eine Sanierung der Einrichtung dort sowie der in Neuhaus auf dem Plan zu haben. Einmal mehr bewies sich Fellmann als Visionär. Um Freizeitangebote für Einheimische und Gäste vorzuhalten, müsse „das Mittelschiff eines Kreuzfahrtschiffes“ anstelle der Bauruine des Sport- und Freizeitzentrums platziert werden. Die Kommune wurde nach jahrelangem Rechtsstreit das Grundstück mit dem Objekt zu 99,9 Prozent zugesprochen. Da wachsen nun Wünsche und Visionen. In gewohnter Manier preschte der Dierhäger Kurdirektor vor. Weil dort bauplanungsrechtlich weitere Gebäude entstehen könnten, sieht Fellmann in direkter Nachbarschaft zum Sport- und Freizeitzentrum gleich noch eine moderne Version einer Jugendherberge entstehen. Deren Gäste „sind unsere Gäste von morgen“, so der Kurdirektor.

Mehr Qualität gefordert

Einleitend hatte Kurdirektor Stephan Fellmann anstehende Projekte vorgestellt. Schaukästen sollen beispielsweise durch elektronische Litfasssäulen ersetzt werden. Vor allem aber soll Dierhagen eine Marke werden, jung und dynamisch. Kritisch sah Fellmann die aktuelle Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Fischland-Darß-Zingst. Der Verband befinde sich mit Blick auf den Zweckverband Maritimer Lückenschluss in einer Selbstfindungsphase. Derweil sei die Qualität etwa bei Broschüren gesunken, dabei galt der Verband einst als Aushängeschild. Immer wieder betonte Fellmann die Qualität von Angeboten, auch für den Hauptaufgang mit den Buden müsse die auf Dauer gesteigert werden.

Timo Richter

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