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Verrückte Idee: Barther organisieren Biathlon-Spektakel

Barth Verrückte Idee: Barther organisieren Biathlon-Spektakel

Die Paddler vom Drachenbootverein „Pommernexpress“ holen die Wintersportart in den Norden und sind nicht einmal auf Schnee angewiesen

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Thomas Engel zeigt auf dem Gelände der Drachenbootpaddler, auf welche Scheiben beim Pommernbiathlon geschossen wird.

Quelle: Foto: Marco Schwarz

Barth. Es ist kein Geheimnis, dass der Norden der Republik gemeinhin als wintersportliches Brachland gilt. Skispringen auf dem Darß? Undenkbar. Abfahrtslauf in Ribnitz-Damgarten? Keine Chance. Oder gar Rennrodeln in Bad Sülze? Ausgeschlossen. Und auch wenn von einer der beliebtesten deutschen Wintersportarten, dem Biathlon, die Rede ist, denken Fans eher an Oberhof oder Ruhpolding. Doch das könnte sich nun ändern. Ein paar Enthusiasten haben sich vorgenommen, der Biathlon-Landkarte die Stadt Barth hinzuzufügen. Klingt verrückt? Das ist es auch!

Hinter der Idee stecken die Paddler vom Barther Drachenbootverein „Pommernexpress“. Und die werden am 24. Februar auf ihrem Gelände am Borgwall einen Staffelwettbewerb beim sogenannten Pommernbiathlon veranstalten. Einer der Mitorganisatoren ist Thomas Engel. „Der Winter ist in unserer Wassersportart an Höhepunkten relativ arm. Mit der Veranstaltung wollen wir unser Vereinsleben bereichern“, erläutert er. „Da hat sich eine Schnapsidee verselbstständigt und inzwischen eine Eigendynamik angenommen“, fügt Engel augenzwinkernd hinzu. Die Planungen seien bereits weit fortgeschritten.

„20 Staffel-Teams können am Wettbewerb teilnehmen“, sagt Rico Kramer, der die Öffentlichkeitsarbeit für den Pommernbiathlon übernommen hat. Eine Staffel besteht aus fünf Teilnehmern, von denen einer für die Sicherheit am Schießstand verantwortlich sein wird. Die vier Läufer absolvieren jeweils zwei Runden. Insgesamt kommen so rund 500 Meter zusammen. Geschossen wird mit Luftgewehren auf eigens angeschaffte Klappscheiben – jeweils einmal liegend und einmal stehend. Bei Fehlschüssen gibt es Strafsekunden.

Völlig unabhängig sind die Veranstalter dabei vom Wetter. „Ganz gleich, ob Schnee liegt oder nicht. Wir werden starten“, versichert Thomas Engel. „Ähnlich wie Allwetterreifen sind unsere Bretter für jeden Untergrund geeignet“, meint er süffisant. Denn die Ski, die übrigens derzeit extra in einer Werkstatt angefertigt werden, sind für alle Teilnehmer gleich. Das erhöhe außerdem die Chancengleichheit. 60 Paar dieser Latten werden derzeit produziert. Endgültig gelüftet wird das Geheimnis um die Ausrüstung aber erst am Wettkampftag.

In einem Selbstversuch hat er das Material bereits getestet. „Das ist ziemlich anstrengend. Der sportliche Aspekt ist keineswegs zu unterschätzen. Und man bekommt einen guten Eindruck, was die Biathleten vor allem auch am Schießstand so leisten“, berichtet der Barther von seinen Erfahrungen. Übrigens wird beim Pommernbiathlon „nur“ aus einer Entfernung von rund sieben Metern auf die Scheiben mit einem Durchmesser von drei Zentimetern geschossen.

Den Sicherheitsaspekt haben die Veranstalter im Blick. „Wir haben entsprechende Erkundigungen eingeholt. Der Schießstand wird gesichert, die Mannschaften werden entsprechend belehrt. Zudem gibt es pro Team einen Verantwortlichen“, erläutert Rico Kramer. Die Luftgewehre verbleiben zudem während des Wettbewerbs am Schießstand. Die Läufer werden mit einer Attrappe aus Holz, die mit einem Gurt versehen ist, auf die Runden geschickt. „Sie dient zugleich als Staffelstab und wird in der Wechselzone übergeben“, sagt Kramer.

Die Resonanz auf die Veranstaltung ist enorm, der größte Teil der Startplätze bereits vergeben. „Wir sind zu 70 Prozent ausgebucht. Das freut uns natürlich“, sagt Rico Kramer. Mitstreiter Thomas Engel betont, dass in der Vorbereitung viele fleißige Helfer vom Verein eingebunden sind. Und natürlich hoffen die Organisatoren auch auf großen Publikums-Zuspruch. Möglichkeiten, das sportliche Treiben auf der Strecke und am Schießstand zu verfolgen, werden eingerichtet, die Versorgung der Gäste und Sportler abgesichert.

„Wir hoffen, dass der Pommernbiathlon zu einem Gaudi für alle Beteiligten wird“, sagt Thomas Engel. Und kräftig mit den Augen zwinkernd hofft Rico Kramer: „Vielleicht wird Barth ja eines Tages in einem Atemzug mit Oberhof oder Ruhpolding genannt.“

Zeitplan und Kontakt

Der Pommernbiathlon wird am 24. Februar auf dem Gelände des „Pommernexpress“ am Barther Borgwall veranstaltet.

Treffpunkt für die Teams ist um 9 Uhr. Die Besprechung der Team-Kapitäne findet um 9.15 Uhr statt. Um 10 Uhr gehen die ersten Läufer auf die Strecke.

Vier Teilnehmer gehen gleichzeitig auf die rund 250 Meter lange Runde. Die ist zweimal zu absolvieren. Geschossen wird liegend und stehend.

Mehr Informationen und Kontakt:

www.pommernbiathlon.jimdo.com oder www.facebook.com/pommern.biathlon.7

Marco Schwarz

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