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Viel Lärm um Windrad in Saal

Neuendorf-Heide Viel Lärm um Windrad in Saal

Gemeinde läuft Sturm gegen eine private Anlage in Neuendorf-Heide. Landkreis hat den Bau aber genehmigt.

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Kapitän Peter Maaß an seinem Schreibtisch. Er sammelt Unterschriften gegen ein windräderfreies Neuendorf-Heide.

Quelle: Detlef Lübcke

Neuendorf-Heide. Widerstand gegen ein Windrad: In der Gemeinde Saal läuft eine Unterschriftenaktion gegen den Bau eines privaten Windrades in Neuendorf-Heide.

Die Mehrheit der Gemeindevertreter hatte sich bereits mehrfach gegen die in der Waldstraße geplante, knapp zehn Meter hohe Klein-Windkraftanlage ausgesprochen. „Wir haben nach reiflicher Überlegung den Bauantrag abgelehnt“, sagt Kapitän Peter Maaß (71/Die Linke), stellvertretender Bürgermeister. Er verweist darauf, dass 1993 durch die damalige Gemeindevertretung ein Aufstellen von Windrädern innerhalb der Dorfgrenzen untersagt worden sei. Der jetzige Gemeinderat hätte diesen Beschluss im vergangenen Jahr noch einmal bestätigt.

„Ungeachtet unseres Beschlusses hat die zuständige Baubehörde des Landkreises jedoch eine Genehmigung für die Klein-Windkraftanlage erteilt“, sagt Peter Maaß und ist erbost über die Ignoranz. Der Bauantrag hätte schon drei Mal auf der Tagesordnung von Gemeindevertretersitzungen gestanden. „Das Ergebnis war immer Nein. Ist das Wort der Gemeinde denn gar nichts wert? Wir machen unsere Arbeit für die Gemeinde alle ehrenamtlich und dann wird so mit uns umgegangen. Das ist ja wie in einer Diktatur“, schimpft der 71-Jährige.

Bei der Baubehörde des Landkreises Vorpommern- Rügen kann man die Aufregung um die private Anlage nicht verstehen. „Es ist alles durch unsere Mitarbeiter geprüft worden. Es handelt sich dabei um eine Nebenanlage und der Standort ist so gewählt, dass keine Nachbarn unzulässig beeinträchtigt werden“, informiert Steffen Schulze, Fachgebietsleiter für Bauordnung und Tiefbau beim Kreis. Die Kleinanlage dürfe nur Strom für das Grundstück erzeugen. Er betont, dass es eine Vorort-Begehung gegeben habe. „Wir sind sehr kritisch in solchen Fällen.“

Auch den Ärger im Ort habe man versucht bei einer gemeinsamen Beratung mit Vertretern des Landkreises und der Gemeinde Saal zu beschwichtigen.

Allerdings ohne Erfolg. Die Ortsvertretung will sich mit der Entscheidung des Kreises nicht abfinden. „Wir haben Widerspruch eingelegt“, erklärt Maaß. Jetzt werden auch die Einwohner per Aushang und Flugblatt nach ihrer Meinung gefragt: Darauf steht unter anderem „Wollen wir in unserem Dorf so ein Monster haben?“ Bürgermeister Wolfgang Pierson (62/CDU) und Maaß nehmen dazu persönlich oder telefonisch Meinungen entgegen. Bei Peter Maaß liegt außerdem die Unterschriftenliste gegen die Klein-Windkraftanlage aus. Rund 60 Namen standen bis gestern schon darauf. „90 Prozent unserer Bürger sind gegen die Anlage“, resümiert Maaß.

Die Gemeinde will die Liste dem Kreis zukommen lassen. Gegen das Windrad spricht für sie eine ganze Reihe von Gründen. Sie befürchtet eine Lärmbelästigung, da der Abstand zu einigen Wohnhäusern in der Nachbarschaft nach ihrer Ansicht zu gering sei. Der natürliche Charakter des Dorfes würde außerdem nicht gewahrt und „Touristen dadurch abgeschreckt“. Auch Brutplätze seien gefährdet, ebenso der Lebensraum der hier vorkommenden Fledermäuse.

„Die Dörfer in unserer Gemeinde dürfen und sollen nicht zu Windparkdörfern werden“, betont der stellvertretende Bürgermeister.

Der Bauherr der Anlage war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Windräder verfahrensfrei?
Klein-Windkraftanlagen, die auf privaten Grundstücken errichtet werden, sind derzeit noch genehmigungspflichtig durch die entsprechenden Behörden. Das könnte sich mit der Novellierung der Landesbauordnung jedoch ändern. Wie Steffen Schulze, Fachdienstleiter für Bauordnung und Tiefbau im Landkreis, erklärt, wird das Gesetz derzeit überarbeitet. Dabei gebe es auch Gedanken, kleine Windkraftanlagen als verfahrensfrei einzustufen — damit würde es keiner Genehmigung mehr bedürfen. Steffen Schulze spricht sich klar gegen so eine Regelung aus. Auch Kleinanlagen sollten weiter geprüft werden.

Detlef Lübcke und Virginie Wolfram

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Neuendorf-Heide/Saal
Kapitän Peter Maaß (71) sammelt Unterschriften gegen ein windräderfreies Neuendorf-Heide.

In Saal (Vorpommern-Rügen) wurde eine Unterschriftenaktion gegen den Bau einer Strommühle gestartet.

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