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Ribnitz-Damgarten Vogelpark in der Warteschleife
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Vogelpark in der Warteschleife
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00:00 13.12.2017
Marlow

Um die geplante Quarantänestation für den Vogelpark Marlow gibt es Ärger. Der Bebauungsplan dazu muss überarbeitet werden. Hintergrund ist, dass die Untere Naturschutzbehörde einige Einwände hat und weitere Gutachten fordert. Für Irritation bei Planern und Stadtverwaltung sorgt dabei nicht unbedingt die Tatsache, dass es überhaupt Einwände gibt, sondern dass sie erst jetzt kommen. „Die Frustration entsteht dadurch, dass die Untere Naturschutzbehörde im ersten Beteiligungsverfahren keine Einwände hatte“, sagte Norbert Schöler, Bürgermeister von Marlow. Jetzt, ein halbes Jahr später, seien in der zweiten Beteiligungsrunde Forderungen aufgestellt worden. So soll beispielsweise untersucht werden, inwiefern sich ein geplanter Parkplatz, der zu dem B-Plan gehört, auf ein Biotop in der Nähe auswirkt.

Um zumindest dem Vogelpark zu helfen, soll der Bereich, in dem die Quarantänestation gebaut werden soll, für sich betrachtet und als so genanntes sonstiges Sondergebiet Zoo ausgewiesen werden. Die Einwände der Naturschutzbehörde würden die Station nicht treffen. Es könnte gebaut werden. „Der Vogelpark will damit vorankommen. Da hängen auch Fördermittel dran“, so Planer Reinhard Böhm.

Laut Kreissprecher Olaf Manzke sei die Stellungnahme zu dem B-Plan in der ersten Runde einfach nicht geschafft worden. Aufgrund von Krankheit sei die Abteilung unterbesetzt gewesen. „Wir konnten es nicht termingerecht abarbeiten. Das ist misslich und tut uns auch sehr leid“, so Olaf Manzke.

Zwei Monate verloren

„Das ist wirklich unglücklich“, sagt Vogelpark-Chef Matthias Haase. „Die Behörde hätte lieber gleich sagen sollen, was fehlt. Dann hätte man das im Vorfeld klären können.“ Etwa zwei Monate seien bei der Planung verloren gegangen.

Der Vogelpark braucht die Quarantänestation, um wieder stärker mit anderen Zoos zusammenarbeiten zu können. Aufgrund der so genannten Balai-Richtlinie, die den Tierhandel in der EU regelt, sollen Zoos eine solche Auffangstation vorhalten, um die Ausbreitung von Seuchen zu verhindern. Dabei geht es vor allem um den Tausch von Tieren. Der Vogelpark in Marlow kann derzeit nur eingeschränkt neue Tiere aufnehmen oder eigene abgeben. „Viele Zoos in Europa arbeiten nicht mehr mit uns zusammen“, sagt Matthias Haase.

Das etwa 35 mal sieben Meter große Gebäude wird unter anderem mit einer speziellen Luftfilteranlage ausgestattet, um die Ausbreitung von Viren und Bakterien zu verhindern. Auch der Tierarzt des Vogelparks bekommt einen eigenen Raum.

Fünf Millionen Euro

Die Station ist Bestandteil eines Südamerika-Projekts, das auch unter anderem eine neue Voliere für Vögel vorsieht. Fünf Millionen Euro soll das Ganze kosten, etwa eine Million Euro kann der Park selbst tragen. „Wir haben vier Jahre lang darauf hingespart“, so Matthias Haase, der hofft, dass der Großteil der Investition mit Fördermitteln aus dem Wirtschaftsministerium des Landes getragen wird. Dafür müssen aber zunächst sämtliche Genehmigungen vorliegen, unter anderem auch ein B-Plan.

Robert Niemeyer

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