Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Vom Kampf gegen Windmühlenflügel

Barth Vom Kampf gegen Windmühlenflügel

„Don Quichotte“ soll im Garten Vergnügen bereiten. Shakespeare-Premiere am Sonnabend im Theaterhaus.

Voriger Artikel
Entwarnung nach Gutachten zur Asbestbelastung
Nächster Artikel
Gemeinde baut preiswerte Wohnungen

Szenenfoto aus der Komödie „Shakespeares sämtliche Werke (leicht gekürzt)“. Premiere ist am Sonnabend in Barth.

Quelle: VLA

Barth. Welch eine Symbolik: Gegen rotierende Windmühlenflügel wird im Barther Theater gekämpft!

Die dritte Saison des Theatergartens an der Bodden-Bühne will in diesem Jahr die Geschichte von Don Quichotte und Sancho Panza präsentieren. Für Martin Schneider, den Spielstättenleiter, eine besondere Aufgabe: „Unsere Freilichtinszenierungen werden immer von Eleven der Theaterakademie Vorpommern sowie von den Barther Amateurdarstellern bestritten. Und alle sollen ja wirkungsvoll in Szene gesetzt werden.“

0000xxyk.jpg

„Die Schatzinsel“ im Garten neben der Bodden-Bühne machte den Besuchern Spaß und verhalf manchem zu mehr Lust auf Theater.

Zur Bildergalerie

Fertige Stückvorlagen geben das zumeist nicht her. Also heißt es: Selbst ist der Bühnenautor. Wie bereits bei „Robin Hood“ und der „Schatzinsel“ entsteht auch hier eine spezielle Fassung für Barth.

Für das Bühnenbild konnte Udo Klenner gewonnen werden, der unter anderem die umjubelte Pinocchio-Inszenierung mit Dekorationen und vielen Tricks verzauberte.

Bis zur Premiere dauert es noch. Martin Schneider erzählt: „Unser Silvesterstück über Maxe Baumann läuft und läuft. In Kürze gastieren unsere Amateure damit in der Zinnowitzer ‘Blechbüchse‘, nur ein paar hundert Meter vom früheren Kulturhaus entfernt, in dem das DDR-Fernsehen die Baumann-Komödien aufgezeichnet hatte.“

Das „Barther Jugend Ensemble“ arbeitet im Moment mit Piet Oltmanns an dem Theaterstück für Jugendliche „Ungeheuer ist viel doch nichts . . .“ nach der „Antigone“ des Sophokles. Am 28. März um 19.30 Uhr ist die Premiere in Barth zu erleben. „Das Barther Jugend Ensemble spielt das Drama des Sophokles als Gegenwartstheater, verständlich und modern“, erläutert Oltmanns. Apropos Premiere:

Bereits an diesem Sonnabend erlebt eine spritzige Inszenierung der Vorpommerschen Landesbühne Anklam in der Barther Spielstätte ihre erste Vorstellung: „Shakespeares sämtliche Werke (leicht gekürzt)“.

Mit der Förderschule und dem Gymnasium in Barth wird Schneider die Arbeit an einem gemeinsamen Theaterprojekt beginnen. „Und dann hoffen wir, dass die Verbesserung des Theatergartens mit Hilfe von Leader-Fördermitteln gelingt“, sagt Schneider. „Unseren Eigenanteil bringen wir dazu ein.“ Das soll — so denkt das Theaterteam — dann kein vergeblicher Kampf gegen ominöse Windmühlenflügel werden, sondern eher den Bühnenspaß in Barth ordentlich voranpusten.

Attraktiv und beliebt

1999 entstand aus dem ehemaligen Kulturhaus der Zuckerfabrik die Barther Boddenbühne, eine der Spielstätten der Vorpommerschen Landesbühne Anklam.

Diese Spielstätte hat sich in den vergangenen Jahren zu einem attraktiven Theater entwickelt. Als einziges festes Theater in der Region nutzen die Einheimischen und genießen die Touristen das Angebot der Bühne.

Die aktuellen Stücke der Vorpommerschen Landesbühne Anklam werden gezeigt, Konzerte, Gastspiele, Lesungen und Sonderveranstaltungen ergänzen das umfangreiche Repertoire. Hier sind auch zwei Amateurtheatergruppen zu Hause — das „Barther Jugend Ensemble“ und das „Barther Amateurensemble“ —, die regelmäßig den Spielplan mit ihren Produktionen schmücken.


Beliebt bei den Besuchern ist inzwischen auch der Theatergarten, der in diesem Sommer zum dritten Mal zu Freilichtaufführungen in Barth einladen wird.

Shakespeare — sportlich gesehen
„Es war die Nachtigall und nicht die Lerche“, die verklausulierte Tageszeitangabe, mit der Romeo ein paar Minuten in Julias Bett rausschinden will, ist wohl das einzige berühmte Zitat, das den Kürzungen in „Shakespeares sämtliche Werke (leicht gekürzt)“ wirklich zum Opfer gefallen ist. Bis zu dieser Szene kommt es in der Komödie, die sich drei Amerikaner ausgedacht haben, einfach nicht mehr, sagt Regisseurin Cornelia Birkfeld.

Am Sonnabend hat ein Stück, das sich aus 37 Komödien, Tragödien und Historiendramen des englischen Autors zusammensetzt, in der Bodden-Bühne Premiere. Die Geschichte geht so: Drei Schauspieler, mit hohem künstlerischen Anspruch ausgestattet, und eine Inspizientin wollen gegen das seichte Einerlei im Fernsehen und auf den Bühnen angehen und zeigen, wie Kunst wirklich geht. Sie versuchen sich an Shakespeare, wollen der Weltliteratur eine neue Nuance hinzufügen. „Von diesem hohen Anspruch“, erzählt die Regisseurin, „stürzen sie künstlerisch gewaltig ab.“ Und darin liegt für den Zuschauer der Witz des Abends, denn heraus kommt eine Shakespeare-Interpretation, die an eine Monty-Python-Show erinnert.

„Es ist ein lustvoller Blick auf Shakespeare“, sagt Cornelia Birkfeld. „Und manchmal“, fügt sie hinzu, „war auch Shakespeare banal.“ Für die, die den Spaß auf der Bühne machen, ist es aber harte Arbeit. Cornelia Birkfeld ist dafür bekannt, dass sie ihre Bühnenteams zu schneller und präziser Arbeit treibt. Und dieses Stück ist mit seinen flotten Szenenwechseln geeignet, schweißtreibend zu werden.

In jedem Fall haben Shakespeare-Muffel und -Fans ihr Vergnügen. Die einen, weil sie seit „Romeo und Julia“ in der Schule wussten: Mit diesem Autor stimmt was nicht. Für die Fans wird es vergnüglich, die Stücke zu erkennen, die Zitate zuzuordnen. „Und der Rest ist Schweigen“.Claudia Winter

„Dieser Theater-Abend hat keine Botschaft, er ist einfach nur Spaß.“Regisseurin Cornelia Birkfeld
„Shakespeares sämtliche Werke (leicht gekürzt)“ - Inszenierung der Vorpommerschen Landesbühne Anklam. Premiere: 16. März, 19.30 Uhr, in der Barther Bodden-Bühne.

Hans-Joachim Meusel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ribnitz-Damgarten
Verlagshaus Ribnitz-Damgarten

Lange Straße 43/45
18311 Ribnitz-Damgarten

Öffnungszeiten:  
Montag bis Donnerstag
10.00 bis 17.00 Uhr

Leiterin Lokalredaktion: Robert Niemeyer
Telefon: 0 38 21 / 88 86 39
E-Mail: ribnitz-damgarten@ostsee-zeitung.de

Beilagen
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Leserbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.