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Ribnitz-Damgarten Von Bauerngehöften und königlicher Kirchenausstattung
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Von Bauerngehöften und königlicher Kirchenausstattung
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04:14 06.09.2013
Friedrich August Stüler: Kanzel in der Marienkirche Barth (entstanden 1854 bis 1857). Quelle: Bernd Rickelt
Klockenhagen

Das Haus Peters im Freilichtmuseum Klockenhagen ist unbequem, weil man sich beim Durchschreiten der Tür tief bücken muss. Das hat seinen Grund: „Als das Haus vor 300 Jahren gebaut wurde, waren die Türen ohnehin niedriger als heute üblich. Die Menschen waren eben etwas kleiner. Aber da die Schwellenbalken im Laufe der Jahrhunderte geschrumpft sind, sinkt das Haus gewissermaßen Richtung Erde ab. Folge ist, dass die Tür heute etwa 20 Zentimeter niedriger als früher ist“, erläutert Museumsdirektor Fried Krüger. Wer mehr über das Haus Peters und die Sorgen, die die Museumsleute mit diesem haben, erfahren will, sollte sich den Sonntag vormerken. Dann öffnet das Freilichtmuseum Klockenhagen ab 10 Uhr aus Anlass des „Tages des offenen Denkmals“ seine Tore.

Der steht in diesem Jahr unter dem Motto „Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?“. Warum werden gerade die Scheune und das Wohnhaus von Bauer Heinrich Peters in den Mittelpunkt des Denkmaltages gestellt? Krüger erläutert, dass die mehr als 300 Jahre alten Gebäude die Keimzelle des Freilichtmuseums seien. Die Geschichte: Anfang der 1960er Jahre kam Dr. Karl Baumgarten auf einem seiner „Bauernhausstreifzüge“ nach Klockenhagen. Er erforschte die Bauweise der ländlichen Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern. In Klockenhagen stieß er auf den Bauernhof von Heinrich Peters. Die Männer lernten sich kennen und schätzen. Baumgarten konnte den Bauern und seine Frau überzeugen, sein Gehöft als Denkmalhof zu gestalten und der Stadt Ribnitz-Damgarten zu überschreiben. 1970 war die Geburtsstunde des Denkmalhofes.

Das Haus und auch die Scheune können am Sonntag bei Führungen erkundet werden. „Neben der Stube von Heinrich Peters geht es durch alle Winkel, Dielen und Luchten der Jahrhunderte alten Häuser“, kündigt Krüger an. Während der Führungen werden die Besucher auch erfahren, welche Sanierungsarbeiten am Haus Peters geplant sind. An diesem Tag ist der Eintritt im Museum frei.

Historische Exponate einer völlig anderen Art sind im Vineta-Museum und in der Marienkirche von Barth zu sehen. Die Geschichte dazu erzählt Museumsleiter Dr. Gerd Albrecht: „Ich werde ihnen meinen Stüler schicken, da sind sie in guten Händen . . .“ — mit dieser Empfehlung verlässt Friedrich Wilhelm IV. im Jahre 1853 die Stadt Barth, die — nach der Eingliederung Neuvorpommerns und Rügens in die preußische Provinz Pommern im Jahre 1815 — eine stabile Entwicklung genommen hatte. Im unter preußischer Verwaltung geeinten Pommern wächst die ehemalige Residenzstadt an der Ostsee zu einer der führenden Reederstädte an der Ostsee. Die ökonomische Blüte zur Zeit der Segelschifffahrt erlaubt es Barth, der Empfehlung des Königs folgend, die anerkanntesten Architekten und Künstler für die Barther Kirche zu beauftragen: Friedrich August Stüler, den „Stararchitekten“ der Schinkelschule, und den Maler Johann Gottfried Pfannschmidt, einen Vertreter der Schule der Nazarener, den Theologen und den Künstlern.

In der Kooperation zwischen Museum und evangelischer Kirchengemeinde werden an beiden Orten Skizzen, Zeichnungen und Werke der Protagonisten gezeigt.

Jenseits des Guten und Schönen
STADT BARTH

St. Marien-Kirche (von 11 bis 17 Uhr): Gottesdienst um 10 Uhr, Kirchenführungen um 11 und um 14 Uhr, Kirchenbibliothek 11 und 15 Uhr.

Niederdeutsches Bibelzentrum

(10 bis 18 Uhr): Einführung in die Ausstellungen um 15 Uhr

Vineta-Museum (10 bis 18 Uhr — kostenpflichtig): Kostenlose Führung um 14 Uhr.

Adliges Fräuleinstift (10 bis 18 Uhr — kostenpflichtig): Führung zur Geschichte des Gebäudes um 14 Uhr.

Fangelturm (10 bis 18 Uhr).

Papenhof: Führungen 11 und 16 Uhr.

Hotel Speicher: Führung um 13 Uhr.

Speicher „De Smuggler“ (13 bis 18 Uhr).

Dampfmaschinen (10 bis 17 Uhr).

Bahnhof Barth (10 bis 16 Uhr).

Katholische Kirche (11 bis 17 Uhr).

Dok-Ausstellung „12 von 750“ (14 bis 18 Uhr).

Schmiede Tomm (10 bis 15 Uhr).

Anthonys Erben (10 bis 12 und

13 bis 16 Uhr).

BARTHER LAND

Wallfahrtskirche Kenz (9 bis 18 Uhr): Führung um 11 Uhr.

Kirche Starkow (10 bis 18 Uhr):

Gartenführung um 14 Uhr, Ohrwürmer-Konzert um 15 Uhr.

Kirche Bodstedt (9 bis 18 Uhr):

Führung um 11 Uhr.

Kirche Tribohm: Führung um 10 Uhr.

Kirche Lüdershagen (9 bis 12 Uhr).

Kirche Ahrenshagen (9 bis 12 Uhr).

Kirche Pantlitz (9 bis 12 Uhr).

Gutsanlage Hessenburg: Führung „Das Modellprojekt Gutsanlage“ um 17 Uhr.

WEITERE GEMEINDEN

Kirche und Kapelle Semlow (11 bis 17 Uhr).

Kirche Tribohm (10 bis 11 Uhr)

Kirchen Eixen und Leplow: Informationen an den Kirchen

Edwin Sternkiker, Dr. Gerd Albrecht und Hans-Joach

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