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Von Ringelsocken-Elfe bis zum Viehhändler Erich

Barth Von Ringelsocken-Elfe bis zum Viehhändler Erich

Antje Möller spielt seit 2007 im Barther Amateur-Ensemble krasse Rollen

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Antje Möller (Mitte) spielt seit zehn Jahren im Amateur-Ensemble der Barther Boddenbühne.

Quelle: Foto: Frank Burger

Barth. Er hat das Bolzenschussgerät mit und erledigt den todbringenden Job. Viehhändler Erich ist ein grobschlächtiger Typ, einer, der seine Geschäftspartner über den Tisch zieht, mit zwielichtigen Personen Kontakt hat, andere mit seinem Gewehr bedroht und schließlich im Wahn um eine Million Mark einen Bauern brutal zusammenschlägt und ihn fast erwürgt.

Kohle, Moos und Mäuse

Weitere Vorstellungen

20. Januar, 19.30 Uhr; 21. Januar, 15 Uhr; 3. Februar, 19.30 Uhr; 24. Februar, 19.30 Uhr; 3. März, 19.30 Uhr;

31. März, 19.30 Uhr;

Karten gibt es an der Abendkasse in der Barther Boddenbühne und unter ☎ 0 39 71/2 68 88 00

Hinter dieser Rolle im Stück „Kohle, Moos und Mäuse“ des Barther Amateurensembles steckt eine Frau: Antje Möller. Die 26-jährige Bartherin hat mit solchen Figuren Erfahrung. Bereits im vorigen Jahr spielte sie in „Tratsch im Treppenhaus“ Schlachtermeister Tramsen. Nun also einen Viehhändler. „In solche Rollen muss ich mich erst reinarbeiten. So bin ich ja nicht. Das ist aber eine interessante Aufgabe“, sagt sie. Dabei waren ihre ersten Rollen im Barther Theater alles andere als grobschlächtig und männlich.

2007 hatte das Barther Theater für sein Sommerstück tanzende Elfen gesucht. Als erfahrene Klette-Tänzerin ging sie mit Freundinnen zum Casting und wurde genommen. So sah man Antje Möller am Hafen im „Sommernachtstraum“ als Elfe mit Ringelsöckchen und Irokesenfrisur tanzen. Ganz so abschreckend kann es nicht gewesen sein, denn Silvester 2007/08 trat sie im Stück „Familienbande“ als Tochter von Gabriele Ulbricht auf. „Seitdem bin ich dabei und will auch nicht wieder weg“, bestätigt die Heilerziehungspflegerin.

Antje Möller spielt seit über zehn Jahren fast ohne Pause in den Sommer- und Silvesterstücken mit. Im Sommer 2017 musste sie gesundheitsbedingt eine Pause einlegen. Ob sie denn nicht einmal Silvester woanders feiern möchte? „Warum?“, fragt sie dann zurück. „Soll ich alleine irgendwo hinfahren? Meine Freunde können ja nicht mitkommen. Die können ja Silvester auch nicht weg, weil sie am Theater sind.“

Am meisten Spaß machen die Proben, so Antje Möller. Die seien immer lustig. Natürlich würden die Aufführungen spannend sein und so einiges gehe auch daneben. „In einem Sommerstück hatte ein Darsteller eine Szene übersprungen. Da hieß es, ganz schnell von hinter den Zuschauerrängen seitlich vorbei am Publikum hinter die Bühne zum Auftrittsort zu kommen. Das war schon sportlich“, erzählt Antje Möller. Bei einem Stück habe sie sich an Kunstschnee verschluckt und bei der „Mädchenmeute“ stand sie bei einer Aufführung zu Beginn des Stückes ganz allein auf der Bühne. Die Mädchen hinter den Zuschauerrängen hatten kein Signal zum Auftritt bekommen. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit.

Zu den Highlights ihrer Rollen gehört die Louise in „8 Frauen“ und die Figur des „Mouchard“ in der Musketieraufführung 2016. Eine Traumrolle habe sie nicht. Sie spiele männliche wie weibliche Rollen sehr gern.

Schön sei es, wenn sie sich ausprobieren könne. Dass sei auch im Ensemble von Piet Oltmanns der Fall. Im Jugendensemble werden ja nicht nur die Silvester- Schwanks oder Sommerabenteuer gespielt. Stücke wie „Alice im Wunderland“, „Mädchenmeute“ oder „Der ganze Grimm“ fordere sie ganz anders. Antje Möller ist dem Theater in Barth auf verschiedenste Art verbunden. Sie steht auch mal an der Garderobe oder am Einlass.

Als Trainerin des Klette-Tanzvereins ist sie für die Choreografie des tänzerischen Abschlussbildes der Silvesterstücke verantwortlich. Und dieses Mal half sie sogar vor dem Stück in der Maske. Da kann es eben mal vorkommen, dass sie den Schauspieler schminkt, den sie im Stück ordentlich vermöbelt. So ist es eben im Barther Theater. Und wie ist es so mit dem diesjährigen Stück? Antje Möller grinst: „Es wird den Barthern gefallen.“ Dafür spricht schon der donnernde Applaus, mit dem die Zuschauer am Silvestertag die ersten beiden Aufführungen quittierten. Noch bis März steht das Amateur-Ensemble mit „Kohle, Moos und Mäuse“ auf der Bühne. Dann geht Antje Möller wieder zur Probe. „Ich brauche erst einmal einen Schnaps“, gröhlt sie als Viehhändler Erich, schnappt sich das Bolzenschussgerät und stapft von der Bühne.

Frank Burger

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