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Von Walzer bis Tango: Tanzen hoch im Kurs

Prerow Von Walzer bis Tango: Tanzen hoch im Kurs

Debora Ertelt bewegt Paare im Prerower Kulturkaten „Kiek in“

Prerow. Was machen Einheimische von Barth bis Bartelshagen I an den langen Winterabenden? Sie tanzen. Und das regelmäßig mit großem Vergnügen seit November bis Ostern.

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Debora Ertelt bewegt Paare im Prerower Kulturkaten „Kiek in“

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In Berlin an der Monbijou-Brücke, die über einen Spreearm führt, treffen sich im Sommer Menschen, die bereits den Argentinischen Tango beherrschen. Frauen kommen in schönen Kleidern, wechseln ihre Schuhe und warten, bis sie aufgefordert werden. Monbijou heißt „mein Juwel“. Einen Edelstein gibt es auch in Prerow. Debora Ertelt, Tanzlehrerin, einst auf den Bühnen von New York zuhause, bringt Schwung und Eleganz ins Ostseebad. Im Kulturkaten „Kiek in“ schafft sie für ihre Gäste Atmosphäre. Debora Ertelt schaltet Stehlampen ein, zündet Kerzen und Laternen an, stellt Tulpen und Zweige in Vasen. Am Bühnenrand liegen Kissen und Felle zum Pausieren. „Es ist ein Ausgehabend für die Tanzpaare. Sie sollen sich wohlfühlen“, sagt sie. Ist alles vorbereitet, zieht sie ihre schwarzen Stiefel aus und hochhackige Schuhe an. Sie lehrt Gesellschaftstänze wie Rumba, Cha-Cha-Cha, langsamer Walzer, Quickstepp und Tango. „Tango Argentino ist mein Lieblingstanz, dicht gefolgt von Salsa und Rumba.“ Auf die Musik legt sie ganz großen Wert. „Sie muss besonders sein.“ Dazu gehört der Tango „Olivòn“, was Vergessen heißt, tragend, dahin schmelzend, am liebsten von Trompete und Bandoneon begleitet. Oder der Salsa „Fragilidad“, was Zerbrechlichkeit bedeutet, im Rhythmus del Mundo.

Im großen Saal bewegt sie jeden Montag nacheinander jeweils neun Tanzpaare. „Der Grundkurs ist am schwersten. Da ist alles neu. Man muss diese innere Blockade überwinden. Die anderen Kurse bauen darauf auf.“

„So, Ihr Lieben“, begrüßt sie die erste Runde. „Wir starten mit einem langsamen Walzer. Großer Kreis. Die Hand des Mannes ist am rechten Schulterblatt der Dame. Die gefassten Hände sind in Augenhöhe der Dame.“ Der Mann führt die Dame mit der rechten Hand, die linke ist nur Zierde. „Wir hatten doch eine schöne Figur“, erinnert sie an die Vorstunde. Die „Trockenübungen“ beginnen: „Viertel, Seit, Schluss“, führt sie vor. „Herren alle zu mir!“ Wieder wird geübt.

Zwei Abendkurse belegt Ina Umbach (28). Ihr homogener Stil fällt auf. Wenn Not an Mann ist, hilft sie aus, denn sie beherrscht auch die Herrenschritte. Ina ist Bademeisterin und Masseurin. Sie kommt aus Ludwigsburg bei Stuttgart, wohnt in Born und arbeitet in Prerow. Mit ihrer Zwillingsschwester war sie 18 Jahre Synchronschwimmerin. Auch Andreas Krüger (42) aus Wieck nimmt an zwei Kursen teil, weil nicht genug Herren da sind. Tätig als Hausmeister, galoppierend auf dem Rücken der Pferde beim Tonnenabschlagen, ist er gut motiviert: „Ich bin hier, um für die Tonnenbälle zu üben. Debora erklärt gut, geht auf jeden ein“, sagt er. Beatrice und Matthias Boeck aus Barth schließen sich dem Lob an. „Sie ist die beste Tanzlehrerin, die wir je hatten. Sie ist völlig unkompliziert.“ Elegant wie die Barther tanzt auch der Handwerker Frank Lange (50) aus Klockenhagen, montags in Prerow mit Tochter Lucie Löber (17), mittwochs auf hohem Niveau im Ahrenshooper „Hotel Fischerwiege“ mit seiner Lebenspartnerin Uta Löber. Dort geben auch die Borner Anke und Maik Baumann eine gute Figur.

Von New York nach Prerow

Debora Ertelt aus Stuttgart tanzte von 1986 bis 1989 auf Bühnen in New York. Danach ließ sie sich zur Tanzlehrerin ausbilden, arbeitete in der Tanzschule Dieterle in Stuttgart, bis sie 2002 ihre eigene eröffnete. Wissen und können nahm sie mit nach Prerow, wo sie seit 2004 mit ihrer Familie lebt. Ein Paar im Tangoschritt aus Stahl weist in der Langen Straße auf ihre Schule „2klang tanzen“ hin. Debora Ertelt weiß, dass man Motorik lernen kann. „Das Rhythmusgefühl stellt sich ein, auch ein Glücksgefühl, wenn die Schritte und Figuren immer besser klappen.“ Dafür engagiert sie sich und bietet zusätzlich am 24. und 25. Februar im Kulturkaten „Kiek in“ einen Salsa-Work-Shop an sowie am 17. und 18. März „Salsa & Swing“.

Elke Erdmann

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