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Ribnitz-Damgarten WWF wird Nothafen erneut betreiben
Vorpommern Ribnitz-Damgarten WWF wird Nothafen erneut betreiben
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04:07 16.07.2013
OZ-Redakteur Timo Richter sieht einen Vertrauensvorschuss für die Landesregierung.
Born

Die Schwebstofffahnen infolge der Verklappung des Baggerguts aus der Fahrrinne zum Nothafen Darßer Ort sind kaum verschwunden, da geht das Kapitel um den Hafen in der Kernzone im Nationalpark in eine weitere Runde.

Mit Entsetzen zitiert die stellvertretende Leiterin des Nationalparkamtes, Claudia Hameister (47), eine Rundfunkmeldung, wonach die Zufahrt nun jährlich ausgebaggert werden sollte. Mit der schwierigen Zustimmung zum Ausbaggern der Hafenzufahrt hatte sich der jetzt urlaubende Leiter des Nationalparkverwaltung, Gernot Haffner, auch hausintern Kritik anhören müssen. Mitarbeiter des Amtes seien geradezu paralysiert angesichts der Entwicklungen um den Nothafen. Gleichwohl glaubt Claudia Hameister an einen alternativen Hafenstandort — und damit an ein Einhalten von Versprechungen im Vorfeld der Genehmigung des Baggerns.

Dass der Nothafen möglicherweise doch zu einer dauerhaften Einrichtung werden könnte, dafür spricht ein Antrag des World Wide Fund For Nature (WWF) zur Verlängerung der Hafengenehmigung. Die Naturschutzorganisation hatte den Nothafen bis zur Schließung betrieben. Auch der Verein für den Erhalt des Naturhafens Darßer Ort interessiert sich für einen Betrieb und informiert sich aktuell über die Bewerbungsmodalitäten, wie Sprecher Burkhart Günther bestätigt. Der Betrieb des Nothafens könnte demnach auch für eine Kommune interessant sein. In diesem Zusammenhang gebe es allerdings noch reichlich Abstimmungsbedarf.

Sobald die Peilungen abgeschlossen und die Betonnung der Zufahrt abgeschlossen ist, wird der Hafen wieder eröffnet — mit dem WWF als Betreiber, bestätigt Steffen Wehner. Der Sprecher des Ministeriums für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung betont aber ausdrücklich, dass mit der Wiedereröffnung des Nothafens die Suche nach einem Standort für einen Ersatzhafen nicht zu den Akten gelegt wird. Ziel der Landesregierung ist es, den Nothafen so lange zu betreiben, bis ein Ersatzhafen in Betrieb ist. Im Bedarfsfall dürfe die Zufahrt erneut ausgebaggert werden.

Vertrauensvorschuss
Die Landesregierung muss nun Farbe bekennen. Umwelt- und Naturschutz haben den Schwerinern einen ordentlichen Vertrauensvorschuss gewährt. Nun sind die Ministerien am Zuge und müssen sagen, wo der Ersatzhafen denn hin soll. Keine leichte Aufgabe, Prerow hat abgewunken, ein Hafen in Zingst erscheint der Landesregierung zu teuer. Sollten nur Lippenbekenntnisse herauskommen, ist das Vertrauen in die Regierung verschwunden.

Timo Richter

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