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Ribnitz-Damgarten Warnung und Info unter einem Dach
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Warnung und Info unter einem Dach
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00:00 12.04.2013
Karsten Schütze weist auf die Besonderheiten der neuen Informationstafel am Steilufer hin. Quelle: Timo Richter
Ahrenshoop

Dass eine Wanderung entlang der Steilküsten Gefahren birgt, vergessen Urlauber nur zu gerne. Das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) hält mit großen Informationstafeln dagegen. Zusammen bilden die Tafeln von Klütz, über das Fischland-Darß-Zingst bis zur Südspitze Rügens den Geogefahren-Lehrpfad Steilküste. Nachdem die erste Tafel am Kap Arkona auf Rügen aufgestellt wurde, findet sich in Höhe des Käthe-Miethe-Weges in Ahrenshoop die erste Tafel auf dem Festland. Ziel ist es, Warnung vor Gefahren und Information zu vereinen, um die Urlauber für die besonderen Aspekte einer Wanderung entlang eines Kliffs zu sensibilisieren. Weitere Hinweistafeln werden am Weg zum Hohen Ufer und im Bereich der Steilufertreppe im Ortsteil Niehagen aufgestellt.

Auf den Tafeln werde auf die örtlichen Besonderheiten eingegangen, sagte Karsten Schütze, Dezernent im LUNG. Für Ahrenshoop sei das der Geschiebemergel im Boden. Eindringendes Wasser könne nicht versickern und trete im Bereich der Steilküste aus. Auf dieser Schicht lagernder Sand rutsche dann auf dem Wasserfilm im Untergrund ab. Das werde mit Texten in Kooperation mit Rolf Reinicke verständlich erklärt.

Eine Inspektion des Bereiches hat bislang kaum Rutschungen gezeigt. Diese Ruhe in Sachen Küstendynamik wertet der Experte aber als trügerisch. Gerade der Übergang von Frost- zu Tauwetter bringe die Steilküsten in Bewegung. Gleichzeitig stabilisieren die abgerutschten Uferböschungen den Klifffuß — zumindest so lange, bis Wellen und Wind das Material weggeschwemmt beziehungsweise -geweht haben.

Dem Schutz des Steilufers zwischen Wustrow und Ahrenshoop hat sich zudem eine Initiative verschrieben. Die fordert als ersten Schritt, die auf dem Hochufer lagernden Granitbrocken zur dauerhaften Stabilisierung an den Klifffuß zu befördern. Bürgermeister Hans Götze dagegen favorisiert als dringendste Maßnahme die Vervollständigung der Bepflanzung als Windschutz und Befestigung des Untergrundes. Das sei bislang aber am Veto der Eigentümer gescheitert.

Ergänzt wurde die Info-Tafel um eine Sitzgelegenheit, um Urlaubern auf dem stark frequentierten Abschnitt eine Rastmöglichkeit zu bieten. Binnen weniger Tage haben Mitarbeiter des Bauhofes der Kurverwaltung Kartenträger und Sitzgruppe aufgebaut.

Hans Götze freute sich über das Informationsangebot, weil Gäste die Gefahren am Steilufer oftmals unterschätzten. Karsten Schütze wies auf Piktogramme hin, die auch von ausländischen Gästen verstanden würden. Ralf-Otto Niedermeyer, Leiter des Geologischen Dienstes im LUNG sah mit der Info-Tafel auch ein Stück kommunaler Arbeit im Bereich der Verkehrssicherungspflicht übernommen.

Die Tafel ist Warnung und Information. Da- mit übernehmen wir eine Aufgabe der Kommune.“Karsten Schütze, Umweltamt

Timo Richter

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