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Ribnitz-Damgarten Weg in Bliesenrade mit Asbest verseucht
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Weg in Bliesenrade mit Asbest verseucht
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00:00 15.03.2013
Inzwischen gesperrt ist dieser asbestbelastete Weg in Bliesenrade. Quelle: Timo Richter
Born

Ein neues Gutachten zur Asbestbelastung von Rad- und Wanderwegen auf Fischland-Darß- Zingst liegt inzwischen vor. Ergebnis: Die Kontaminierung von Oberflächen und Wegeuntergrund mit den krebserregenden Asbestfasern ist zumeist so gering, dass die Analysten nicht von einer akuten Gesundheitsgefährdung ausgehen. Empfohlen wird aber der mittel- bis langfristige Austausch des Oberflächenmaterials. Ausnahme ist Bliesenrade: Dort wurde eine hohe Asbestbelastung festgestellt. Die Analysten gehen davon aus, dass dort asbesthaltige Baustoffe illegal entsorgt wurden. Damit bestätigen sich Befürchtungen der Amtsverwaltung, die bereits eine Strafanzeige stellte. Ein Verursacher konnte jedoch nicht ermittelt werden, darum bleibt die Kommune auf den Entsorgungskosten des gesundheitsgefährdenden Materials sitzen. Der betreffende Weg wurde gesperrt, die Entsorgung ist ausgeschrieben.

Die Experten hatten nicht nur die Oberfläche des Weges, sondern auch in der Tiefe und in den Randbereichen nach dem gefährlichen Stoff gesucht. Vor allem rechts und links des Weges wurden sie fündig.

So besteht eine kleine bewachsene Anhöhe im Wesentlichen aus asbesthaltigem Bauschutt. Bliesenrade gilt damit als „unser großes Sorgenkind“, wie die Leitende Verwaltungsbeamtin Katrin Kleist sagt.

Das einst von der Kommune verwendete Füllmaterial für den Weg wurde zwischenzeitlich vorsorglich wieder entfernt, die jetzt immer noch dort lagernden gefährlichen Stoffe seien dort illegal abgekippt worden.

Laut des taufrischen Gutachtens wurde auch auf Rad- und Wanderwegen zwischen Neuhaus und Graal-Müritz sowie auf mehreren Abschnitten zwischen dem Ahrenshooper Ortsteil Niehagen und Wieck Asbest gefunden. Hier allerdings zumeist in Form von Asbestzementbrocken. Diese Funde in zumeist verschwindend geringer Menge begründen laut Analyse kein Gefährdungspotenzial und stellten keine konkrete Gesundheitsgefährdung für Menschen dar. Im Bereich zwischen Neuhaus und Graal-Müritz wird das Untergrundmaterial zwar als gefährlicher Abfall eingestuft, weil die Asbestfasern aber gebunden seien, müssten die Wege schon von schweren Fahrzeugen befahren werden, um die Asbestfasern zu lösen. Selbst dann sehen die Analysten keine akute Gesundheitsgefährdung. Gleichwohl wird der Austausch des Materials empfohlen. Das, sagt Katrin Kleist, geschehe im Verlauf der beabsichtigten Reparaturen der Rad- und Wanderwege noch vor der Saison. Bereits begonnen wurde im Verlauf der Analyse mit dem Absammeln asbesthaltiger Zementbröckchen auf der Oberfläche der Wege.

Auf dem Boddenrad- und Wanderweg zwischen Ahrenshoop und Born stießen die Analysten lediglich in wenigen fest umrissenen Abschnitten auf asbesthaltiges Material. Dennoch geben sie Entwarnung. Die Belastung mit dem krebserregenden Stoff sei so gering, sodass selbst regelmäßige Nutzer dieses Abschnitts nicht befürchten müssten, sich einer gesundheitlichen Gefahr auszusetzen. Noch besser schätzen die Experten die Abschnitte von Born zum Plattenweg nach Bliesenrade und von dort weiter nach Wieck ein. Die wenigen Fundstücke auf Wegeoberfläche und Unterbau ließen die Darstellung einer bestimmten Asbestkonzentration problematisch erscheinen. Hier sprechen die Analysten im Gegensatz zu den Funden zwischen Neuhaus und Graal-Müritz noch nicht einmal von gefährlichem Abfall, der irgendwann einmal als Tragschicht für die Wege verbaut wurde.

Der Ursprung für die neuerliche Untersuchung von Wegen auf eine mögliche Asbestbelastung ist in den früher gemachten Funden des Stoffes vor allem bei Wustrow und Ahrenshoop zu finden. Auf Druck der Öffentlichkeit und aus dem Bestreben, eine Gesundheitsgefährdung für die Urlauber auszuschließen, wurde der Umfang der Untersuchung erweitert. Gekostet hat das rund 20 000 Euro.

Viele Wege untersucht

20 000Euro hat das Amt Darß/Fischland für die neuerlichen Asbestuntersuchungen bezahlt.

Unter die Lupe genommen wurden die Wege zwischen Neuhaus und Graal-Müritz, dem Ahrenshooper

Ortsteil Niehagen und dem Regenbogen-Camp in Born, zwischen Born und Bliesenrade, von Bliesenrade nach Wieck und der Ort Bliesenrade

selbst.

Bliesenrade ist unser großes Sorgenkind.“Katrin Kleist, Leiterin Amt Darß/Fischland

Timo Richter

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